VdZÄ-Dentista stellt Befragung auf IGM-Kongress vor

Zahnärztinnen: Berufszufriedenheit steigt mit Kinderzahl

Am 12. und 13. September tagte in Wien der 9th Congress of the International Society of Gender Medicine (IGM). Der VdZÄ-Dentista e.V. stellte dort sein Projekt zur Berufszufriedenheit von ZahnärztInnnen vor.

Die Berufszufriedenheit von Zahnärztinnen steigt der Befragung zufolge nicht nur mit dem Einkommen, sondern auch mit der Kinderzahl. Adobe Stock_ Vasyl

PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Vizepräsidentin Wissenschaft & Gender Dentistry im Verband der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V., stellte in Wien ihr aktuelles Forschungsprojekt vor. VdZÄ-Dentista e.V.

Zahlreiche WissenschaftlerInnen aus Japan, Israel, Südafrika, den USA und Europa waren der Einladung von IGM-Präsidentin Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer gefolgt. Unter dem Kongressmotto „Sex & Gender with focus on personalized medicine and patient safety“ eröffnete sich ihnen ein breit gefächertes Programm von Grundlagenforschung und Epigenetik, über Chronobiologie bis hin zu kardio- und zerebrovaskulären Erkrankungen, Onkologie und Medizindidaktik.

Impulsvorträge der Grande Dame der Gendermedizin, Prof. Dr. Marianne Legato, USA, zur Integration von biologischem und sozialem Geschlecht in die Epigenetik und des Physikers und Komplexitätsforschers Dr. Peter Klimek, Wien, zu Sex und Gender in komplexen Systemen verwiesen auf die Nähe der geschlechtsspezifischen Forschung zu den großen Wissenschaftsthemen der Zeit.

Verband der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V.

Projekt "Gender differences in dentists’ working practices and job satisfaction in Germany"

Auch die Zahnmedizin war vertreten: PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Vizepräsidentin des Verbands der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V., stellte mit ihrer Arbeitsgruppe das Projekt „Gender differences in dentists’ working practices and job satisfaction in Germany“ vor. „

Wir haben uns über das große Interesse und die lebhafte Diskussion über ein für Medizinerinnen doch eher exotisches Thema sehr gefreut“, berichtet Gleissner. Dass auch in der Zahnmedizin der Anteil der Frauen stetig zunimmt, habe die ärztlichen Kolleginnen überrascht. „Als wir dann einige Facetten unserer Studie dargestellt haben, erlebten wir viel Zustimmung: Beim Spagat zwischen Beruf und Familie sitzen Zahnärztinnen, Ärztinnen und Psychologinnen, ob angestellt oder selbstständig, dann doch alle in einem Boot.“

Frauen verbringen nur geringfügig weniger Zeit als Männer mit der Behandlung von Patienten

Ein Ergebnis habe Gleissner selbst überrascht: „Die Berufszufriedenheit der Zahnärztinnen stieg nicht nur mit ihrem Einkommen, sondern auch mit ihrer Kinderzahl. Das kam für mich unerwartet, und es hat mich gefreut.“

Das Pilotprojekt thematisierte mit insgesamt 50 Fragen ein weit gespanntes Themenfeld wie Work-Life-Balance, privates Umfeld sowie Belastung und Stress. „Für uns beruhigend: Frauen verbringen nur geringfügig weniger Zeit als Männer mit der Behandlung von Patienten, ein positiver Befund im Hinblick auf die Versorgungssicherheit. Zahnärztinnen sparen an der Zeit für zahnmedizinfremde Tätigkeit und fühlen sich durch die Rahmenbedingungen, insbesondere die steigende Bürokratie, stärker belastet als Männer.“

Während Männer laut Befragung mit zunehmender Berufserfahrung mehr Zufriedenheit und weniger Stress empfinden, nimmt die Belastung von Frauen mit der Dauer ihrer Berufstätigkeit, den Arbeitsstunden und der Kinderzahl zu.

„Das Bonmot aus der medizinischen Berufsforschung, Männer hätten die Familie im Rücken und Frauen hätten sie im Nacken, spiegelt sich auch in unseren Daten wider. Dies müssen Politik und Standespolitik bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen der Berufsausübung im Blick behalten. Erstaunlicherweise war bei Frauen der Einfluss von Stress auf die Zufriedenheit nur schwach, der des Einkommens aber stark ausgeprägt.“ In Anbetracht des Gender Pay Gap ein Befund, den man näher erforschen müsse.

„Mit der Integration von Gender Dentistry als eine tragende Säule zeigt der Verband der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V., dass er sich nicht nur um alle Themen kümmern wird, mit denen Zahnärztinnen und Zahnärzte konfrontiert werden, sondern dass er seine Forderungen auch auf eine wissenschaftliche Basis gründet. EIN Verband für ALLE Zahnärztinnen, ein Verband für die Zukunft.“

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