Hobbyforscher entdeckt Überreste eines Urelefanten

Ein Großmaul-Molar kommt selten allein

Molaren von Elefanten zu finden: in Europa ungewöhnlich. Molaren eines Urelefanten aufzuspüren: ein Sechser im Lotto. Den fiktiven Lottogewinn der Geologie strich ein Elektroingenieur vom Bodensee ein.

Dieser Backenzahn eines Urelefanten (Gomphotherium subtapiroideum oder Zygolophodon turicensis) ist vermutlich 15 Millionen Jahre alt. Gefunden wurde er von einem deutschen Hobbygeologen in Vorarlberg/Österreich. Erich Riedisser-Wegner

Der Allgäuer Elektroingenieur Erich Riedisser-Wegner war in Österreich auf der Suche nach „Eichenberger Kugeln“: Kalkkrusten um Schilfstängel, Muschelschalen oder Schnecken.

Während Riedisser-Wegner mit dem Spachtel Schicht um Schicht abtrug, weckten ungewöhnlich harte, glatte Fragmente sein Interesse. Wie der Hobby-Geologe den zm erläuterte, vermutete er zuerst Korallen (aufgrund des fehlenden Zahnschmelzes), Knochen oder eben Zähne hinter den Bruchstücken.

Riedisser-Wegner schickte Bilder an die inatura, das naturwissenschaftliche Museum des Bundeslandes Vorarlberg. Dort konnte man den Fund als Zähne von einem Großsäuger identifizieren. Die genauere Bestimmung übernahm der Fossilpräparator Urs Oberli aus St. Gallen, der in monatelanger Arbeit 1.000 Bruchstücke zu drei mächtigen Backenzähnen zusammensetzte. Das Besondere daran sei, dass die Zähne, sobald sie abgekaut waren, nachgewachsen sind. Falls es zu diesem Zeitpunkt schon Menschen gegeben hätte, zudem zahnmedizinisch bewanderte Veterinäre, hätten diese also – rein theoretisch – im Fall des Rüsseltiers wenig zu tun gehabt.

Bislang entdeckte er immer nur versteinerte Schnecken

Ursula Göhlich vom Naturhistorischen Museum Wien ordnete die Funde vorläufig einem Gomphotherium subtapiroideum zu, schloss einen verwandten Urelefanten namens Zygolophodon turicensis aber noch nicht aus. „Mein erstes Fossil“, freute sich der 38-jährige Ingenieur gegenüber den zm, der in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines schwäbischen Mischkonzerns tätig ist. Sonst habe er immer nur versteinerte Schnecken entdeckt.

Der Urelefant verendete wahrscheinlich vor 15 Millionen Jahren am Ufer eines mit Palmen bestandenen Sees, in subtropischem Klima. Wer den Fund selbst in Augenschein nehmen möchte: Nächstes Jahr will die inatura in Dornbirn ihre Ausstellung umstellen und wird dann wohl auch die Zähne des Urelefanten zeigen.

Übrigens wurde der stolze Entdecker - neben vielen anderen - schon von Arzt, MFA und Apotheker auf seine Funde angesprochen: "Diese Woche muss ich zum Zahn-Check. Mal sehen, was ich dann zu hören bekomme."

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