„Monitor Pati­en­ten­si­cher­heit” der Techniker Krankenkasse (TK)

Sechs von zehn Menschen fürchten Infek­tion mit Klinik­keim

60 Prozent der Deutschen halten es für wahrscheinlich, sich im Krankenhaus mit einem multiresistenten Erreger zu infizieren, zeigt ein Report der TK. Jede(r) Zweite sorgt sich auch vor Fehldiagnosen und Corona.

Der TK Monitor Patientensicherheit 2022 der Techniker Krankenkasse (TK) dokumentiert die Sorgen von Patienten, die im Zusammenhang mit einer klinischen oder ambulanten Behandlung auftreten – und er zeigt: viele sind weit verbreitet. lightpoet - stock.adobe.com

Knapp ein Drittel der Befragten hält es für sehr oder ziemlich wahrscheinlich, dass Patientinnen und Patienten durch eine medizinische Behandlung innerhalb oder außerhalb eines Krankenhauses zu Schaden kommen. Nach konkreten Vorkommnissen gefragt, werden die einzelnen Risiken allerdings deutlich höher eingeschätzt.

Sich selbst mit einem gefährlichen Krankenhauskeim anzustecken, halten die meisten Befragten für wahrscheinlich (60 Prozent) ebenso wie das Risiko, eine falsche Diagnose zu erhalten (50 Prozent).

Sechs von zehn Menschen halten die Ansteckung mit Krankenhauskeimen für wahrscheinlich. Jeder Vierte vermutet OP-Fehler. | TK-Monitor Patientensicherheit 2022

Auch eine „Infektion mit dem Coronavirus” im Rahmen einer medizinischen Behandlung wird von 49 Prozent mittlerweile als ähnlich bedrohlich angesehen. Hier zeigt sich ein starker Anstieg im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren: Im Jahr 2020 hielten 31 Prozent die Ansteckung für wahrscheinlich und im Jahr 2021 nur 27 Prozent. Die Ergebnisse spiegeln damit gut den Stand der Infektionszahlen und möglicherweise auch die geltenden Schutzmaßnahmen zum jeweiligen Befragungszeit punkt wider, kommentiert die TK.

Jeder Zweite vermutet Fehler in Arztpraxis, jeder Dritte in Klinik

Die Sorge der Patienten um ihre Sicherheit ist offenbar weit verbreitet: Viele Befragte halten es demnach für wahrscheinlich, selbst einmal einen Medikationsfehler (33 Prozent), OP-Fehler (25 Prozent) oder Gerätefehler (17 Prozent) zu erleben. 53 Prozent von denen, die einen Fehler in den vergangenen zehn Jahren bei sich vermuten, verorten den Fehlgriff bei einer ambulanten Behandlung, 33 Prozent bei einer stationären Behandlung, 15 Prozent bei einer ambulanten Behandlung im Krankenhaus.

Als erste Anlaufstelle bei einem Behandlungsfehlerverdacht werden von den betroffenen Befragten ein anderer Arzt (42 Prozent) oder der behandelnde Arzt (30 Prozent) genannt.

Gut drei von zehn Befragten (32 Prozent) glauben, schon einmal selbst einen Fehler erlitten zu haben. | TK-Monitor Patientensicherheit 2022

28 Prozent schweigen

In den 20 Jahren, in denen der TK-Monitor Patientensicherheit erscheint, sind potenziell Betroffene selbstbewusster im Umgang mit Verdachtsfällen geworden. Im Jahr 2002 behielten noch mehr als die Hälfte ihren Verdacht für sich. Bei der diesjährigen Befragung gab nicht einmal mehr jede(r) Dritte (28 Prozent) an, geschwiegen und den Verdacht nicht weitergemeldet zu haben.

Wenn PatientInnen ihren Verdacht nicht äußern, liegt dies vor allem an einem Ohnmachtsgefühl oder Uninformiertheit. | TK-Monitor Patientensicherheit 2022

Bei der Frage nach den Gründen dafür gab mehr als die Hälfte der Schweigenden an „das nützt nichts”. Fast ebenso viele gaben an, dass sie nicht wüssten, an wen sie sich wenden können.

Der TK-Monitor Patientensicherheit zeigt aber auch, dass viele Patientinnen und Patienten ihren eigenen Einfluss bei der Vermeidung unerwünschter Ereignisse zum Teil als sehr hoch bewerten. So gaben etwa 73 Prozent der Befragten an, dass sie dazu beitragen können, im Krankenhaus oder in der Praxis sicher versorgt zu werden.

OP- oder Medikationsfehler hält gut die Hälfte der Befragten (59 beziehungsweise 55 Prozent) für vermeidbar. Infektionen mit Krankenhauskeimen (52 Prozent) oder SARS-CoV-2 (48 Prozent) werden, ähnlich wie falsche Diagnosen (53 Prozent), nur geringfügig seltener als vermeidbar eingeschätzt. | TK-Monitor Patientensicherheit 2022

Methodik

Für den TK-Monitor Patientensicherheit 2022 hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK vom 25. April bis 6. Mai 2022 bundesweit 1.000 Menschen ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage wurden mit einem wissenschaftlichen Beirat aufbereitet und stehen online zum Download zur Verfügung.

64990316489121648912764891286499032 6499033 6489130
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare