Absichtserklärung zur elektronischen Patientenakte (ePA)

Gesundheitsministerium, KBV und Krankenkassen wollen drei Bereiche

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und Bundesgesundheitsministerium (BMG) haben sich bei der elektronischen Patientenakte (ePA) auf "gemeinsame digitale Standards" geeinigt. Laut einer Absichtserklärung, die den zm vorliegt, soll es einen Standard-, einen Kassen- und einen Versicherten-Bereich geben.

Auch bei der elektronischen Patientenakte gibt es viele Möglichkeiten. Die Beteiligten im Gesundheitswesen haben sich nun auf die Standards dafür geeinigt. Adobe Stock - Dufra

Wie sollen diese Vorgaben aussehen?

Der GKV-Spitzenverband koordiniert einen Arbeitskreis, der die grundsätzliche Struktur der ePA festlegen soll. Demzufolge gibt es:

a) einen sogenannten ePA-Standard-Bereich. Das ist ein standardisierter Bereich für die "gleichartige Ablage von medizinischen Informationen aus der Versorgung", wie es in dem Dokument heißt. Das können Arztbriefe sein, Medikationspläne oder Notfalldaten.

b) einen ePA-Kassen-Bereich, der als Ablage für die von den Kassen bereitgestellten Informationen für die Versicherten dient, wie Abrechnungs-/Patientenquittungen und bei Bonusprogrammen gesammelte Punkte.

und

c) einen ePA-Versicherten-Bereich. Hier werden jegliche individuelle und lebensstilrelevante Daten abgelegt, die vom Versicherten bereitgestellt werden. Dazu gehören Pläne zu Ernährung (zum Beispiel von Ernährungsassistenten) und körperlichen Übungen oder (beispielsweise durch Apps) selbst erfasste Fitnessdaten.

GKV-Spitzenverband, KBV und BMG einigen sich

KBV und GKV-Spitzenverband haben sich mit dem Bundesgesundheitsministerium auf ein Grundkonzept für die elektronische Patientenakte geeinigt. Die ePA soll bis 2021 allen Versicherten zur Verfügung stehen.

mehr

 

gematik

Des Weiteren soll die gematik die "Architektur der ePA" - soweit zum Beispiel für Sicherheit und Praktikabilität notwendig - einheitlich für alle Anbieter spezifizieren. Dafür soll sie technische Standards und Schnittstellen für die Hersteller von Konnektoren und ePAs definieren. Auch die notwendigen Zulassungen für Betreiber und Anbieter von ePA-Lösungen/Komponenten erfolgen durch die gematik, heißt es in dem Papier.

Die gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH mit Sitz in Berlin wurde 2005 von den Spitzenorganisationen des Gesundheitswesens gegründet. Hinter ihr stehen GKV-SV, KBV, Bundesärztekammer (BÄK), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Deutsche Apothekerverband (DAV), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV).

Krankenkassen

Bezogen auf den Kassen-Bereich können die einzelnen Krankenkassen die nicht-medizinischen Inhalte eigenständig festlegen. Die Kassen streben dennoch eine Standardisierung gleicher Information durch den GKV-SV auch in diesem Bereich an, "soweit dies erforderlich oder sinnvoll ist", wird in dem Dokument betont.

Die Krankenkassen sollten ihre derzeitigen Aktivitäten nicht einstellen, sondern weiterhin ihren Versicherten "digitale Angebote machen und Erfahrungen im Austausch von medizinischen Daten zwischen den an der Versorgung Beteiligten sammeln". Vor diesem Hintergrund sollten Übergangs- und Migrationsregelungen für die aktuellen Gesundheitsakten-Lösungen (eGA) und Transportwege entwickelt werden, die eine "iterative Umsetzung der ePA nach § 291a SGB V nach Modulen mit Priorisierung der Anbindung an die Telematikinfrastruktur und Schnittstellen zu den Primärsystemen" vorsehen.

KBV und KZBV

Die KBV legt fest, was technisch und semantisch für die medizinischen Daten erforderlich ist - im Benehmen mit GKV-SV und gematik auf Basis internationaler Standards – "soweit gesetzlich nichts anderes festgelegt ist", schränkt das Papier ein. Die technischen und semantischen Vorgaben für die zahnärztliche Versorgung werden von der KZBV zugeliefert.

Eingeladen hatte das BMG Vertreter der Krankenkassen und ihrer IT-Dienstleister (AOK, TK, Bitmarck, Barmer), des GKV-Spitzenverbands, der KBV und der gematik. Die KZBV war bei den Gesprächen nicht einbezogen. Da die Anbindung an die zukünftige elektronische Patientenakte gemäß § 291a SGB V auch in den Zahnarztpraxen umzusetzen ist, hatten sich KBV und GKV-SV im Nachgang der Gespräche mit der KZBV abgestimmt.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den bisherigen Aktenmodellen und der "gemeinsame Konsens" für die Akte gemäß § 291a SGB V "Elektronische Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur" wurden in dieser Grafik dargestellt:

 

 

Die Unterzeichner der Absichtserklärung bitten das BMG abschließend, die beschriebenen Vorgehensweisen "durch die Schaffung entsprechender Rechtsgrundlagen einschließlich der notwendigen datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen" zu unterstützen.

18883221878034187803018780311888323 1888324 1878032
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare