Wie lässt sich die HIV-Epidemie eindämmen?

Welt-AIDS-Konferenz in Amsterdam

Rund 15.000 Wissenschaftler, Aktivisten, Patienten, Politiker diskutieren bis Freitag in Amsterdam die Situation bei AIDS. Hierzulande plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die HIV-Prophylaxe für Risikogruppen zur Kassenleistung zu machen.

Teilnehmer der Welt-AIDS-Konferenz 2018 International AIDS Society

Die Hauptfrage der 22. Welt-AIDS-Konferenz mit dem Motto "Barrieren durchbrechen, Brücken bauen" bleibt unverändert: Wie lässt sich die HIV-Epidemie weltweit eindämmen?

Die Ausbreitung des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) sollte bis 2020 beendet werden. Dieses Ziel hatte sich UNAIDS, das Programm der Vereinten Nationen gegen die Immunschwächekrankheit, 2014 gesetzt. Eine offensichtlich nicht mehr erreichbare Vorgabe: Der Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft Linda Gail-Bekker zufolge sieht man in bestimmten Ländern und in Regionen weltweit, "dass die Epidemie weiter zunimmt".

Auf dem größten Expertentreffen zum Thema geht es um neue Therapien und wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch um grundlegende Rechte von Patienten - beispielsweise darum, wie besonders gefährdete Gruppen überall auf der Welt Zugang zu Tests und Behandlungsmöglichkeiten erhalten können.

 

Noch mehr Teilnehmer auf der Welt-AIDS-Konferenz | International AIDS Society

Knapp 37 Millionen Menschen sind derzeit mit dem HI-Virus infiziert, die meisten davon in Afrika. Fast 60 Prozent von ihnen sind derzeit in Behandlung, meldet UNAIDS. Weltweit ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Jahren nur um 18 Prozent zurückgegangen - von 2,2 Millionen im Jahr 2010 auf 1,8 Millionen im vergangenen Jahr.

Am stärksten fiel der Rückgang in den immer noch am heftigsten betroffenen Regionen aus: im östlichen und im südlichen Afrika. Dort gab es seit 2010 insgesamt 30 Prozent weniger HIV-Neuinfektionen. Mit 51 Prozent aller Infizierten ist Nigeria in dieser Region am stärksten von der Epidemie betroffen.

HIV-Prävention: Die Ziele werden voraussichtlich nicht erreicht

In 50 Ländern steigt die Zahl der Neuinfektionen jedoch. In Osteuropa und Zentralasien hat sie sich sogar verdoppelt. Im Nahen Osten und in Nordafrika verzeichnete die UN-Organisation in den vergangenen 20 Jahren eine Zunahme von mehr als einem Viertel.

Aber: Erstmals ist die Zahl der an der Immunschwäche gestorbenen Menschen unter eine Million gefallen. Das Ziel für 2020 von weniger als 500.000 AIDS-bedingten Toten wird aber nicht erreicht werden können, befürchtet UNAIDS.

HIV-Prophylaxe soll Kassenleistung werden

Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei HIV soll in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­versiche­rung (GKV) aufgenommen werden. Das hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) im Interview dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) gesagt.

Er wolle dafür sorgen, "dass Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko einen gesetzlichen Anspruch auf ärztliche Beratung, Untersuchung und Arzneimittel zur Präexpositionsprophylaxe erhalten", kündigte er im Vorfeld der Welt-AIDS-Konferenz an. Das Vorhaben werde noch in diesem Monat auf den Weg gebracht.

Im Detail plant Spahn, dass Versicherte mit erhöhtem HIV-Infektionsrisiko Anspruch auf PrEP erhalten. Dazu gehören eine ärztliche Beratung, die für die Anwendung der Arzneimittel erforderlichen Untersuchungen sowie die Verordnung und Erstattung der Arzneimittel. Die Beratung, Untersuchung und Verordnung sollen nur durch Ärzte mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrung vorgenommen werden dürfen.

Wer zum Kreis der Anspruchsberechtigten zählt, sollen GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aushandeln. PrEP richtet sich vornehmlich an Männer, die mit Männern Sex haben (MSM). Der Bewertungsausschuss soll innerhalb von drei Monaten eine Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) dafür festlegen.

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