COVID-19

Von Cloud Computing bis 3-D-Druck: So kämpft die Welt gegen Corona

Weltweit arbeiten Tech-Unternehmen, Universitäten und Kreative an Lösungen. Jetzt können Nutzer der App DreamLab die Rechenleistung ihres Smartphones nachts für den Kampf gegen die Pandemie spenden.


Ausgewählte Aktionen gegen die Corona-Krise

Die kostenlose App DreamLab spendet ab sofort die Rechenleistung von Smartphones für die Suche nach einem COVID-19-Medikament. Das Imperial College in London will so seine Forschung beschleunigen, heißt es in einer Mitteilung. Die Idee: nachts schließt der Nutzer sein Handy als Stromnetz an, startet die App und erlaubt ihr, Rechenoperationen durchzuführen. So können viele Hunderttausend Handys zu einem virtuellen Supercomputer vernetzt werden und das Forschungsprojekt "Corona-AI" der Universität unterstützen.

Die App war in Zusammenarbeit der Universität mit der Vodafone-Stiftung 2015 veröffentlicht worden, um die Suche nach potenziellen Krebsmedikamenten zu unterstützen. Jetzt haben die Macher die Technik so umgestellte, dass sie den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie unterstützen kann. Die aus den nächtlichen Berechnungen generierten Daten könnten den Imperial-Wissenschaftlern helfen, bestehende Medikamente und lebensmittelbasierte Moleküle mit antiviralen Eigenschaften zu identifizieren, erklärt die Mitteilung der Universität weiter.

App wurde mehr als 100.000 Mal heruntergeladen

Letztlich hoffen die Wissenschaftler des Imperial College, maßgeschneiderte Behandlungen für Patienten mit COVID-19 entwickeln zu können. Dies erfordere jedoch eine enorme Rechenleistung, wie sie DreamLab aus Hunderttausenden nachts ansonsten untätigen Handys generieren kann, ohne dass Standortdaten der Nutzer gesammelt oder personenbezogene Daten vom Gerät des Benutzers heruntergeladen oder verarbeitet werden, bekräftigt die Universität.

"Wir müssen schwierige und komplizierte Analysen mit künstlicher Intelligenz durchführen, um herauszufinden, welches Molekül oder welche Kombinationen von Molekülen das Virus stören könnten, wenn es sich im Körper befindet", erklärt Dr. Kirill Veselkov von der Abteilung für Chirurgie und Krebs am Imperial College London. Dazu, wie groß der Effekt der Unterstützung durch App-Nutzer ist, schreibt Vodafone in einer Mitteilung: „Berechnungen zufolge könnten 100.000 Smartphones in nur drei Monaten bei einer nächtlichen Laufzeit von sechs Stunden die Jahresleistung aller Forschungsrechner des Imperial Colleges erzielen.“

Laut einer Studie funktionieren die Self-Made-Geräte bei leicht zu beatmenden Patienten einwandfrei – bei Materialkosten von weniger als 100 Euro pro Stück. | Symbolbild: Adobe Stock_JHDT Productions

Beatmungsgeräte fehlen in der Coronakrise und sie sind teuer. Mehrere tausend Euro kosten schon die einfachen Modelle, zum Beispiel für die Behandlung einer Schlafapnoe. Darum fingen Prof. Ramon Farré, spanischer Pneumologe an der Universität in Barcelona, und sein Team an, Beatmungsapparate selbst zu konstruieren. Was merkwürdig klingt, funktionierte im Praxistest mit 12 gesunden Personen. Sie simulierten mit Gurten um die Brust eine Verengung der Atemwege. 

Self-Made-Apparat kostet Bruchteil des regulären Preises

Mit einem Hochdruckgebläse, zwei Drucksensoren, einem kleinen Mikrocontroller und einer Digitalanzeige sind alle benötigten Teil im Baumarkt zu erwerben, informiert Farrés Team. Alle Bauteile zusammen kosten nach ihren Angaben keine hundert Euro. Wichtige Einschränkung: der Einsatz ist nur für leicht zu beatmende Patienten geeignet. Für schwere Krankheitsverläufe von COVID-19 ist weiterhin eine mechanische Beatmung notwendig. Die Studie zu den ersten Erfahrungen mit dem Gerät wurde samt Anleitung im European Respiratory Journal veröffentlicht.

 

Die Übersichtsdarstellung unterscheidet farblich die US-Bundesstaaten mit einer Nettoreproduktionszahl Rt unter 1 (grün dargestellt) und über 1 (rot dargestellt). Nutzer, die weiter nach unten scrollen, erhalten Detaildarstellungen für alle US-Bundesstaaten. | rt.live

Am 18. April haben die beiden Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger die Web-Plattform rt.live veröffentlicht, mit der die Entwicklung der Nettoreproduktionszahl von SARS-CoV-2 in allen US-Bundesstaaten nachvollzogen werden kann. Die Visualisierung der Daten erfolgt in einer Übersicht für alle Staaten gemeinsam, sowie auch für jeden Bundesstaat im Detail. Dabei können Nutzer verschiedene Filter zur Änderung der Darstellung wählen. 

Schon drei Tage später kommt die Technik in Brasilien zum Einsatz

Die Technik könnte bald auch die Reproduktionszahlen für Deutschlands Bundesländer anzeigen: denn Systrom und Krieger geben im Erklärtext nicht nur ausführlich Auskunft über die Datenquellen und deren technische Verarbeitung, sondern bieten ihre Programmierung auch offen zur weiteren Verwendung an. Die Software-Plattform Loft verwendete das Script als erstes – und schuf damit keine drei Tage nach dem Start von rt.live auf loft.science eine Ein-zu-eins-Umsetzung für Brasilien.

Die Bill und Melinda Gates Stiftung will für sieben der erfolgversprechendsten Corona-Impfansätze Produktionsstätten vorfinanzieren. Das geht aus einem auch auf Twitter verbreiteten Gespräch zwischen dem Microsoft-Gründer und dem TV-Moderator Trevor Noah in dessen "Daily Show" hervor.

Es gehe jetzt darum, so Gates, keine wertvolle Zeit zu verlieren. Darum sollten momentan mehrere Ansätze parallel verfolgt werden, auch wenn sich am Ende nur ein oder zwei davon als wirksam herausstellen könnten. Wenn einige der mit den Mitteln aufgebauten Produktionsstätten letztlich ungenutzt blieben, sei dieses Geld trotzdem nicht verschwendet, erklärte der Co-Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Stiftung mit Blick auf die Zeitersparnis bis eine Produktion im großem Maßstab anrollen könne.

Die Gates Foundation hat nach eigenen Angaben bereits 125 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Pandemie bereitgestellt. Das Geld wird verwendet, heißt es, "um mögliche Behandlungen für COVID-19 zu identifizieren, ihre Entwicklung zu beschleunigen und sich auf die Herstellung von Millionen von Dosen für den weltweiten Einsatz vorzubereiten."

Maker – also Besitzer und Nutzer von 3-D-Druckern – organisieren sich in diesen Tagen, um gegen den Mangel von Schutzausrüstung für medizinisches Personal zu kämpfen. Die Akteure schließen sich entweder über Internetportale wie "MakervsVirus", "Open DIY Projects" oder "Print2Protect" oder in Facebook-Gruppen, z. B. "3D-Druck für die Krisenbewältigung" (rund 1.300 Mitglieder) zusammen. 

Die Idee ist immer gleich: zentral organisiert wird dezentral und niedrigschwellig Hilfe geleistet. Das Portal "MakervsVirus" bringt Produzenten(gruppen) und Mediziner über eine simple Suchfunktion nach Postleitzahl zusammen. Aktuell sind bundesweit 102 Produzenten und Zusammenschlüsse gelistet, die direkt Schutzvisiere und Mundschutze, aber auch Produktionskapazitäten bzw. den Zugriff auf Maschinen wie 3-D-Drucker, Lasercutter und CNC-Fräsen anbieten. Und all das zum Selbstkostenpreis oder kostenlos – so lautet die Bedingung des Portals.

Der Slogan: Jeder 3D-Drucker kann Leben retten

"Open DIY Projects" ist eine regionale Initiative aus dem Raum Esslingen und hat nach eigenen Angaben aktuell mindestens 100 Drucker als Teilnehmer man wisse "es nicht genau, da sich soooo viele melden." Mit dem Hersteller Prusa und "der großen MAKER-Community" haben die Organisatoren gemeinsam eine Do-it-yourself-Lösung für einen Gesichtsschutz entwickelt, den jeder Teilnehmer an seinem Drucker-Standort selbst fertigen und an bedürftige Organisationen und Akteure weitergeben kann.

