Zur Zukunft der regionalen Versorgung
Die Kernaussage stützt sich auf erste Ergebnisse einer derzeit laufenden IDZ-Studie zum Berufsbild angehender und junger Zahnärzte. Demnach gaben nahezu 80 Prozent aller befragten Zahnmedizinstudenten an, in ihrer Herkunftsregion tätig werden zu wollen. Diese Verteilung entspreche etwa der Verteilung aktuell zahnärztlich tätiger Zahnärzte, erläuterte Kettler. Neben dem städtischen wurde auch der ländliche Raum als Arbeitsort in Betracht gezogen. Der Sicherstellungsauftrag könne somit mittelfristig gewährleistet werden.
Zur Methodik der Studie
Für die IDZ-Studie wurden in einer ersten Erhebungswelle Zahnmedizinstudenten des 9. und 10. Semesters befragt. Die Fragebögen, insgesamt 1.972, wurden zwischen November 2014 und März 2015 mithilfe der Fachschaften bundesweit an die Studierenden verteilt. 1.367 Zahnmedizinstudenten haben sich an der Umfrage beteiligt (69,3 Prozent). Neben der quantitativen Befragung mittels Fragebögen erfolgte zudem eine qualitative Befragung in sogenannten Fokusgruppen. Diese fanden im Juli und August 2014 in München, Köln und Halle/Saale mit insgesamt 24 Teilnehmern statt.
Die Studie wird fortgeführt. In einer zweiten Erhebungswelle wurden bereits Assistenzzahnärzte befragt, in der dritten Erhebungswelle, diese soll im Frühjahr 2019 stattfinden, junge angestellte und niedergelassenen Zahnärzte.
Wie angehende Zahnärzte künftig arbeiten wollen:
„Aus den Ergebnissen ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass eine regionale zahnärztliche Unterversorgung, vor allem im ländlichen Rau, zu erwarten ist“, schlussfolgert Kettler aus den aktuell vorliegenden Daten. Die Studie liefere jedoch nur Aussagen zu weiträumig gefassten Regionen und Räumen. Laut Kettler könne man hier lediglich von der „Bekundung gewünschter Präferenzen“ statt „konkreter Pläne“ ausgehen – die Aussagekraft der Studie zur Vorhersage des zukünftigen zahnärztlichen Versorgungsgeschehens sei somit limitiert. Dennoch können die Ergebnisse erste Hinweise darauf geben, ob grundsätzlich eine weiträumige Unterversorgung befürchtet werden muss. Dies sei nach Analyse der Antworten der Befragten zur in Frage kommenden zukünftigen Beschäftigungsregion zunächst nicht der Fall.
Quelle: Kettler, N., Frenzel Baudisch, N., Klingenberger, D., Jordan, A.R., „Zukunft der regionalen zahnärztlichen Versorgung, Poster P135, Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, Berlin, 04.-06.10.2017.



