Ansteckungsrisiko von SARS-CoV-2

Reproduktionszahl sinkt unter eins

Die Reproduktionszahl R fällt auf 0,7 und damit auch das Risiko der Ansteckung. Auch die Zahl der Neuansteckungen sinkt laut Robert Koch-Institut (RKI) leicht.

Die Reproduktionszahl ist die entscheidende Kennziffer in der Pandemie: Sie zeigt an, wie viele Menschen von einer infizierten Person weiter angesteckt werden. Adobe Stock_OSORIOartist

Dank der getroffenen und vom Großteil der deutschen Bevölkerung eingehaltenen Maßnahmen, sinkt die Reproduktionszahl R von SARS-CoV-2 weiter. Nach aktuellem Stand steckt ein Infizierter knapp eine weitere Person an: R beläuft sich derzeit auf 0,7, wie das RKI gestern in seiner Statistik meldete. Je geringer die Zahl R wird, desto mehr wird die Epidemie entschleunigt und entschärft.

R steht für die Ansteckungsrate, das heißt, wie viele Personen durch einen Infizierten im Durchschnitt angesteckt werden. Sinkt die Reproduktion, reduziert sich auch das Ansteckungsrisiko. Experten sehen daher die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, wie die Kontaktbeschränkungen, das Versammlungsverbot und die soziale Distanzierung, bestätigt.

R gilt daher als wichtiger Indikator für den Verbreitungsverlauf und die Kontrolle über das Virus. Lag die Zahl Anfang März noch bei drei und darüber, war sie einen Monat später bereits auf 1,3 gesunken.

Warum die Zahl R alles entscheidend ist

Die Zahl ist aber eine Momentaufnahme. Nach Berechnungen des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung würde schon die kleinste Änderung in Form eines Anstiegs die Lage erneut verschärfen und sofortiges Handeln erfordern. Bereits bei einem Wiederanstieg der Reproduktionszahl auf 1,3 würde es zu einer drastischen Zunahme von SARS-CoV-2-Fällen kommen und das System binnen weniger Wochen stark belasten. Laut Helmholtz-Zentrum müssten dann rund eine Millionen Menschen ins Krankenhaus.

Spahn: "Das Virus ist beherrschbar geworden!"

Grundlage für die Errechnung ist die Annahme des RKI, dass jede Neuansteckung derzeit rund vier Tage braucht. Einfluss auf R haben zudem die durchgeführten Tests und ihre Ergebnisse. Die Quantität der Tests nimmt derzeit stetig zu, während es weniger Neuansteckungen und immer mehr Genesene gibt. Die Datenbasis für die Auswertungen und Analysen bilden alle behördlich gemeldeten Fälle in der Bundesrepublik.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bilanzierte auf der Bundespressekonfernz am Freitag: "Das Virus ist beherrschbar geworden." Die "Vollbremsung" des öffentlichen Lebens, die die Bundesregierung veranlasst hatte, war seiner Erkenntnis nach erfolgreich.

WHO nennt die Bedingungen für eine Lockerung

Europa ist weiterhin die mit am stärksten von der Pandemie betroffene Region. Rund 50 Prozent aller SARS-Cov-2-Infektionen werden hier registriert. Die kommenden Wochen sind daher entscheidend, erklärt Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa.

"Bei jedem Schritt zur Lockerung von Beschränkungen und hin zu einer Übergangsphase müssen wir gewährleisten, dass:

  1. die Evidenz zeigt, dass die Übertragung von COVID-19 unter Kontrolle ist.
  2. es im öffentlichen Gesundheitswesen und im Gesundheitssystem, auch in Krankenhäusern, genügend Kapazitäten gibt, um Kontaktpersonen zu identifizieren, zu isolieren, zu testen, nachzuverfolgen und sie unter Quarantäne zu stellen.
  3. die Risiken eines Ausbruchs in hoch gefährdeten Umfeldern – insbesondere in Pflegeheimen für ältere Menschen, psychiatrischen Einrichtungen und wo Menschen unter beengten Umständen leben – minimiert werden.
  4. an Arbeitsplätzen Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden – etwa die Gewährleistung von Abstandhaltung, Einrichtungen für das Händewaschen und Atemhygiene.
  5. das Risiko einer Einschleppung beherrscht werden kann.
  6. Gemeinschaften in der Übergangsphase eine Stimme haben und sich engagieren."

Quelle: Presseerklärung von Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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