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Die Fluorid-Verschwörung

Die Metall- und Phosphorindustrie verklappt toxisches Fluorid in Zahnpasta - und nimmt in Kauf, dass das Gift Zähne zerstört und Krebs verursacht. So lautet zumindest die - unhaltbare - Verschwörungstheorie eines Bloggers.

Nicht nur mit dramatischen Textpassagen, sondern auch mithilfe von Fotocollagen inszeniert Blogger Ken Davis seine Verschwörungstheorie. zm / Bildzitat https://newstopaktuell.wordpress.com/2013/01/11/zahnpasta-zerstorung-und-vergiftung-auf-raten/

Der Internet-Blog "News top-aktuell" zeichnet eine düstere, abstruse Version unserer Welt: Terrorismus ist ein Instrument der Politik, um die totale Überwachung voranzutreiben, Banken verdienen ihr Geld mit dem Hunger der Dritten Welt und die Medien arbeiten gezielt an der Verdummung des Volkes. Am 11. Januar widmete sich Vielschreiber und Verschwörungstheoretiker Ken Davis in einem Artikel der Zahnpasta, genauer: dem darin enthaltenen Fluorid. Titel: "Zerstörung und Vergiftung auf Raten".

Das Pamphlet schlug hohe Wellen, wurde mehr als 10.000 Mal per Facebook weiterempfohlen, fast 600 Mal bewertet und so oft kommentiert, dass bis auf Weiteres die Kommentarfunktion abgeschaltet werden musste. 

BZÄK: Fluorid ist weltweit eines der am besten untersuchten Medikamente

Für deutlich weniger Aufmerksamkeit sorgte zunächst die wissenschaftliche Klarstellung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Sie verdeutlichte, dass in mehr als 300.000 wissenschaftlichen Untersuchungen bei korrekter Anwendung bisher kein Hinweis auf eine Gefährdung der Gesundheit gefunden wurde. Im Gegenteil: "Fluoride bieten einen hervorragenden Schutz vor Karies, indem sie sich in die Zahnstruktur einlagern und dadurch den Zahn widerstandsfähig gegen die besonders aus Zucker freigesetzten Säuren machen."

Nach Untersuchungen der vergangenen 15 Jahre sei die kontinuierliche lokale Zufuhr von Fluoriden als wichtigste Wirkung anerkannt (siehe Leitlinie www.zzq-berlin.de). Grundsätzlich gelte deshalb, dass die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta "eine der wirksamsten kariespräventiven Maßnahmen" ist, deren Effekt im bleibenden Gebiss mit zunehmender Fluoridkonzentration in der Zahnpasta steigt.