Wissenswertes

Corona-News kompakt

+++ Große Antikörper-Review +++ mehr Geld für die WHO +++ Remdesivir wird inhalativ getestet +++ schlechte Luft in Klassenzimmern +++ EU-Ratspräsidentschaft +++ Auszeichnung für Drosten-Podcast +++ Was ist eigentlich die gefürchtete „Zweite Welle“? +++ die AOK-Achterbahn


Corona-News KW 26

Remdesivir hat bisherigen klinischen Studien die größte positive Wirkung in der Frühphase einer COVID-19-Erkrankung, bei Patienten noch nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das Virustatikum, einst gegen Ebola entwickelt, wird dazu intravenös verabreicht. Es hemmt RNA-Polymerase der Viren, die diese zur Vermehrung benötigen.

Die intravenöse Vergabe ist in der ambulanten Therapie jedoch unpraktisch. Der Hersteller Gilead hat daher eine neue Verabreichungsform entwickelt. Die inhalative Form soll jetzt getestet werden. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erteilte die Zustimmung für die erste klinische Studie. Gilead lässt diese umgehend anlaufen.

Weiter laufen derzeit Studien zur verträglichen Wirkung bei Kindern, Schwangeren und in der Kombination mit Baricitinib, einem Januskinase-Inhibitor, der immunsuppressiv wirkt, bei schweren COVD-19-Verläufen.

Die Europäische Kommission hat kürzlich eine europäische Strategie zur Beschleunigung der Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von Impfstoffen gegen COVID-19 vorgestellt. Ziel der Strategie sei es, einen möglichst schnellen und gleichberechtigten Zugang zu einem erschwinglichen Impfstoff für alle Menschen in der EU sicherzustellen. Die Kommission wolle dazu Verhandlungen mit allen Impfstoffherstellern aufnehmen, die entweder bereits klinische Prüfungen begonnen haben oder dies noch im Jahr 2020 fest vorhaben und die in der Lage wären, Dosen im erforderlichen Umfang und innerhalb der erforderlichen Fristen zu liefern, heißt es in einem entsprechenden EU-Strategiepapier dazu.

Die EU-Strategie beruht auf zwei Säulen:

  • Sicherstellung der Produktion von Impfstoffen in der EU und einer ausreichenden Versorgung der Mitgliedstaaten durch Abnahmegarantien für Impfstoffhersteller über das EU-Soforthilfeinstrument von 2,7 Milliarden Euro. Zusätzlich zu solchen Garantien sollen weitere Finanzmittel und andere Formen der Unterstützung bereitgestellt werden.
  • Anpassung des EU-Rechtsrahmens an die derzeitige Dringlichkeit und Nutzung der bestehenden regulatorischen Flexibilität, um unter Einhaltung der Standards für die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen die Entwicklung, Zulassung und Verfügbarkeit von Impfstoffen zu beschleunigen.

Um Unternehmen bei der raschen Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs zu unterstützen, will die Kommission im Namen der Mitgliedstaaten Garantien mit einzelnen Impfstoffherstellern vereinbaren. Im Gegenzug für das Recht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine bestimmte Anzahl von Impfstoffdosen kaufen zu können, wird die Kommission einen Teil der Vorlaufkosten der Impfstoffhersteller finanzieren. Dies erfolgt in Form von Abnahmegarantien.

Frankreich, Deutschland, Italien und die Niederlande hätten durch die Bildung einer „Inklusiven Impfallianz“ bereits einen wichtigen Schritt zur Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten unternommen, heißt es bei der EU-Kommission dazu.

Bereits vor der Corona-Pandemie hat ein Untersuchungsprojekt der Freien Universität Bozen unter Beteiligung der Universitäten von Venedig, Trient und Padua die Luft in italienischen Klassenzimmern untersucht. Die Luftqualität ließ hier größtenteils zu wünschen übrig: Die Messungen ergaben, dass in 75 Prozent der Zeit die empfohlene CO2-Höchstbelastung von 900 ppm überschritten war. In 95 Prozent der Messungen wurde die Frischluftzufuhr nicht ausreichend eingehalten.

Dieses Ergebnis wird nun mit Sorge betrachtet hinsichtlich der Schulöffnung im Herbst, wenn 8 Millionen Schüler zurück in die Klassenräume kehren. Immerhin wurde bei 84 Prozent der Messungen der Sollwert der empfohlenen Raumtemperatur eingehalten. Strategisches Vorgehen, wie lüften, filtern und die Schüler in kleine Gruppen aufteilen, könnte helfen.

Bei der Untersuchung wurde rund 90 Sensoren in 25 Schulzimmern installiert, die eine kontinuierliche Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2-Konzentration und Beleuchtungsstärke durchführten. Nach dem Raumkomfort gefragt, waren nur 43 Prozent der Schüler der Oberschule I.I.S. Margherita Hack in Morlupo in der Provinz Rom zufrieden. Neben der schlechten Luft war ihnen häufig die Temperatur nicht angenehm.

Die Cochrane Deutschland Stiftung (CDS) bündelt in einem Review alle Untersuchungen zur Antikörpertests und deren Genauigkeit. Deren Einsatz ist vor allem für die Feststellung von bereits infizierten Personen relevant und lässt Schätzungen zur Gesamtzahl der Infizierten und der Herdenimmunität zu. Dabei hebt die Untersuchung noch einmal hervor, dass es wichtig ist, zu welchem Zeitpunkt der Infektion getestet wurde. In der ersten Woche einer Infektion ist der Antikörper-Titer noch zu niedrig und das Testergebnis somit gegebenenfalls nicht vollständig. In der zweiten Woche können genauer und zuverlässiger Ergebnisse erfasst werden.

Die Wissenschaftler betonen, dass in dem Review auch deutlich wird, dass sie nach der Auswertung der Studien nicht beurteilen können "... wie gut die untersuchten Tests mehr als fünf Wochen nach Beginn der Symptome funktionieren." Da die meisten Antikörpertests in Krankenhäusern durchgeführt wurden, ist kaum eine Aussage zur Übertragbarkeit auf leichte oder symptomlose Krankheitsverläufe anzustellen. "Auch lässt sich zudem noch nicht beurteilen, ob eine überstandene Erkrankung mit COVID-19 den Betroffenen eine Immunität gegen künftige Infektionen verleiht", schreibt das Forscherteam um Jonathan Deeks.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sicherte der Weltgesundheitsorganisation beim Besuch in Genf weitere finanzielle Mittel zu. Mit der Summe von 500 Millionen Euro kommt der höchste, je von Deutschland bereitgestellte Betrag zusammen, erklärte der Minister. Anfang Juli muss noch das Parlament zustimmen.

Während der Corona-Pandemie hatte die deutsche Regierung bereits 200 Millionen Euro für die Eindämmungsmaßnahmen an die WHO gezahlt. Die weiteren Mittel sollen unter anderem für Beatmungsmaschinen und Schutzmittel verwendet werden und als Zeichen der internationalen Solidarität funktionieren. „Wir stehen zusammen, um globale Gesundheitsprobleme zu bekämpfen“, betone Spahn in Genf.

Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, hat für seinen NDR Info Podcast „Das Coronavirus-Update“ den Grimme Online Award erhalten. Seit Ende Februar beantwortet er Fragen zur aktuellen Situation der Pandemie, erklärt Zusammenhänge und erzählt, wie er die schwierige Zeit erlebt. Er berät Politiker, gibt viele Interviews, hat in den vergangenen Monaten viel Lob erhalten, aber auch Kritik einstecken müssen. Jetzt hat immerhin in Bezug auf den Podcast Sommerpause.

Viele sprechen von ihr, die meisten fürchten sie: die „Zweite Welle“. Experten rätseln, wann möglicherweise eine erneute Corona-Erkrankungswelle über das Land rollen wird. Doch wie ist der Begriff eigentlich genau definiert? Wie viele Neuerkrankungen pro Tag braucht es, um eine zweite Welle auszurufen? zm hat beim RKI nachgefragt: „Eine etwaige zweite Infektionswelle ist nicht genau definiert“, erklärt eine Sprecherin. 

Grundsätzlich gehe man davon aus, dass die Zahl der Infizierten zuerst massiv sinkt um dann neuerlich schnell anzusteigen. Wie viele Neu-Infizierte es für eine „Zweite Welle“ braucht, hat bisher allerdings niemand zahlenmäßig festgelegt. Fest steht: Derzeit gibt es keine Zweite Welle, die Ausbrüche in Gütersloh und Berlin sind, so die RKI-Sprecherin, lokal begrenzt und unter Kontrolle und deshalb nicht als Teil eines neuen Ausbruchs-Hochs einzuordnen.

Die AOK Nordost hat die Zahlen der Krankmeldungen ihrer Mitglieder seit Beginn der Corona-Pandemie untersucht. Ergebnis: Der Verlauf gleicht einer Achterbahn-Fahrt. Die im März eingeführten Kontaktbeschränkungen haben nicht nur die Ausbreitung des Coronavirus stark eingedämmt, sondern auch die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten, Lungenentzündungen, Magen-Darm-Infektionen und der Grippe. Am 20. März war die Corona-Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung eingeführt worden. Anfang April waren im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2016 bis 2019 noch fast drei Mal so viele Arbeitnehmer wegen einer akuten Erkrankung der oberen Atemwege krankgeschrieben.

Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, sagt: „Unsere Versichertendaten zeigen eindrucksvoll, dass sich im Mai deutlich weniger Menschen mit ansteckenden Krankheiten infizierten als sonst um diese Jahreszeit üblich. Wir werden diese Analysen weiter differenzieren und beobachten. Eine Annahme ist, dass sich die meisten Menschen offenbar sehr konsequent an die Abstandsregeln gehalten haben. Diese Disziplin sollten wir auch nach Auslaufen der Kontaktbeschränkungen beibehalten, um die Pandemie weiter unter Kontrolle zu haben.“

Mit dem Update des Betriebssystems watchOS 7 liefert Apple für seine Apple Watch eine automatische Erkennung des Händewaschens. Das Gerät erkennt dazu typische Handbewegungen mittels Sensoren und über das eingebaute Mikrofon Seifen- oder Wassergeräusche. Dadurch wird ein 20 Sekunden-Timer gestartet, der auch stoppt, wenn die typischen Bewegungen ausbleiben.

Wer brav putzt, kann auf dem Bildschirm der Uhr kleine zerplatzende Seifenblasen-Zahlen beobachten und bekommt am Ende eine Erfolgsmeldung. Wer vorzeitig stoppt, wird dazu angespornt, sich weiter die Hände zu waschen. Außerdem kann die Apple Watch ihren Träger bei der Rückkehr ins heimische WLAN auch daran erinnern, sich die Hände zu waschen.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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