Gesellschaft

Ein Zahnarzt in Indien (4)

Ein Elefantenritt, waghalsige Autofahrten, gutes Essen und ein scheußliches Hotelzimmer - meine Zeit in Indien ist ein Abenteuer. Auch die Zahnheilkunde wird hier gänzlich anders praktiziert als bei uns in Deutschland.

Mein Aufenthalt in Indien war - nicht nur bezogen auf die Zahnmedizin - ein Abenteuer. Dubau

Eine lange Menschenschlange zieht musizierend durch die Straßen. Unser indischer Producer erklärt, das sei eine Prozession zu Ehren des Elefantengottes Ganesha - mit "normalem Aufwand". Dubau
Silberne Pferdekutschen, Kamele und Elefanten und hunderte geschmückte Frauen und Männer sind dabei. Dubau
Männer trommeln und spielen laut Trompete - ein mitreißender Rhythmus! Dubau
Ruckzuck ist springt das Kamerateam aus dem Auto ... Dubau
... und filmt das bunte Treiben. Dubau
Auch der mächtige Elefant erreicht unsere Höhe. Dubau
Und der "Dompteur" macht Zeichen, ich solle zu ihm kommen. Ein Ritt auf einem Elefanten? Mir ist mulmig, aber ich will nicht unhöflich sein. Dubau
Für die Kamera ein willkommenes Motiv, aber ich fühle mich nicht so gut hier oben. Dubau
Nach dem Essen: Um die einzelnen Currys und Beilagen voneinander getrennt zu servieren, werden die Speisen traditionell auf Thalis, kleinen Metalltabletts, serviert. Dementsprechend viel muss nachher gespült werden. Dubau
Schließlich wird es dunkel in Jaipur - diese Abendstimmung finde ich einfach schön. Dubau
Um zum Kollegen Mathur zu gelangen, brettern wir wieder in halsbrecherischem Tempo durch die halbe Stadt. Ich kriege ein paar graue Haare mehr, die anderen Verkehrsteilnehmer scheinen dagegen tiefenentspannt zu sein. Dubau
Die Dunkelheit tut dem auten und bunten Treiben auf den Straßen keinen Abbruch. Dubau
Und schließlich bin ich wieder in meinem Hotelzimmer. Heimelig geht anders. Dubau

Noch ganz benommen - und eingenommen - von den Eindrücken der vergangenen Stunden in der kleinen Zahnarztpraxis drängeln wir uns in dem kleinen Pkw des indischen Producers durch die belebte Stadt, um die Mittagspause in einem kleinen Restaurant zu verbringen.


Hilfe für Sanjeev

Liebe Freunde, Bekannte, Verwandte, liebe Kollegen, liebe Leser!
 
Im November 2014 durfte ich für die euch bekannte WDR-Doku - mit Marika Liebsch, Jürgen Dahlhoff und Moritz Jaegel - nach Jaipur, Indien, reisen und lernte dort Sanjeev kennen. Er arbeitete dort als Fahrer für ein Taxi-Unternehmen, fuhr uns 10 Tage lang jeden Tag und hatte immens großen Anteil am Erfolg dieses Projekts. Sanjeev war/ist die Pünktlichkeit in Person - absolut integer, fleißig und vor allem ein herzensguter Mensch.

Wir freundeten uns an und haben seitdem Kontakt, leider nicht mehr persönlich, sondern nur über E-Mail und WhatsApp. Kürzlich bat er uns um Hilfe, da sein Taxi-Unternehmen durch einen Unfall kurz vor dem Aus steht. Das hieße für Sanjeev, dass er und seine Familie ihr Haus verlieren und auf der Straße landen. Sanjeev bat uns NICHT um Geld, er fragte, ob wir ihm einen Job in Deutschland verschaffen könnten.

Das ist uns nicht möglich, vor allem nicht in der erforderlichen Eile. Jedoch können wir über diese Plattform versuchen, ihn finanziell zu unterstützen. Wir haben ihm bereits eine erste finanzielle Unterstützung von 300 Euro geschickt, damit er kurzfristig eine Bleibe für sich und seine Familie findet. Um wieder arbeiten zu können und sein Unternehmen zu retten, muss er sein Auto reparieren lassen.
 
Wer hilft mit und rettet ihn, seine Frau und seine Kinder vor der Obdachlosigkeit?
Jeder Cent hilft! Wenn jeder einen Euro gibt, hilft das schon eine Menge.
 
Klickt einfach auf den Link und teilt mit Freunden und Bekannten (WhatsApp, Facebook....) Herzlichen Dank für eure Unterstützung,
Hannes

Hilfe für Sanjeev


Es geht nur sehr langsam voran - trotzdem kommen meine Gedanken nicht hinterher. Da sehen wir auf der anderen Straßenseite eine lange Menschenschlange: bunt, laut, musizierend. Silberne Pferdekutschen, Kamele und Elefanten sind dabei, hunderte geschmückte Frauen und trommelnde, trompetende Männer, die Rhythmen produzieren, denen selbst ich folgen kann, die mich mitnehmen wollen.

Aus sicherer Entfernung im Auto sitzend, versuche ich das bunte Treiben zu beobachten, während ich mich frage, ob und welchen Anlass es wohl für diese beeindruckende "Aufführung" geben könnte. "Raus! Raus! Raus!" ruft auf einmal jemand laut im Auto, "Hannes! Los, raus!" Mir wird ein Mikro angesteckt - ich weiß überhaupt nicht, was los ist.

Die Autotür fliegt auf, das Kamerateam schwirrt aus, ich werde einigermaßen sanft, aber bestimmt Richtung Umzug gestupst und soll mich unter die Menge mischen. Das Kamerateam scheint raketenschnell einen gemeinsamen Plan entwickelt zu haben, jeder ist beschäftigt, und ich lasse notgedrungen alles auf mich zukommen.

Der Elefantenritt: Das Glück der Erde liegt nicht auf dem Rücken der Dickhäuter

Stolze Frauen in tollen Gewändern ziehen an mir vorbei. Eine Gruppe älterer Männer marschiert Trompete spielend hinterher. Es folgt eine Gruppe mit einem Elefanten. Das mächtige Tier erreicht meine Höhe, der "Dompteur" bedeutet, ich solle zu ihm kommen - wahrscheinlich weil ich aussehe, als hätte ich noch nie einen geschminkten, geschmückten Elefanten aus der Nähe gesehen, geschweige denn, angefasst. Womit er nicht Unrecht hat ...

Er zeigt mir, wie ich den Elefanten streicheln kann, das Tier scheint mir wohlgesonnen zu sein. Ich muss an die Zeig-bloß-keine-Furcht- und an die Tiere-können-Angst-riechen-Regel denken und fange an zu schwitzen.

Als ich dann hinauf klettern soll, um auf seinem Rücken Platz zu nehmen, ziere ich mich ein wenig, finde es aber dann doch unhöflich, abzulehnen. Für die Kamera ein willkommenes Motiv, wobei mich schon beim Aufstieg ein ungutes Gefühl beschleicht.

Der traurige Blick des großen Tiers verfolgt mich und ich fühle mich nicht gut dabei. Nach ein paar Schritten zusammen mit einer eine Elefantenmaske tragenden Person darf ich wieder hinunter klettern. Ich bedanke mich brav mit zitternden Knien bei dem traurigen Dickhäuter und seinem "Herrchen" und schaue ihnen noch eine Zeit nach.


Alle bisher erschienenen Teile "Ein Zahnarzt in Indien"

Ein geregelter Alltag nach Plan, Arbeit und Privatleben fließen ruhig dahin, ein Gefühl der Zufriedenheit bestimmt mein Leben. Bis eine E-Mail einer alten Bekannten eintrifft, die alles verändert, auf den Kopf stellt, hinterfragt, bewusst macht, beleuchtet.

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Wenige Tage vor meiner geplanten Abreise nach Indien erreicht mich noch eine E-Mail von Marika mit dem voraussichtlichen Reiseverlauf. Und einer Anregung: Da ich in den Familien der zahnärztlichen Kollegen leben soll, wäre es natürlich schön, ich brächte den Familienmitgliedern ein paar Dinge mit, die typisch sind für meine Wahlheimat und mich. Ach ja: Vielleicht könnte ich ja auch musizieren oder etwas kochen.

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Der erste Tag in Jaipur: Heute treffe ich meinen Kollegenzahnarzt Dr. Mathur, um einige Tage mit ihm in seiner Praxis zu behandeln. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet.

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Ein Elefantenritt, waghalsige Autofahrten, gutes Essen und ein scheußliches Hotelzimmer - meine Zeit in Indien ist ein Abenteuer. Auch die Zahnheilkunde wird hier gänzlich anders praktiziert als bei uns in Deutschland.

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In der Menschenmenge mit den tanzenden Frauen, den Trommeln und Trompeten fühle ich mich wieder etwas wohler, kann langsam meine Gedanken abwenden und mich dem Farben- und Klangrausch hingeben. Gänsehaut überkommt mich, während ich versuche, diese ganzen Eindrücke zu verarbeiten und einzuordnen. Erst später sollte ich mehr über die Bedeutung der Elefantenmaske erfahren ...

Noch lange nach der Begegnung mit dem Elefanten mache ich mir Gedanken über die Tierhaltung, die in Indien eine ganz andere ist als bei uns. Sicher werden die Tiere gut behandelt, jedoch wünsche ich ihnen ein Leben in Freiheit statt geschminkt in einer lärmenden Menschenmenge mitzutrotten und sich von Touristen anfassen zu lassen und als Reittier zur Verfügung zu stehen.

Zudem ist das Zähmen der Elefanten langwierig und grausam, wobei der Ausspruch "Zuckerbrot und Peitsche" gut zutrifft, denn der Dressierende muss den gefesselten Elefanten über Wochen hinweg zum "Einbrechen" bringen, aber gleichzeitig mithilfe von Musik, Nahrung und beruhigenden Worten sein Vertrauen gewinnen.

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