Anfragen bei den Giftinformationszentren zu E-Zigaretten

Häufigster Zwischenfall: Kind verschluckt Liquid

Während es den USA nach dem Dampfen in über 2.000 Fällen zu teils schweren Lungenschädigungen und 47 Todesfällen kam, geht es bei uns meist um das unbeabsichtigte Verschlucken der e-Liquids - oft durch Kinder.

Das versehentliche Verschlucken von Liquids stellt mit 82 Prozent der Fälle den häufigsten Grund für Anfragen zu E-Zigaretten bei den Giftinformationszentren dar. Oft sind Kleinkinder betroffen. Eltern sollten E-Zigaretten und e-Liquids daher kindersicher aufbewahren.

Wie eine Auswertung der Anfragen bei den Giftinformationszentren in Deutschland durch die Gesellschaft für Klinische Toxikologie und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ergab, wurden anhaltende Atembeschwerden und Lungenschäden nach dem Inhalieren, wie es sie in den USA gab, hierzulande nicht festgestellt. Dennoch gab es auch zwei schwere Fälle nach dem Verschlucken von Nachfülllösungen, die als lebensbedrohlich eingestuft wurden. Das BfR rät daher, E-Zigaretten und e-Liquids kindersicher aufzubewahren.

Dampfer sollten das Liquid für ihre E-Zigaretten nicht selbst herstellen. Auch von E-Zigaretten und Liquids unklarer Herkunft und Zusammensetzung sei abzuraten, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

mehr
„Trotz der nun vorliegenden Ergebnisse müssen wir hinsichtlich des Gebrauchs von E-Zigaretten weiter wachsam sein“, sagt BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel. „Vor allem raten wir nachdrücklich davon ab, Liquids selbst zu mischen.“

US-Studie zu E-Zigaretten

Ein Review aus den USA greift das Thema der sich häufenden Meldungen von Lungenerkrankungen im Zusammenhang mit dem Dampfen auf und ordnet es mittels Fallanalysen wissenschaftlich und medizinisch ein.

mehr

 

 

Nach Kontakt mit E-Zigaretten oder E-Liquids

851 Vergiftungen und Vergiftungsverdachtsfälle

Im Pilotprojekt Monitoring von Vergiftungen („PiMont“-Studie) wurden in Deutschland 851 Vergiftungen und Vergiftungsverdachtsfälle nach Kontakt mit E-Zigaretten oder E-Liquids registriert, nur in 8 Prozent wurde dabei ein bestimmungsgemäßer Gebrauch (Einatmen, Inhalation) angegeben.

Das versehentliche Verschlucken von Liquids stellt mit 82 Prozent  der Fälle den häufigsten Grund für Anfragen zu E-Zigaretten bei den Giftinformationszentren dar. Oft sind Kleinkinder betroffen. Das in E-Liquids meist enthaltene Nikotin kann beim Verschlucken schon in geringen Mengen zu erheblichen Gesundheitsbeschwerden führen, wie starkem Erbrechen. Bei der Aufnahme größerer Mengen von Nikotin kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen kommen. E-Liquids sollten daher immer in dafür geeigneten, etikettierten Behältnissen mit kindergesichertem Verschluss aufbewahrt werden.

Im Zeitraum Mai 2018 bis Februar 2019 wurden in der PiMont-Studie insgesamt 167 Vergiftungsfälle und Fälle mit Vergiftungsverdacht genauer erfasst: Nach Einatmen des Dampfes hatten die Patienten in über 90 Prozent der Fälle keine oder nur leichte Symptome. Sieben Fällen wurde ein mittlerer Schweregrad zugeordnet, davon sechs Fälle nach Verschlucken und ein Fall mit wiederholtem Erbrechen nach Einatmen. Bei zwei Patienten kam es zu schwerer Vergiftung; in diesen beiden Fällen hatten die Betroffenen starke Bewusstseinsstörungen und weitere Symptome, nachdem sie ein E-Liquid verschluckt hatten.

Die Fallsammlung zu E-Zigaretten ist eines von acht Teilvorhaben in der PiMont-Untersuchung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Beteiligt an der PiMont-Studie sind neben dem BfR die Gesellschaft für Klinische Toxikologie und alle acht deutschen Giftinformationszentren. Die Datensammlung erfolgte für den Zeitraum Januar 2015 bis November 2017 sowie prospektiv mit umfassenderen Fallberichten für Mai 2018 bis Februar 2019.  Ergebnisse werden in Kürze in einem Abschlussberichts veröffentlicht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

25077272502232250223325022342507728 2507729 2502236
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare