Wegovy ab heute auch als Pille
In der EU ist die Wegovy-Tablette von Novo Nordisk seit Mitte Juli für Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung wie Bluthochdruck zugelassen.
Auch die Tablette arbeitet mit dem Wirkstoff Semaglutid und darf künftig als „nadelfreie Alternative“ zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen eingesetzt werden. Davon sollen insbesondere Menschen profitieren, die eine Nadel-Phobie haben. Während die Injektion einmal pro Woche notwendig ist, muss die orale Variante täglich eingenommen werden.
Die Wirkweise bleibt die gleiche
Der Wirkstoff Semaglutid gehört zur Gruppe der Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-Rezeptoragonisten) und imitiert die Wirkung des körpereigenen Darmhormons GLP-1, das Appetit, Sättigung und Stoffwechsel steuert. Auf diese Weise verstärkt Wegovy das Sättigungsgefühl und reduziert Hunger.
Das Medikament müssen Versicherte in der Regel selber zahlen. 30 Tabletten mit 1,5 Milligramm oder 4 Milligram kosten jeweils um die 170 Euro, während 30 Tabletten mit 9 Milligramm bei rund 230 Euro liegen.
Die ABDA warnt vor Fake-Angeboten
Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände warnte schon im Vorfeld vor dubiosen Online-Angeboten und Internetportalen, die mit der Verordnung und Bestellung von Semaglutid-Tabletten werben. „Arzneimittel gegen Adipositas sind keine Lifestyle-Produkte, sondern hochwirksame Medikamente mit Risiken und Nebenwirkungen“, mahnte ABDA-Präsident Thomas Preis.
Die neuen „Abnehmpillen“ böten auf den ersten Blick eine einfachere Anwendung als wöchentliche Spritzen. Tabletten müssten jedoch täglich unter besonderen Bedingungen eingenommen werden. So dürften Patientinnen und Patienten vor der Einnahme mindestens acht Stunden nicht gegessen haben und müssten im Anschluss 30 Minuten lang die Einnahme von Nahrungsmitteln, Getränken und Medikamenten vermeiden.
Schon kleine Anwendungsfehler könnten die Wirksamkeit der Therapie beeinträchtigen und die Nebenwirkungen erhöhen, warnt Preis. Zu letzteren gehören – insbesondere zu Behandlungsbeginn – Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Erbrechen.


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