Der Ausdruck eines Sets dauert zwei bis drei Stunden, informiert die Initiative und rechnet vor, dass die Community nach aktuellem Stand etwa 1.000 Sets pro Woche herstellen kann. Doch die Messlatte ist hoch gesteckt: "Wenn wir es schaffen würden, 300 Drucker eine Woche nonstop laufen zu lassen, so könnten wir zusammen in einer Woche bis zu 10.000 Shields produzieren", schreiben die Organisatoren weiter.

Der Bedarf von Regionalverbänden von Hilfsorganisationen (DRK, Malteser, Klinikverbänden und anderen) sei riesig, heißt es. Darum will die Initiative vorerst "nur Bedarfe in der Region Esslingen und Umgebung bedienen".

Google stellt laut Mitteilung rund 6,5 Millionen US-Dollar für Faktenprüfer und gemeinnützige Organisationen zur Verfügung, die weltweit gegen Fehlinformationen zum Coronavirus kämpfen. Zusätzlich bietet die Non-Profit-Organisation Google News Initiative (GNI) Schulungen und Krisensimulationen für Reporter auf der ganzen Welt an, heißt es. Zu den finanziell unterstützten Organisationen gehören unter anderem Full Fact (England), Maldita.es (Spanien), und das stiftungsfinanzierte Rechercheportal CORRECTIV (Deutschland).

Mit der Unterstützung von Google sollen zudem die beiden US-Faktchecker-Portale PolitiFact und Kaiser Health News ihre Partnerschaft zur Überprüfung von Gesundheitsfakten ausbauen, um sich auf COVID-19-Fehlinformationen zu konzentrieren, heißt es weiter.

Google bringt nach eigenen Angaben mit seinem Engagement aber auch eine Vielzahl von datenjournalistischen Projekten auf den Weg. So werde zum Beispiel durch Kontingente für Reporter bei den Gesundheits-Nachrichtendiensten SciLine (USA) und Scimex (Australien/Neuseeland) ein vereinfachter Zugang zu primären Expertenquellen geschaffen. Außerdem arbeite man an der Erstellung einer Datenbank für Reporter, die von der Journalismus-Technologie-Nonprofit-Organisation Meedan in Partnerschaft mit Experten für öffentliche Gesundheit entwickelt wird.

Ende März hatte die Bundesregierung gemeinsam mit sieben Organisationen zum sogenannten Hackathon – einer kollaborativen Soft- und Hardwareentwicklungsveranstaltung – eingeladen. Unter dem Hashtag #WirVsVirus sollten mehr als 42.000 Onlineteilnehmer verschiedener Fachrichtungen ein Wochenende lang mögliche Lösungsansätze „gegen das Virus“ erarbeiten.

Ein Lösungsvorschlag ist ein Management System für medizinische Ressourcen, das nach Angaben des verantwortlichen Projektteams sowohl für medizinisches Personal als auch zur Steuerung der Auslastung von Betten sowie Beatmungsgeräten eingesetzt werden kann.

Zentrale Verwaltungsstelle soll Monitoring in Echtzeit erlauben

Die Idee: Es gibt eine Gruppe von Menschen mit medizinischem Bildungshintergrund, die bereit sind, freiwillig zu helfen und nur passgenau an Krankenhäuser und medizinischen Einrichtungen mit dem entsprechenden Bedarf vermittelt werden müssen. Eine zentrale und automatische Registrierungs- und Verwaltungsstelle soll diese Vermittlung sowie ein Monitoring in Echtzeit ermöglichen.

Der Ablauf: Freiwillige können sich registrieren und Daten wie Verfügbarkeit, Alter, Standort, Erfahrung, Spezialisierung, Mobilität und aktueller Beruf angeben und Krankenhäuser ihre Bedürfnisse definieren, nach Personal suchen oder Freiwillige über das System anfordern. Der angeforderte Freiwillige wird automatisch per E-Mail kontaktiert und die Kontaktdaten werden ausgetauscht.

Um länderübergreifend in verschiedenen digitalen Infrastrukturen einsetzbar zu sein, soll das System alle Datenformate importieren und exportieren können. Wie andere Ergebnisse des Hackathon auch, ist das System noch nicht marktreif.

Ende März hatte die Bundesregierung gemeinsam mit sieben Organisationen zum sogenannten Hackathon – einer kollaborativen Soft- und Hardwareentwicklungsveranstaltung – eingeladen. Unter dem Hashtag #WirVsVirus sollten mehr als 42.000 Onlineteilnehmer verschiedener Fachrichtungen ein Wochenende lang mögliche Lösungsansätze „gegen das Virus“ erarbeiten. Einer dieser Lösungsansätze ist ein einfaches Beatmungsgerät, das schnell und kostengünstig aus verfügbaren Medizinprodukten und Teilen aus dem 3-D-Drucker zusammengebaut werden kann.

