Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie

"IGES-Gutachten zum KFO-Nutzen vielfach falsch interpretiert"

Die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) unterstützt die Forderung nach mehr Versorgungsforschung in der Kieferorthopädie, weist jedoch Behauptungen zurück, wonach der Nutzen kieferorthopädischer Therapien nicht belegt sei.

Die DGKFO stellt sich vehement gegen "falsche Interpretationen" des IGES-Gutachtens. DGKFO

Heute nahm die DGKFO zur laufenden Diskussion um den Nutzen kieferorthopädischer Behandlungen Stellung.

Nachklapp zur IGES-Studie? Die gesetzlichen Krankenkassen fordern belastbare Studien zum Nutzen von Zahnspangen und anderen kieferorthopädischen Behandlungen.

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Wir geben die Mitteilung im Wortlaut wieder:

"Das vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene IGES-Gutachten sollte auf Basis einer Analyse von Teilen der kieferorthopädischen Literatur aufzeigen, welche langfristigen Auswirkungen die wichtigsten kieferorthopädischen Behandlungsarten auf die Mundgesundheit haben, wie hoch die Kosten sind, welche die GKV und Selbstzahler für diese Leistungen aufbringen, und welche Forschungsbedarfe bestehen, um Nutzen und Evidenz der Therapie festzustellen.

"Solche Untersuchungen können kein maximales Evidenzniveau erreichen"

Die Ergebnisse dieses Gutachtens zeigen hauptsächlich, dass die von den Autoren identifizierten und ausgewerteten Studien und Routinedaten zur Beantwortung dieser Fragen nur eingeschränkt oder nicht geeignet sind. Darum waren abschließende Einschätzungen nicht möglich.

Dies liegt nicht an einer schlechten Studienlage im Fach Kieferorthopädie, sondern der generellen Problematik bestimmter klinischer Studien, bei denen wünschenswerte Endpunkte, die erst nach sehr vielen Jahren erfassbar wären, realistischerweise nicht erreicht werden können und daher Ersatzparameter ausgewertet werden müssen. Darum können solche Untersuchungen kein maximales Evidenzniveau erreichen. Dies ist keine Besonderheit der Kieferorthopädie, sondern kommt in allen medizinischen und zahnmedizinischen Disziplinen vor.

"Unser Positionspapier von 2018 besitzt noch volle Gültigkeit"

Als Reaktion auf einen Bericht des Bundesrechnungshofes vom April 2018, der das BMG veranlasst hatte, das IGES-Gutachten in Auftrag zu geben, hat die DGKFO bereits im Mai 2018 ein Positionspapier auf Basis der aktuellen, fachrelevanten Literatur verfasst. Dieses besitzt auch jetzt noch volle Gültigkeit. Es kann auf der Seite der Gesellschaft heruntergeladen werden.

Dieses Positionspapier belegt auf der Basis der verfügbaren Literatur und der bisherigen klinischen Erfahrung, dass die Kieferorthopädie auf verschiedenen Ebenen, unter anderem bei der Atmung, der Überwachung und Korrektur von Störungen der Gebissentwicklung, der Wiederherstellung der Kaueffizienz, der Korrektur von überzähligen bzw. fehlenden Zähnen sowie bei interdisziplinären Therapiepfaden einen unverzichtbaren Bestandteil der dentofazialen Diagnostik und Therapie darstellt.

"Die DGKFO schließt sich der Richtigstellung des Bundesgesundheitsministeriums vollumfänglich an"

Für Patienten wichtige Beispiele klinisch-kieferorthopädischer Therapien sind etwa verlagerte und damit kaufunktionell nicht nutzbare Zähne, die wieder in die Mundhöhle und den Zahnbogen eingestellt werden können und somit lebenslang ihre Funktion erfüllen können. Wenn bleibende Zähne fehlen – Beispiel zwei – lässt sich durch einen kieferorthopädischen Lückenschluss eine ansonsten notwendige prothetische Versorgung in bestimmten Fällen vermeiden. Die Liste des klinischen Nutzens für den Patienten ließe sich fortsetzen.

Auch das Bundesgesundheitsministerium hat aktuell angesichts der Debatte und teilweise falscher Interpretationen des Gutachtens der IGES Institut GmbH die Notwendigkeit kieferorthopädischer Maßnahmen ausdrücklich bestätigt.

Die DGKFO e.V. schließt sich vollumfänglich dieser durch das Bundesgesundheitsministerium veröffentlichen Richtigstellung zum Gutachten der IGES Institut GmbH nach dessen falscher Interpretation durch ein Medium vom 3. Januar 2019 an.

BILD unterstellt "Abzocke", BMG, BDK, KZBV widersprechen

Bundesgesundheitsministerium (BMG), Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) widersprechen dem "BILD"-Bericht über ein Gutachten zur Kieferorthopädie.

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Die DGKFO e.V. fördert die Grundlagenforschung und klinische Forschung auf dem Gebiet der Kieferorthopädie sowie der angrenzenden klinischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen, der Wissenschaft und Praxis, Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung auf dem Gebiet der Kieferorthopädie.

"Schritte zur Teilnahme an der Mundgesundheitsstudie in die Wege geleitet"

Aufgrund dieses satzungsgemäßen Auftrags hat die DGKFO e.V. beispielsweise ihre Leitlinienarbeit in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde verstärkt. Zudem wurde ein Qualitätsleitfaden zur kieferorthopädischen Therapie erarbeitet, der im Heft 2/2019 der Fachzeitschrift "Journal of Orofacial Orthopedics" veröffentlicht werden wird.

Bereits in ihrer Stellungnahme im Mai 2018 hat die DGKFO die Teilnahme an der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS VI) vorgeschlagen und die dafür erforderlichen Schritte in die Wege geleitet."

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