Centrum für Hochschulentwicklung

Ein Prozent studiert Zahnmedizin ohne Abi

Noch nie haben in Deutschland so viele Menschen ohne Abitur studiert. Auf diesem ungewöhnlichen Weg ist auch der Zugang zur Medizin oder Zahnmedizin möglich. Das schaffen aber nicht viele.

Studienfachwahl bei Erstsemester(inne)n ohne Abitur 2016 inklusive Aufschlüsselung der Fächergruppe "Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften" Berechnungen des CHE Centrum für Hochschulentwicklung 2018 auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes; Angaben in Prozent.

Kontinuierlicher Anstieg: Zwischen 2010 und 2016 hat sich die Zahl der Studierenden ohne Abi mehr als verdoppelt und liegt aktuell bei bundesweit 57.000 Immatrikulierten. Das geht aus Berechnungen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervor.

Das CHE beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen des Bundesamts für Statistik. Als "Studierende ohne Abitur" definiert das CHE dabei all diejenigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung nicht über die allgemeine Hochschulreife beziehungsweise Fachhochschulreife erlangt haben, sondern über eine abgeschlossene Berufsausbildung, einen Meisterabschluss oder eine gleichwertige Aufstiegsfortbildung.

2016 schaffte es ein Prozent in die Medizin oder Zahnmedizin

Von den aktuell 107.000 Medizin- und Zahnmedizinstudierenden in Deutschland seien rund 700 über den beruflichen Weg an einen Studienplatz gelangt, schreibt das CHE in dem kürzlich veröffentlichten Arbeitspapier "Medizin und Pharmazie studieren ohne Abitur". Im Jahr 2016 nahmen laut den Berechnungen des Instituts insgesamt 146 Männer und Frauen ein Studium der Medizin oder Zahnmedizin auf. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es mit 112 Personen noch deutlich weniger Studienanfänger gewesen.

Trotzdem: Nach Aussage der CHE-Experten müsse man immer noch klar von Ausnahmefällen sprechen. "Gemessen an der Gesamtzahl aller Studienanfänger ohne allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife, die im Jahr 2016 bei 13.132 lag, beträgt der Anteil bezogen auf das Studienfach Medizin 1 Prozent", heißt es in dem Arbeitspapier.

Human- und Zahnmedizin auf Platz drei der Beliebtheitsskala

Im Jahr 2016 belegten rund 55 Prozent aller Studienanfänger ohne Abitur ein Fach aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Am zweitbeliebtesten waren die Ingenieurwissenschaften mit 20 Prozent. Mit einer Quote von 11,4 Prozent rangierte der Studienbereich Humanmedizin inklusive Zahnmedizin und Gesundheitswissenschaften bei den Studienanfängern dieser Gruppe auf Platz drei. Das entsprach rund 1.500 Personen.

Über 90 Prozent von ihnen entschieden sich für den Bereich der Gesundheitswissenschaften. Dazu gehören unter anderem Studiengänge aus Fachrichtungen wie Pflegewissenschaften oder Physiotherapie. Nur etwas über 9 Prozent nahmen ein Studium der Human- oder Zahnmedizin auf.

Die Konkurrenz schläft nicht

Das CHE nennt unter anderem diesen Grund dafür: starke Konkurrenz. "Laut aktueller Zahlen kommen im Sommersemester 2018 auf 1.678 Studienplätze in Medizin rund 19.700 Bewerbungen, was einer durchschnittlichen Nachfrage von 12 Studienbewerbern pro Studienplatz entspricht", heißt es in dem Papier.

Etwas günstiger habe es in der Zahnmedizin ausgesehen: "Dort sind es im selben Zeitraum rund 3.400 Bewerber für 603 Studienplätze und somit durchschnittlich 6 Interessenten pro Studienplatz."

Zahl der Abschlüsse ist gestiegen

Im untersuchten Zeitraum ist laut CHE die Zahl derjenigen, die ein Studium ohne den vorherigen Erwerb einer schulischen Hochschulzugangsberechtigung erfolgreich abschließen, stetig angewachsen und erreichte 2016 mit 7.200 Personen einen vorläufigen Höchstwert. Der Anteil der Absolventen aus dem Bereich Humanmedizin inkl. Zahnmedizin liegt bei 0,5 Prozent.

Jenseits der 40 beginnen mehr Frauen als Männer ein Studium

Das CHE hat im Rahmen der Analyse auch Daten zu Geschlecht und Alter der Studierenden ausgewertet. Das Ergebnis: Jeder zweite Studierende, der sich rein über den beruflichen Weg für ein Studium qualifiziert hat, ist zwischen 20 und 30 Jahre alt. Etwa ein Drittel sind 30 bis 40 Jahre alt. Männer sind laut CHE mit 55 Prozent nur wenig mehr vertreten als Frauen mit 45 Prozent. Auffallend sei jedoch, dass jenseits der 40 mehr Frauen "den Sprung in die akademische Ausbildung" wagten.

612639616465616466616467620641 612640 623463
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare