Ständige Impfkommission

Zweite Impfung muss mit demselben Präparat erfolgen

ck/ak
Gesellschaft
Mit dem vorübergehenden Stopp der Impfungen mit AstraZeneca stellt sich die Frage, ob die zweite Dosis nicht auch mit einem anderen Vakzin verabreicht werden könnte. Die Ständige Impfkommission (STIKO) stellt unmissverständlich klar: Nein!

"Eine begonnene Grundimmunisierung muss mit dem gleichen Produkt abgeschlossen werden", heißt es in der am 12. März aktualisierten STIKO-Impfempfehlung ( Epidemiologisches Bulletin 2021, 12: 3–15 ). Bürger, denen beim ersten Termin das AstraZeneca-Vakzin verabreicht wurde, dürfen demnach bei der zweiten Impfung auch nur dieses Präparat erhalten.

Nebenwirkungen: PEI konkretisiert Fälle

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat derweil detailliert über die bislang sieben Fälle informiert, bei denen im zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung mit AstraZeneca eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen auftrat. Drei der sieben Personen sind bereits verstorben.

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Den Informationen des PEI zufolge sind die Betroffenen zwischen 20 und 50 Jahre alt. Sechs sind Frauen im jungen bis mittleren Alter. Sie sind an einer Sinusvenenthrombose erkrankt, einer besonderen Form der Hirnvenenthrombose. „Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen und Thrombosen war medizinisch sehr vergleichbar“, teilte das PEI mit.

Der betroffene Personenkreis gehört nicht zur Risikogruppe

Die Fälle traten innerhalb von vier bis 16 Tagen nach der Impfung mit AstraZeneca auf. Laut PEI wird damit ein vergleichbares Muster erkennbar. Außerdem sei die Zahl von Hirnvenenthrombosen nach der AstraZeneca-COVID-19-Impfung statistisch signifikant höher als normalerweise bei der Bevölkerung ohne Impfung.

Das PEI habe daher eine „Observed-versus-Expected-Analyse“ vorgenommen, mit dem Ergebnis, dass etwa ein Fall zu erwarten gewesen wäre. Auffällig sei auch, dass der von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel betroffene Personenkreis in jüngerem bis mittlerem Alter gar nicht der Personenkreis ist, der zur COVID-19-Risikogruppe gehört.

EMA entscheidet am Donnerstag über AstraZeneca

Der Virologe Prof. Christian Drosten sagte in seinem gestrigen Podcast „Coronavirus-Update“ , dass die Virusmutation B.1.1.7 inzwischen drei Viertel der Fälle in Deutschland ausmache. Laut Robert Koch-Institut ist die Zahl der Neuinfektionen heute binnen 24 Stunden auf 13.435 angestiegen. Vor einer Woche lag sie noch bei 9.146. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 86,2., gestern bei 83,7. Innerhalb von 24 Stunden wurden 249 weitere Todesfälle gemeldet.

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