Dahinter steht die Projektgruppe „DIY-Beatmungsgerät“ (DIY steht für „Do-it-yourself“), zu der nach eigenen Angaben Profis verschiedenster Disziplinen gehören, darunter auch Mediziner und Mitarbeiter aus dem Bereich Medizintechnik. Ihr Ziel: ein einfach zu bauendes Beatmungsgerät für Krisensituationen und für Gegenden zu entwickeln, in denen konventionelle Beatmungsgeräte nicht verfügbar sind. Das Besondere: Sowohl die Konstruktionsanleitung als auch die Software sind frei verfügbar und das Gerät besteht aus leicht zu beschaffenden Einzelteilen, damit es weltweit ohne Lizenzgebühren nachgebaut werden kann.

Zum Testen verwendet die Gruppe die „Gläserne Lunge”

Zur Technik: Um die nötige Hygiene und eine möglichst schnelle Zertifizierung sicherzustellen, greift das 20-köpfige Team nach eigenen Angaben möglichst wenig in die Luftzirkulation ein und setzt auf vorhandenes Beatmungsequipment. Herzstück ist ein manueller Beatmungsbeutel, der durch einen Motor und eine mechanische Konstruktion komprimiert wird.

Einfache Sensoren überwachen währenddessen die Herzfrequenz, den Blutsauerstoffgehalt, die Bewegung, CO2 und die Atemfeuchtigkeit des Patienten sowie die präzise Dosierung der Luftmenge, heißt es. Bei Ausfall oder Unregelmäßigkeiten werde ein lokaler Alarm ausgelöst. Als nächstes will das Team versuchen, mit dem Prototypen eine CPAP-Beatmung („continuous positive airway pressure“) zu realisieren, die die Spontanatmung des Patienten mit einem dauerhaften Überdruck kombiniert, der während Einatmung und Ausatmung aufrechterhalten wird.

Zum Testen des Prototypen verwendet die Gruppe die sogenannte „Gläserne Lunge”, einen Prüfstand der Technischen Hochschule Ulm, der das Verhalten eines realen Patienten nachbildet und in der Vergangenheit bereits zur Vermessung von Spirometern zum Einsatz kam. So will das Team eine längere Anwendung auch für mehrere Patienten in Folge sicherstellen. Die gesetzlichen Anforderungen aus Europa sowie in den USA, Brasilien, Kanada, der Schweiz, Australien und viele andere habe man im Blick, heißt es.

Wer die Projektgruppe mit seiner Arbeitskraft, Produktions- oder Vertriebs-Know-how oder aber Geld unterstützen möchte, findet alle nötigen Informationen auf der Website des Projektteams.

Das Foto zeigt einen 3-D-Drucker des DLR, die künftig zur Herstellung von Ventilen für Beatmungsgeräte (links) und Schutzmasken (rechts) verwendet werden sollen. | DLR (CC-BY 3.0)

Wo normalerweise Modelle für die Luft- und Raumfahrtforschung hergestellt werden, soll in Zeiten der Corona-Krise medizinische Schutzausrüstung gefertigt werden: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) meldet jetzt die erfolgreiche Umstellung seiner 3-D-Drucker zu diesem Zweck.

Anlass der Prüfung war eine Anfrage der Europäischen Kommission zur Unterstützung bei der Herstellung dringend benötigter medizinischer Geräte, bei der es konkret um die Herstellung von Schutzmasken und Ventilen für Beatmungsgeräte im 3-D-Druckverfahren geht, heißt es in einer Mitteilung des DLR. Trotz nicht vorhandener technischer Spezifikationen sei es gelungen, Tests mit Bauteilen auf Basis frei verfügbarer Vorlagen und mit für den Medizinbereich zugelassenen Kunststoffen durchzuführen. Bei den Tests zum Druck von Schutzmasken sorgten gummiartige Materialien für eine gute Passform und hohen Tragekomfort, heißt es weiter.

