Cochrane Review

Paxlovid reduziert bei Hochrisikopatienten Todesfälle

Paxlovid scheint bei nicht geimpften Hochrisikopatienten Todesfälle zu verringern und ihren Zustand zu verbessern. Zu dem Egebnis kommt ein aktueller Cochrane-Review.

Im untersuchten Zeitraum von 28 Tagen reduzierte Paxlovid Krankenhauseinweisungen und Todesfälle im Vergleich zu einer Placebobehandlung. Die Evidenz dieser ersten Studie zum Präparat wird von den Cochrane-AutorInnen jedoch als niedrig eingestuft. J.A. - stock.adobe.com

Mit der Kombination aus den Wirkstoffen Nirmatrelvir und Ritonavir ist seit Januar 2022 das Arzneimittel Paxlovid zum Einnehmen zur COVID-Behandlung auf dem Markt. Nirmatrelvir wirkt direkt gegen das Virus. Ritonavir erhöht die Wirksamkeit von Nirmatrelvir, indem es dessen Abbau blockiert. Ritonavir kann allerdings mit vielen anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten, was zu unerwünschten Wirkungen führen kann.

AutorInnen der Cochrane Infectious Diseases Group an der Uniklinik Köln haben nun die Studienlage zur Wirksamkeit von Paxlovid gesichtet und in einem „lebenden“, also fortlaufend aktualisierten systematischen Review zusammengefasst. Zum Stichtag 1. Juli 2022 wurden in die randomisiert kontrollierte Studie 2.246 Teilnehmende eingeschlossen. Die Evidenzlage wird sich aber vermutlich schon bald ändern, da die Cochrane-AutorInnen acht weitere, noch laufende Studien identifizierten.

In der vorliegenden Studie wurden mit dem Präparat nicht geimpfte COVID-PatientInnen behandelt, die ein erhöhtes Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung hatten, bis dahin aber nur Zuhause leichte Symptome zeigten. Die Behandlung begann innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten der ersten Symptome.

Cochrane: Erste Studie liefert nur schwache Evidenz

Für diese spezielle Gruppe ungeimpfter HochrisikopatientInnen schien Paxlovid im untersuchten Zeitraum von 28 Tagen Todesfälle und Krankenhauseinweisungen im Vergleich zu einer Placebobehandlung zu verringern. Die Evidenz wird von den Cochrane-AutorInnen jedoch als niedrig eingestuft, da insgesamt nur wenige Todesfälle und Krankenhauseinweisungen vorkamen und dass die Art und Weise der Ergebnisanalyse zu systematischen Fehlern geführt haben könnte.

Bei Älteren, die häufig noch andere Medikamente einnehmen müssen, könne es zu Arzneimittelwechselwirkungen und in der Folge zu unerwünschten Wirkungen kommen. Als behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse traten in der Studie vor allem Geschmacksstörungen und Durchfall auf.

Europäische Arzneimittelbehörde verlängert Haltbarkeit von Paxlovid

Zuletzt wurde in der Presse diskutiert, dass die ersten Chargen Paxlovid bereits im November 2022 verfallen. Grund hierfür ist, dass das Mittel in einem beschleunigten Verfahren zugelasse wurde. Dadurch fehlten auch Daten zur langfristigen Stabilität der Wirkstoffkombination, die deshalb zunächst nur mit kurzer Haltbarkeitsdauer zugelassen wurde. Inzwischen hat der Hersteller Pfizer jedoch neue Stabilitätsdaten vorgelegt und die Haltbarkeitsdauer wurde von der Europäischen Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency, EMA) auf 18 Monate verlängert. Viele Packungen sind allerdings noch mit dem alten Aufdruck versehen, nach dem sie in den nächsten Monaten ablaufen.

Reis S, Metzendorf M-I, Kuehn R, et al., Nirmatrelvir combined with ritonavir for preventing and treating COVID‐19. Cochrane Database of Systematic Reviews 2022, Issue 9. Art. No.: CD015395. DOI: 10.1002/14651858.CD015395.pub2.

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