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Drogenaffinitätsstudie veröffentlicht

Vapen ist bei jungen Menschen zunehmend beliebt

ao
Allgemeinmedizin
Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene greifen zu Mehrweg-E-Zigaretten, aromatisierten Liquids und Nikotinbeuteln. Das ergab die aktuelle Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

Im Vorfeld des Weltnichtrauchertags am 31. Mai präsentierte das BIÖG heute die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Rauchverhalten junger Menschen. Demnach rauchte 2025 fast jeder Zehnte der 12- bis 17-Jährigen (9,6 Prozent). 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Vor allem Mädchen rauchen deutlich mehr als noch vor fünf Jahren. Bei den 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil Rauchender hingegen von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025. 

Der Studie zufolge nimmt der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten bei jungen Menschen deutlich zu. Bei männlichen Jugendlichen stieg der Anteil der Konsumierenden seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent, bei weiblichen Jugendlichen von 1,8 auf 7,8 Prozent.

Auch bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren hat sich der Konsum erhöht. Bei den jungen Männern nahm der Anteil der Konsumenten von 6,9 Prozent (2021) auf 13,3 Prozent (2025) zu. Bei den jungen Frauen stieg er von 4,7 auf 11,9 Prozent.

Nikotinhaltige Liquids sind auf dem Vormarsch

Neun von zehn Konsumierenden nutzen laut der Studie in den Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids, die oft mit süßen Aromen und jugendaffinem Design vermarktet werden. 

Auch Nikotinbeutel gewinnen laut der Studie an Bedeutung – und das, obwohl der Verkauf in Deutschland verboten ist. 2025 gaben demnach 5,5 Prozent der Jugendlichen und 18,9 Prozent der jungen Erwachsenen an, diese Produkte bereits ausprobiert zu haben. 2023 waren es noch 4,1 Prozent der Jugendlichen und 14,8 Prozent der jungen Erwachsenen. Insgesamt habe sich das Konsumverhalten junger Menschen verändert: Während der Konsum von Wasserpfeifen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sei und auch der von Einweg-E-Zigaretten, seien vor allem Mehrweg-E-Zigaretten, aromatisierte Liquids und Nikotinbeutel bei jungen Menschen zunehmend beliebt.

Streeck fordert Verbot von schädlichen Aromen

Angesichts der Ergebnisse der aktuellen Studie forderte der Bundesdrogenbeauftragte Dr. Hendrik Streeck die Politik zum Handeln auf. „Wir brauchen strengere Regeln, höhere Preise und stärkere Kontrollen“, forderte der Arzt.

Er warnte insbesondere vor süßen Aromen in aromatisierten Vapes. „Jugendliche werden durch poppige Aufmachung mit süßem Geschmack an einen hochgradig abhängig machenden Stoff herangeführt“, warnte Streeck. Solche aromatisierten Stoffe wie Strawberry-Kiwi-Vapes stammten zu 90 Prozent aus China, seien dort aber verboten. Laut Streeck senkten sie bei jungen Menschen die Hemmschwelle, mit dem Rauchen zu beginnen. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung könnten diese Stoffe zum Teil die Lunge schädigen oder Krebs auslösen.

Streeck forderte, Aromen, die den Einstieg für Kinder und Jugendliche erleichterten, vom Markt zu nehmen. Zumindest müssten schädliche Zusatzstoffe verboten werden.

Der Bundesdrogenbeauftragte begrüßte, dass die Bundesregierung eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer plane. Die Finanzkommission Gesundheit habe diesen Schritt vorgeschlagen. Denn höhere Preise erschwerten nachweislich den Einstieg in den Tabakkonsum. Die zusätzlichen Einnahmen müssten ins Gesundheitssystem fließen, um die Prävention, Rauchentwöhnung, Kontrollen und Hilfsangebote zu stärken.

„E-Zigaretten gehören nicht in die Hände von Minderjährigen“

Generell pochte Streeck darauf, bestehende Regeln auch durchzusetzen. „Zigaretten und E-Zigaretten gehören generell nicht in die Hände von Minderjährigen“, stellte er klar. Diese Verbote müssten auch durchgesetzt werden. Das Verbot gelte im Laden, im Online-Handel und am Automaten. Auch in sozialen Netzwerken sollte die Werbung für solche Produkte begrenzt werden. Auch Nikotinbeutel dürften in Deutschland nicht verkauft werden.

Derzeit sterben in Deutschland etwa 130.000 Menschen im Jahr an den Folgen des Tabakkonsums, etwa an Krebserkrankungen oder Herzinfarkten. Damit sei das Rauchen eines der größten vermeidbaren Erkrankungsrisiken, so Streeck.

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