 

"Die Zertifizierung der Produkte ist in Arbeit"

Momentan erfasst das DLR seine 3-D-Druckerkapazitäten. Hintergrund: Je nach Modell unterscheidet sich die Leistungsfähigkeit der Geräte. So verfügt das DLR über Drucker, die wie eine automatische Heißklebepistole Kunststoffgranulat verflüssigen und schichtweise übereinander drucken – bei anderen wird flüssiger Kunststoff mittels UV-Licht ausgehärtet. Nach bisherigen Schätzungen können mit den bestehenden Geräten im DLR bis zu zehn Schutzmasken oder 15 Ventile für Beatmungsgeräte pro Tag hergestellt werden. Diese Zahlen sollen sich durch eine Vernetzung der Institute und Einrichtungen jedoch noch vergrößern lassen, heißt es in der Mitteilung. Und: Die Zertifizierung und Zulassung der vom DLR produzierten Produkte für den medizinischen Gebrauch sei in Arbeit. 

Die Website des HIH hat einen klassischen Chatbot. | Screenshot zm_mg

Mit dem "digitale Gesundheitslotsen" des Start-ups DOCYET können Nutzer beim Besuch der Website des HIH via Chat in wenigen Schritten klären, ob sie Symptome des Coronavirus aufweisen und erhalten anschließend eine Risikoabschätzung, ob es sich tatsächlich um Corona handeln könnte. Der Chatbot wird täglich auf der Basis aktuellster wissenschaftlicher Veröffentlichungen und nach Angaben des Robert Koch-Instituts der Bundesregierung aktualisiert.

Darüber hinaus liefert die Website eine Übersicht über alle Anbieter telemedizinischer Lösungen, die Medizinern Videosprechstunden ermöglichen und von denen einige während der COVID-19-Pandemie ihre Dienstleistung kostenlos anbieten (zm berichtete).

Das Unternehmen ICME will einen Chatbot mit einem Webshop für Testkits verbinden. Das Projekt ist aber noch in einem frühen Stadium, die Informationen hierzu beruhen auf einem LinkedIn-Post eines hochrangigen Mitarbeiters. | Screenshot zm_mg

Das international tätige Gesundheitsunternehmen ICME HealthCare setzt ebenfalls auf Selbsttests, will bei einer positiven Bewertung den Patienten aber zu einem Webshop weiterleiten, wo er ein Testkit bestellen kann. So sollen Haushalten mehr als 1 Million Testkits verfügbar gemacht werden, schreibt ein hochrangiger Mitarbeiter auf LinkedIn. Die Idee: Der Patient soll den Test zu Hause durchführen und an ein Labor schicken, das Labor stellt die Ergebnisse über das Portal den Gesundheitsämtern und einem Tele-Arzt zur Verfügung – der anschließend den Patienten telemedizinisch beraten soll.  

Bislang ist etwa ein Sechstel der benötigten Summe bei der Crowdfunding-Aktion auf "Indiegogo" eingegangen. | Screenshot zm_mg

Gemeinsam mit der Hamburger Firma Ubilabs entwickelt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eine Tracking-App für Smartphones nach dem Vorbild Südkoreas, aber nach europäischen Standards in puncto Datensicherheit. Das Projekt, für das aktuell eine Crowdfunding-Kampagne läuft, heißt GeoHealth. App-Nutzer sollen über die Anwendung ermitteln können, ob sie in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer infizierten Person hatten und wie groß ihr persönliches Infektionsrisiko ist. Dazu wird das eigene Bewegungsprofil mit denen von Infizierten abgeglichen, die der App ihre Bewegungsdaten anonymisiert „gespendet“ haben.

Die Idee: Je größer die Zahl der Nutzer, desto größer die Chance, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Nach Abgleich der Daten erscheint auf dem Bildschirm eine Ampel, die dem Nutzer sein persönliches Ansteckungsrisiko anzeigt: Leuchtet ein grünes Licht auf, gibt es keinen Grund zur Sorge. Haben sich die Wege des Nutzers und eines infizierten Teilnehmers gekreuzt, springt die Ampel auf Gelb – bestand über einen längeren Zeitraum Kontakt, geht sie auf Rot. In diesem Fall erhält der Nutzer per App umgehend Hinweise zum empfohlenen weiteren Vorgehen. 

Eine Betaversion der App soll nach Angaben der drei Entwickler Robert Sachartschenko, Maxim Gleser und Ibrahim Bölükbas Ende März/Anfang April verfügbar sein, allerdings vorerst nur für Nutzer, die sich an der Finanzierungsaktion beteiligt haben. Später wird die App GeoHealthApp kostenlos im App Store (IOS), Google Play Store (Android) und auf der Website kostenfrei zum Download bereitgestellt.

