Neue S3-Leitlinie Bruxismus

"Bruxismus ist keine Krankheit"

Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) haben heute in Berlin die neue S-3 Leitlinie und Patienteninformation zum Thema Bruxismus vorgestellt.

Von links: Dr. Matthias Lange, Europäische Akademie für kraniomandibuläre Dysfunktionen (Berlin), Prof. Dr. Ingrid Peroz, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT/Charité Berlin), Prof. Dr. Michael Walter, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK/TU Dresden) Lopata/axentis.de

"Bruxismus ist keine Krankheit, sondern lediglich ein Verhalten bei ansonsten gesunden Patienten", eröffnete Prof. Ingrid Peroz (Charité Berlin), Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT), die heutige Pressekonferenz in Berlin.

Die S-3 Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von Bruxismus" wurde von DGFDT, DGZMK sowie 30 involvierten Fachgesellschaften und Institutionen erarbeitet und ist eine Zusammenfassung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. In den letzten Jahren habe bezüglich des Bruxismus ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Die S-3 Leitlinie sei ein Meilenstein und soll zu mehr Sicherheit beim Umgang mit dem häufigen Phänomen Bruxismus beitragen.

Jeder Fünfte von Bruxismus betroffen

Bruxismus sei ein Symptom mit sehr unterschiedlicher Ätiologie, erklärt Dr. Matthias Lange (Europäischen Akademie für kraniomandibuläre Dysfunktionen/Berlin). Insbesondere emotionaler Stress, aber auch Drogenmissbrauch, Erbfaktoren sowie andere Grunderkrankungen könnten zu Bruxismus führen. Bei manchen Patienten sei Bruxismus aber auch Ausdruck einer Grunderkrankung wie zum Beispiel Sodbrennen. In diesem Falle bestünde sogar eine protektive Wirkung, denn durch nächtliches Zähneknirschen und die damit erhöhte Muskelaktivität komme es zu einer vermehrten Speichelproduktion mit Verdünnungseffekt.

In Deutschland ist jeder Fünfte von Bruxismus betroffen, Wachbruxismus ist dabei nahezu doppelt so häufig wie Schlafbruxismus.

Risikofaktor für weitere Erkrankungen

Bruxismus selbst stelle einen Risikofaktor für weitere Erkrankungen dar und könne ernsthafte Folgen für die Gesundheit der Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke haben. So könnten neben Schäden an der Zahnhartsubstanz oder Restaurationen auch eine (schmerzhafte) Hypertrophie der Kaumuskulatur entstehen, erklärte die Präsidentin der DGFDT. Rund 50 Prozent der Patienten hätten allerdings keine Beschwerden und so könnten mögliche schädliche Folgen des Bruxismus längere Zeit unentdeckt bleiben.

Peroz betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Prophylaxe. Sie empfiehlt deshalb ein routinemäßiges Screening im Rahmen zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen. Um dies für Kliniker zu vereinfachen haben die DGFDT und DGZMK einen Screening-Bogen erstellt, der seit heute online abrufbar ist.

Kostenloser Patienteninformationsbogen

Auf der Internetseite der DGFDT steht kostenfrei ein Patienteninformationsbogen zum Thema Bruxismus zur Verfügung. In der Zusammenfassung werden Diagnose und mögliche Folgen des Bruxismus erläutert und verschiedene, wissenschaftlich fundierte Therapieansätze (auch zur Selbsthilfe) vorgestellt.

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