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+++ 17 Millionen Menschen in Europa leiden an Long-COVID +++ Keine Impfzertifikate für neue Booster +++ Maskentyp beeinflusst Infektionsrisiko +++ RKI: Impfquote stagniert +++


Corona News KW 37

In den ersten beiden Jahren der Pandemie litten in den 53 Mitgliedstaaten der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation mindestens 17 Millionen Menschen an Long-COVID. Das zeigen Berechnungen, die an der School of Medicine der University of Washington, USA, für die WHO durchgeführt wurden. Als Kriterium galt eine Symptomdauer von mindestens drei Monaten in den Jahren 2020 und/oder 2021.

Die Modellierung zeigt einen erstaunlichen Anstieg der zwischen 2020 und 2021 identifizierten neuen Fälle um 307 Prozent, der auf den raschen Anstieg der bestätigten COVID-19-Fälle ab Ende 2020 und im gesamten Jahr 2021 zurückzuführen ist. Sie legt außerdem nahe, dass Frauen doppelt so häufig wie Männer an Long-COVID erkranken. Darüber hinaus steigt das Risiko bei schweren COVID-19-Fällen, die einen Krankenhausaufenthalt benötigen, dramatisch an, wobei eine von drei Frauen und einer von fünf Männern wahrscheinlich lange COVID entwickeln.

Laut des aktuellen Impf-Monitorings des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es derzeit kaum Bewegung bei der Impfquote in Deutschland. Lediglich für die zweite Auffrischimpfung in der Bevölkerungsgruppe ab 60 Jahren lässt sich ein relevanter Zuwachs beobachten, heißt es.

Insgesamt sind mindestens 63,4 Millionen Menschen und damit 76,3 Prozent der Bevölkerung grundimmunisiert. Mindestens 51,6 Millionen, also 62 Prozent haben ein oder zwei Booster-Impfungen erhalten. 18,4 Millionen beziehungsweise 22,1  Prozent sind nach wie vor ungeimpft. Für 4 Millionen Menschen dieser Gruppe im Alter von 0 bis 4 Jahren fehlt bislang ein zugelassenes Vakzin.

Bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen gibt es ebenfalls noch Verbesserungsbedarf, schreibt das RKI. Bislang sind beispielsweise 22 Prozent des Personals in Pflegeheimen lediglich grundimmunisiert und haben noch keinen Booster erhalten.

Laut RKI-Befragungen waren zuletzt 78 Prozent des Krankenhauspersonals dreimal und 9 Prozent viermal geimpft. Weitere 8 Prozent sind zweimal geimpft, 1 Prozent nur einmal geimpft und 4 Prozent ungeimpft. Dabei gab es je nach Berufsgruppe deutliche Unterschiede, heißt es. So gaben 19 Prozent der Ärzte beispielsweise an, bereits eine zweite Auffrischimpfung erhalten haben.

Mitarbeitende des Gesundheitswesens erkranken seltener an SARS-CoV-2, wenn sie beim Kontakt mit Patienten eine FFP2-Maske statt einer chirurgischen Maske tragen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Kohortenstudie. Forschende untersuchten das Infektionsgeschehen von 2.919 Angestellten (Durchschnittsalter 43 Jahre) in sieben Gesundheitseinrichtungen der Ostschweiz, von denen sich bis September 2021 insgesamt 749 Teilnehmer (26 Prozent) mit Corona infiziert hatten.

Bei Mitarbeitenden ohne Patientenexposition betrug die SARS-CoV-2-Positivität 13 Prozent, schreiben die Forschenden, für diejenigen, die Patienten ausgesetzt waren, betrug sie 21 Prozent für Mitarbeitende mit FFP2-Masken und 35 Prozent für diejenigen, die chirurgische Masken verwendeten.

Diese Daten deuteten auf einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber COVID-19-Patienten und dem Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion bei Mitarbeitenden in Gesundheitseinrichtungen hin. Der mutmaßliche Schutz, der durch die Verwendung von FFP2-Masken gewährt wird, stimme mit früheren Daten überein.

Die konsequente Verwendung von Atemschutzmasken und SARS-CoV-2-Impfungen könnte das arbeitsbedingte Risiko für Mitarbeitende, die Patienten mit COVID-19 ausgesetzt sind, erheblich verringern, schließen die AutorInnen. Ob diese Ergebnisse auf neuere virale Varianten anwendbar sind, die ansteckender sind und durch die meisten Impfstoffe weniger neutralisiert werden, bleibe abzuwarten.

Dörr T, Haller S, Müller MF, et al. Risk of SARS-CoV-2 Acquisition in Health Care Workers According to Cumulative Patient Exposure and Preferred Mask Type. JAMA Netw Open. 2022;5(8):e2226816. doi:10.1001/jamanetworkopen.2022.26816

In dieser Woche werden die ersten Chargen der angepassten COVID-19-Impfstoffe ausgeliefert. Digitale Zertifikate gibt es laut der Deutschen Apotheker-Zeitung für die Geimpften jedoch erst einmal nicht. Der Grund: Es fehlen die technischen Spezifikationen und die Datensätze der Europäischen Union. Vorerst bleibe unklar, ob die neuen bivalenten COVID-19-Impfstoffe eine neue Produktkodierung benötigen oder diese unter den bestehenden Produktbezeichnungen „Comirnaty” beziehungsweise „Spikevax” zertifiziert werden müssen, heißt es weiter.

Für die PatientInnen dürfte sich durch die verzögerte Ausstellung der Zertifikate kein Nachteil ergeben, da es aktuell ohnehin nahezu keine Coronaauflagen gibt, schreibt die Zeitung weiter. Laut den europäischen Gesundheitsbehörden EMA und ECDC sollen Menschen ab 60 Jahren, immungeschwächte Personen und Vorerkrankte ab zwölf Jahren – mit dem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf – sowie Schwangere und BewohnerInnen und Personal von Langzeitpflegeeinrichtungen bevorzugt mit den neuen, an Omikron angepassten Corona-Impfstoffen in Europa geimpft werden.

Nachdem es zu Startschwierigkeiten bei der Auslieferung des neuen, an die Omikron-Variante BA.1 angepassten COVID-Impfstoffes kam, kündigte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Nachlieferung an. Arztpraxen, deren Bestellungen für die laufende Woche gekürzt wurden, sollen die noch fehlenden Impfstoffdosen bis Freitag erhalten. Die nächste planmäßige Impfstoff-Lieferung erfolgt dann wieder in der kommenden Woche Montag.

Das BMG versicherte, dass dann ausreichende Mengen des bivalenten Impfstoffs bereitstehen. Arztpraxen könnten erneut bis zu 240 Impfstoffdosen des B.1-Vakzins von BioNTech/Pfizer sowie bis zu 240 Impfstoffdosen des BA.1-Vakzins von Moderna anfordern. Sie können als Auffrischimpfung für alle Personen ab 12 Jahren eingesetzt werden, die eine Grundimmunisierung erhalten haben.

Beide neuen Booster-Impfstoffe sind seit 1. September in der EU zugelassen und konnten vergangene Woche erstmals von den Vertragsärztinnen und -ärzten bestellt werden. Entgegen der Zusage des BMG, dass ausreichend Impfstoff vorrätig sei, wurden viele Praxen von Kürzungen überrascht. Die Bereitstellung der Vakzine erfolgt ausschließlich durch den Bund, ebenso die Vertei­lung.


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