Wissenswertes zum Virus

Corona-News kompakt

+++ WHO warnt vor Long-COVID-Folgen +++ 20,5 Millionen verlorene Lebensjahre weltweit +++ fast 140 Milliarden Euro Staatsdefizit in Deutschland +++ B.1.427/B.1.429 greift in in New York und L.A. um sich +++


Corona-News KW 8

Das Statistische Bundesamt hat in dieser Woche vorläufige Berechnungen zur Entwicklung des Staatshaushalts im vergangenen Jahr veröffentlicht. Demnach verursachte die Coronakrise bislang ein Finanzierungsdefizit des Staates in Höhe von 139,6 Milliarden Euro. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) ergibt sich ein Defizit von 4,2 Prozent. Damit wurde der Referenzwert des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts von 3 Prozent verfehlt - dessen Anwendung wurde allerdings für 2020 und 2021 ausgesetzt.

Konkret sind die Einnahmen des Staates im Krisenjahr 2020 um 3 Prozent gesunken im Vergleich zum Vorjahr 2019: von 1.610,6 Milliarden Euro auf 1.563,0 Milliarden Euro. Die Ausgaben sind im Vergleich zu 2019 um 9,3 Prozent gestiegen: von 1.558,1 Milliarden Euro auf 1.702,6 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen brachen um 6,5 Prozent ein. Zum Defizit tragen vor allem die Konjunkturhilfen von Bund und Ländern bei, wie die sofort- und Überbrückungshilfen sowie die Beschaffung und Bereitstellung von Schutzausrüstung. 

Auch die Sozialleistungen (Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld sowie Renten- und Kindergeldauszahlungen) stiegen um 8,7 Prozent auf somit 593,1 Milliarden Euro signifikant an. Die Sozialversicherungen wirkten hingegen wie ein Konjunkturstabilisator, teilte das Amt mit.

Die riesige internationale Datenbank „Global.health” soll Epidemiologen in Zukunft helfen, wichtige Fragen zum SARS-CoV-2-Ausbruchsgeschehen zu beantworten. Man erhofft sich Erkenntnisse darüber, wie schnell sich neue Varianten unter Menschen ausbreiten, ob Impfstoffe vor ihnen schützen und wie lange die Immunität gegen COVID-19 anhält, erläutern Experten in einem Bericht im Wissenschaftsmagazin Nature.

Im Unterschied zum globalen COVID-19-Dashboard, das von der Johns Hopkins University in Baltimore verwaltet wird und COVID-19-Infektionen und Todesfälle weltweit auflistet, sammelt die neue Datenbank aus verschiedenen Quellen für jeden Fall bis zu 40 zugeordnete anonymisierte Variablen. Dazu gehören unter anderem der Tag des Symptombeginns, das Datum des Positiv-Tests sowie die Reisehistorie des Infizierten.

Einem Medienbericht zufolge blockieren Europa und die USA gemeinsam mit weiteren Industrienationen weiterhin eine Initiative von 58 Ländern, die den Verzicht auf Patentansprüche für die Zeit der Coronavirus-Pandemie fordert. Axel Metzger, Sachverständiger der deutschen Regierung zur Frage Patentschutz in Pandemiezeiten, argumentiert, Zwangslizenzen könnten den deutschen Biotechnologie-Start-ups schaden, da große Pharmaunternehmen dann deren wertvolle Patentportfolios ausnutzen könnten.

Bereits Ende 2020 hatte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sowie die Vertreter der EU vergeblich aufgefordert, die Aussetzung von geistigen Eigentumsrechten während der Covid-19-Pandemie zu ermöglichen. Angesichts weltweit steigender Infektionszahlen müssten die WTO-Mitglieder eine wegweisende Resolution von Indien und Südafrika unterstützen, forderte Ärzte ohne Grenzen seinerzeit, um die Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19 schneller weltweit verfügbar zu machen.

Die Coronavirus-Pandemie kostete weltweit bislang 20,5 Millionen Lebensjahre und damit neun-mal mehr als eine durchschnittliche Grippesaison. Diese Summe errechneten Wissenschaftler in der Studie "Years of life lost to COVID-19 in 81 countries" der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona auf der Grundlage der rund 1,2 Millionen an COVID-19 Verstorbenen.

Dafür haben die Forscher das Lebensalter der Toten mit der durchschnittlichen Lebenserwartung in den jeweiligen Ländern in Beziehung gebracht. Im weiteren Ergebnis ermittelten sie, dass sich der Verlust der Lebensjahre im Mittel auf 16 Jahre beläuft.

Damit treten die Forscher dem Argument von Populisten und Corona-Leugnern entgegen, wonach eine COVID-Erkrankung bei den Personen zum Tod führe, die ohnehin keine lange Lebenserwartung mehr hätten. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme und können höher oder auch niedriger ausfallen.

Zwei Drittel der verstorbenen Personen waren 75 Jahre und älter. Das durchschnittliche Sterbealter liegt bei 72,9 Jahren - das ist hoch. Die jüngeren Verstorbenen haben deutlich mehr Lebensjahre verloren und erhöhen somit den statistischen Gesamtwert.

Männer verlieren zu 45 Prozent mehr Lebensjahre als Frauen. Große Unterschiede gibt es auch zwischen reichen und armen Ländern. Mehr als die Hälfte der verlorenen Lebensjahre betreffen in Staaten mit hohem Durchschnittseinkommen die Altersgruppe der über 75-Jährigen. In Ländern mit mittlerem und niedrigen Einkommen versterben mehr Menschen unter 55 Jahren. Je nach Land gehört COVID-19 nach Herzerkrankungen zu der zweithäufigsten Todesursache.

Pifarré i Arolas, H., Acosta, E., López-Casasnovas, G. et al. Years of life lost to COVID-19 in 81 countries. Sci Rep 11, 3504 (2021). doi.org/10.1038/s41598-021-83040-3

 

In Düsseldorf startet eine Pilotstudie der Heinrich-Heine-Universität (HHU) und dem Gesundheitsamt, um die Übertragungswege von SARS-CoV-2 besser nachzuvollziehen zu können. Dafür werden alle Neuinfektionen der Stadt sequenziert und die Erbgutinformationen analysiert.

Mit der Sequenzierung wird der Aufbau der Erbinformation eines Erregers untersucht. Dadurch kann man quasi den "genetischen Fingerabdruck" von Viren bestimmen und unterschiedliche Stämme eines Erregers im Infektionsgeschehen eindeutig unterscheiden. So ist es möglich, Übertragungsketten mit hoher Genauigkeit zu erkennen und frühzeitig gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Mit dem "genetischen Fingerabdruck" sollen die verschiedenen Virenstämme des Erregers unterschieden und in Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen analysiert werden. Die daraus hervorgehenden Hinweise könnten dem Amt neben den klassischen Daten der Kontaktverfolgung wichtige Hinweise liefern, erläutert Prof. Dr. Jörg Timm, Leiter des Instituts für Virologieam HHU.

Alle neu diagnostizierten Coronavirus-Fälle in Düsseldorf werden innerhalb von 48 Stunden im Zentrum für Medizinische Mikrobiologie, Krankenhaushygiene und Virologie der HHU sequenziert und die Daten dem Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt.

"Eine schnelle Verfügbarkeit der Daten ist für uns wichtig, um diese im Rahmen unserer Kontaktverfolgung und zum Auffinden von Quellclustern auch tatsächlich nutzen zu können", ergänzt Dr. Klaus Göbels, Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamts. Die Düsseldorfer Pilotstudie verfolgt damit ein anderes Ziel als die gerade angelaufene bundesweite genetische Surveillance der Bundesregierung, bei der es vorrangig um einen bundesweiten Überblick über neue Virusvarianten geht.

„Long Covid“-Komplikationen umfassen Muskelschmerzen, Müdigkeit, Atemnot bis hin zu kognitiven Dysfunktionen, Entzündungen oder Thrombosen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun in einem Strategiepapier diese Langzeitfolgen der Pandemie in den Fokus gerückt. Ihr Appell: Politische Strategien müssen darauf ausgerichtet sein, die Komplexität von Long Covid zu berücksichtigen. Vor allem Gesundheitsberufe seien stark betroffen.

