US-Studie

Die meisten Patienten flunkern beim Arzt

60 bis 80 Prozent der Patienten lügen im Behandlungszimmer. Dies ergaben zwei Online-Befragungen in den USA, die von der University of Michigan Medical School überprüft wurden. Befragt wurden 4.510 US-Amerikaner.

Ein Lügendetektor trägt nicht zu einer besseren Arzt-Patienten-Kommunikation bei. Ein stärkeres Verständnis dafür, warum Patienten ihren Arzt anflunkern, sehr wohl. Adobe Stock - Dennis Cox

Der auf der Fachplattform Jama Network veröffentlichten Untersuchung zufolge lügen zwischen 60 und 80 Prozent der Patienten oder versäumen es, wichtige Informationen ihrem Arzt mitzuteilen. Dies könne in weniger gravierenden Fällen dazu führen, dass die Aspekte nicht in ihren Krankenakten gespeichert werden. Alarmierender sei jedoch, wenn Patienten nicht zugeben, wenn sie die Anweisungen ihres Arztes nicht verstehen oder seinem Rat nicht zustimmen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Patienten ihrem Arzt mindestens einmal medizinisch relevante Informationen vorenthalten haben, insbesondere weil sie die Empfehlungen des Arztes nicht teilten oder seine Anweisungen nicht vertanden haben. Das deutet darauf hin, dass Ärzte manchmal keine genauen, relevanten Informationen von Patienten erhalten, was sich auf ihre Diagnosen und Empfehlungen sowie auf die Patientenversorgung insgesamt auswirken kann.

Warum lügen Patienten?

Die am häufigsten genannten Gründe für dieses Verhalten waren, dass Patienten nicht von ihrem Arzt negativ beurteilt werden wollten, nicht hören mochten, wie schädlich ein bestimmtes Verhalten ist, oder dass sie durch die ärztlichen Fragen in Verlegenheit gebracht wurden.

Durchführung

Die Instrumente der Erhebung wurden mit einem Team von Ärzten, Forschern im Gesundheitswesen und Psychologen in Interviews, Gruppentreffen und Pilotversuchen mit Laien entwickelt. Bei den Umfragen untersuchte man eine Reihe allgemeiner Zusammenhänge, in denen ein Patient relevante Informationen möglicherweise nicht an einen Kliniker weitergibt.

Im Einzelnen wurde gefragt, ob die Teilnehmer "es je vermieden hatten, einem 'Gesundheitsdienstleister' mitzuteilen", dass sie
(1) seine Anweisungen nicht verstanden haben
(2) seinen Empfehlungen nicht zugestimmt haben
(3) nicht oder nicht regelmäßig trainieren
(4) sich ungesund ernähren
(5) ein bestimmtes Medikament einnehmen (das heißt, ein bestimmtes Mittel wurde absichtlich nicht erwähnt),
(6) ein verschreibungspflichtiges Medikament nicht wie angewiesen einnehmen und
(7) verschreibungspflichtige Medikamente einer anderen Person einnehmen. 

Die Umfrage definierte "Gesundheitsdienstleister" als "jeden medizinischen Heilberufler, beispielsweise einen Arzt, einen Assistenten oder eine Krankenschwester".

Erfragt wurden zudem Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit, Gesundheitszustand (Selbsteinschätzung), chronische Leiden.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass ein besseres Verständnis für die Motive der Patienten die Arzt-Patienten-Beziehung und damit die Versorgung verbessern kann. Denn wenn Patienten Informationen vor Klinikern so oft zurückhalten, wie diese Untersuchung vermuten lässt, erhalten letztere routinemäßig nicht die benötigten Auskünfte, um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu bieten. Die Beziehung zwischen Arzt und Patient erfordere eine ehrliche und offene Kommunikation zwischen beiden Parteien, um den therapeutischen Nutzen zu maximieren und mögliche Schäden zu vermeiden, heißt es in der Veröffentlichung.https://jamanetwork.com/searchresults?author=Andrea+Gurmankin+Levy&q=Andrea+Gurmankin+Levy

Andrea Gurmankin Levy, PhD, MBe1; Aaron M. Scherer, PhD2; Brian J. Zikmund-Fisher, PhD3; et alPrevalence of and Factors Associated With Patient Nondisclosure of Medically Relevant Information to Clinicians, in: JAMA Netw Open. 2018;1(7)

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