Das Standbild zeigt einen Ausschnitt aus der Simulation eines Ebola-Proteins, mit der möglichweise bald ein Therapeutikum entwickelt werden kann. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler an Simulationen der Proteine von SARS-CoV-2. | Youtube_FoldingAtHome

Die Stanford University arbeitet daran, die Dynamik von SARS-CoV-2-Proteinen zu simulieren, um nach neuen therapeutischen Möglichkeiten zu suchen. Gängige Simulationen zeigen nur eine einzige Momentaufnahme der üblichen Form eines Proteins, nicht aber den Bewegungsradius all seiner beweglichen Teile. Zu beobachten, wie sich die Atome in einem Protein relativ zueinander bewegen, ist wichtig, erklärt die Universität auf ihrer Website, "weil man wertvolle Informationen erfasst, die auf andere Weise nicht zugänglich sind".

Um diese intensiven Rechenprozesse zu beschleunigen, bedient sich die Universität der Technik des Cloud Computing, das heißt, Interessierte können durch die Nutzung eines kleinen Programms (zum Download) auf ihrem mit dem Internet verbundenen Heim-PC ungenutzte Rechenkapazität zur Verfügung stellen. Während der Nutzer einen Text schreibt oder im Internet surft, kann er so helfen, die Rechenprozesse der Wissenschaftler zu beschleunigen.

Auf diese Weise gelang den Mitarbeitern der Stanford Universität vor Kurzem (zum Paper) durch die Simulation eines Ebola-Proteins eine Schwachstelle des Erregers aufzuzeigen, die künftig möglicherweise für die Entwicklung eines Therapeutikums genutzt werden könnte.

Jetzt will ein Team um Greg Bowman, PhD, Assistenzprofessor für Biochemie und molekulare Biophysik an der Washington University School of Medicine in St. Louis, vergleichbare Simulationen für die Proteine von SARS-CoV-2 erstellen – und bittet dabei auf der Website des Projekts um Mithilfe.

Update vom 21. April:

Das Rechenprojekt hat ein Software-Update veröffentlicht, das außer Fehlerbehebungen die Möglichkeit der Priorisierung für die Covid-19-Protein-Berechnung bietet. So können Nutzer explizit bestimmen, dass sie ihre Rechenleistung zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie bereitstellen.

Außerdem gibt es eine positive Nachricht: Insgesamt vereint das Projekt eine FP32-Rechenleistung von 1,32 ExaFlops, berichtet heise online – viermal so viel wie das schnellste Rechenzentrum der Welt. Der Grund: Das Projekt erhält mittlerweile Unterstützung von den Unternehmen Nvidia, Amazon, AMD, Google, HPE und Microsoft.

Der Wettbewerb "Code Life Ventilator Challenge" läuft noch bis Ende März. Mitte April, so der Plan der Organisatoren, sollen die Gewinnerentwürfe frei verfügbar sein, um Engpässen an Beatmungsgeräten überall auf der Welt schnell entgegenzuwirken. | Screenshot zm_mg

Die kanadische Stiftung des Montreal General Hospital und das McGill University Health Centre haben einen ungewöhnlichen Wettbewerb ausgerufen, um auf den mit der Covid-19 Pandemie absehbaren Engpass an Beatmungsgeräten zu reagieren.

Es werden kreative Ideen für günstige, simple Beatmungsgeräte gesucht, die einfach herzustellen sein sollen. Um unnötige Transportwege zu vermeiden, favorisieren die Ausrichter des Wettbewerbs Lösungen, die es ermöglichen, die Geräte direkt am jeweiligen Einsatzort herzustellen. Hierbei könnten 3-D-Drucker oder CNC-Maschinen zum Einsatz kommen, lautet die Anregung. 

Es ist Teilnehmern gestattet, die Designs vor Einreichung zum Patent anzumelden, sofern sie Herstellern erlauben, die Geräte während der Coronavirus-Pandemie lizenzgebührenfrei für den lokalen Bedarf zu produzieren. Teilnehmen dürfen Teams mit bis zu 20 Personen, ihnen muss jedoch mindestens ein Arzt und mindestens ein zu Sicherheitszertifizierungen berechtigter Techniker oder Ingenieur angehören.

Einsendeschluss ist der 31. März, am 15. April sollen die Gewinner bekanntgegeben werden. Die besten Lösungsvorschläge werden mit 200.000 kanadischen Dollar (umgerechnet rund 130.000 Euro) prämiert. 

Hier geht's zu den vollständigen Bedingungen des Wettbewerbs.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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