Die WHO plädiert für multidisziplinäre Ansätze zur Bewertung der Langzeitfolgen. Angehörige der Gesundheitsberufe benötigten zum Beispiel neue Behandlungspfade und Richtlinien vor allem in der Grundversorgung, die besser auf den Umgang mit der Krankheit abgestimmt sind. Auch Themenfelder wie Arbeitnehmerrechte, Krankengeldzahlungen oder der Zugang zu Unterstützungsgeldern im Krankheits- oder Behinderungsfall sollten Politiker in den Blick nehmen.

Politiker sollten vor allem Maßnahmen Aufmerksamkeit schenken, die Ungleichheiten der Behandlung abbauen. Angesichts der vielen unbeantworteten Fragen zu dieser Situation habe Forschung eine sehr hohe Priorität.

Am Mittwoch erhielt Ghana seine die Lieferung von Coronaimpfstoffen durch die internationale Initiative COVAX in Afrika. Insgesamt wurden 600.000 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca vom Serum Institute of India (SII) aus Pune, Indien, nach Accra, Ghana geschickt. Die Impfstoffe kamen per Flugzeug von Mumbai über Dubai an, wo auch eine Ladung Spritzen aus einem von Gavi finanzierten Vorrat im regionalen Supply Hub von UNICEF eingeladen wurde.

Am heutigen Freitag traf die zweite Impftstofflierung von COVAX an der Elfenbeinküste ein. 504.000 Dosen des AstraZeneca-Vakzins, produziert vom Serum Institute of India, wurden geliefert.

"Wir werden die Pandemie nirgendwo beenden, wenn wir sie nicht überall beenden", sagte WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus . "Der heutige Tag ist ein wichtiger erster Schritt zur Verwirklichung unserer gemeinsamen Vision von Impfstoffgerechtigkeit, aber er ist erst der Anfang. Wir haben noch viel Arbeit mit Regierungen und Herstellern vor uns, um sicherzustellen, dass in den ersten 100 Tagen dieses Jahres in allen Ländern die Impfung von Gesundheitsfachkräften und älteren Menschen beginnt."

Für 2021 will COVAX mindestens 2 Milliarden Impfstoffdosen an teilnehmende Länder rund um den Globus liefern, einschließlich mindestens 1,3 Milliarden geberfinanzierter Dosen an die 92 Teilnehmer der Fazilität mit niedrigerem Einkommen, wie Indien, Nigeria, Pakistan und Vietnam.

COVAX ist eine globale Initiative, in der die Impfallianz Gavi, die Weltgesundheitsorganisation WHO, UNICEF sowie die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) zusammenarbeiten, mit dem Ziel, eine gerechte globale Verteilung von Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen.

Seit Dezember grassiert in Kalifornien die Mutante B.1.427/B.1.429. Sie ist anscheinend nicht nur ansteckender, sondern auch aggressiver. Eine aktuelle Studie der University of California in San Francisco hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Behandlung auf der Intensivstation fünfmal höher liegt als beim Wildtyp von SARS-CoV-2. Die Sterbewahrscheinlichkeit sei sogar elfmal höher.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Mutante zum Monatsende wahrscheinlich 90 Prozent aller Ansteckungen in Kalifornien ausmachen wird. Die Studie zur Mutante B.1.427/B.1.429 ist bislang noch nicht veröffentlicht worden, laut Los Angeles Times wird sie noch geprüft. Es wird erwartet, dass bald auf MedRxiv veröffentlicht wird. 

Wie Forscher der Columbia University berichten, tauchte die Mutation B. 1.526 erstmals in Proben im November in New York auf. Sie zeigt offenbar Ähnlichkeiten zur hochansteckenden südafrikanischen Variante. Laut der Studie weist die Mutation B.1.626 eine Genveränderung im Spike-Protein mit der Bezeichnung E484 auf. Bis Mitte Februar machte sie nach einem Bericht der New York Times rund ein Viertel aller sequenzierten Proben in einer Datensammlung aus.

Die neuen Varianten gelten als besonders gefährlich, da sie ansteckender sind als der Wildtyp. Zudem ist es möglich, dass die bisher zugelassenen Impfstoffe nicht so wirksam gegen die Mutanten sind.

Anthony P. West Jr. et al. „SARS-CoV-2 lineage B.1.526 emerging in the New York region detected by software utility created to query the spike mutational landscape". Published online in bioRxiv on February 23, 2021. Doi: www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.02.14.431043v2.article-info


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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