Umfrage der Stiftung Gesundheit

Zahnarztpraxen sind bei der Digitalisierung Vorreiter

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Praxis
43 Prozent der Zahnärzte halten ihre Praxen für „sehr stark“ bis „eher stark“ digitalisiert. 2022 waren es noch 37 Prozent. Die übrigen Heilberufler stufen ihren Digitalisierungsgrad deutlich geringer ein.

Im Auftrag des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg) haben Ärzte, Zahnärzte und Heilberufler im Jahr 2022 ihre Einschätzungen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen mitgeteilt. Um zu vergleichen, wie sich die Einstellung innerhalb eines Jahres entwickelt hat, hat die Stiftung Gesundheit nun im Frühjahr 2023 die Responder erneut befragt.

Das Ergebnis der Umfrage: Die ambulanten Leistungserbringer stufen den Digitalisierungsgrad im deutschen Gesundheitswesen insgesamt noch geringer ein als im Vorjahr. Dabei sah schon im Jahr 2022 mehr als die Hälfte der Befragten das Gesundheitswesen „überhaupt nicht“ bis „weniger stark“ digitalisiert.

Diese Ansicht teilt vor allem die große Mehrheit der nichtärztlichen Heilberufler: 73 Prozent von ihnen halten das Gesundheitswesen für „überhaupt nicht“ bis „weniger stark“ digitalisiert. Bei den Ärzten sind es knapp zwei Drittel (63,5 Prozent), bei den Zahnärzten (51,2 Prozent) und Psychologischen Psychotherapeuten jeweils knapp über die Hälfte (55,3 Prozent).

Zahnärztinnen und Zahnärzte sind die digitalisierteste Berufsgruppe

Bei der Einschätzung des Digitalisierungsgrads innerhalb der eigenen Berufsgruppe stehen die Zahnärzte an erster Stelle: 43 Prozent halten ihre Gruppe für „sehr stark“ bis „eher stark“ digitalisiert. Auf Rang zwei folgen mit großem Abstand die Ärzte: Hier sieht nur rund ein Viertel ihre Berufsgruppe als digitalisiert an. Am wenigsten scheint die Digitalisierung bei den Psychologischen PsychotherapeutInnen (9,4 Prozent) und den nichtärztlichen Heilberuflern (3,6 Prozent) angekommen.

Dabei sehen Letztere das größte Potenzial: Gut ein Viertel von ihnen gibt an, dass Digitalisierung die Patientenversorgung in ihrem Bereich verbessern könne. Am wenigsten Potenzial sehen die Psychologischen Psychotherapeuten mit 8,2 Prozent. Die Ärzte und Zahnärzte liegen mit ihrer Einschätzung dazwischen: Mit 17,6 Prozent beziehungsweise 19,8 Prozent schätzen sie das Potenzial für Verbesserungen in der Patientenversorgung durch Digitalisierung sehr ähnlich ein.

Mehrheit befürchtet Zunahme der täglichen Arbeitslast

Mehr als die Hälfte der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten glaubt, dass digitalisierte Prozesse die tägliche Arbeitslast künftig eher erhöhen als reduzieren werden. Deutlich optimistischer zeigt sich die Gruppe der nichtärztlichen Heilberufler: Hier rechnen nur 30,4 Prozent mit einer Erhöhung der Arbeitslast, während 31 Prozent mit einer Reduzierung rechnen. Bei den Zahnärzten ist die Mehrheit unentschlossen und gibt „teils, teils“ an. Knapp 40 Prozent rechnen mit einem Mehraufwand, knapp 20 Prozent mit einer Erleichterung.

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Die quantitative Befragung mithilfe eines Online-Fragebogens erfolgte laut Stiftung Gesundheit im März 2023. Insgesamt wurden 3.079 Responder aus der Erststudie vom Frühjahr 2022 dazu erneut befragt. Das Sample setzt sich aus einem repräsentativen Querschnitt von 45.000 ambulant tätigen Ärzten, Zahnärzten, Psychologischen Psychotherapeuten sowie nichtärztlichen Heilberuflern (Physiotherapeuten, Hebammen/Geburtshelfern) aus dem Strukturverzeichnis der Versorgung zusammen. Die Rücklaufquote lag bei 22,8 Prozent (704 valide Fragebögen).

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