Gemeinsame Initiative von BZÄK und CP GABA

Präventionspreis 2018 "Medizin und Zahnmedizin" verliehen

Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und CP GABA haben heute den Preis "Medizin und Zahnmedizin – Prävention verbindet" verliehen. Preisträger sind zwei Arbeitsgruppen aus Niedersachsen und Sachsen und ein Zahnarzt aus Hessen.

Initiatoren, Juroren und Preisträger vereint. Von links nach rechts: Dr. Sebastian Ziller MPH, Leiter der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung (BZÄK); Sibel Ciftci, Master of Science, Scientific Project Manager bei CP GABA; Dr. Marianne Gräfin Schmettow, Leiterin Scientific Affairs bei CP GABA und Co-Initiatorin; Dr. Gerhard Schmalz, Preisträger; Prof. Dr. Dirk Ziebolz, Preisträger; Prof. Dr. Hüsamettin Günay, Preisträger; Dr. Boris Jablonski, Preisträger; Prof. Dr. Ulrich Schiffner, Juror; Prof. Dr. Henrik Dommisch, Juror; Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK und Co-Initiator BZÄK/Svea Pietschmann

Mit dem Präventionspreis wurden drei Projekte geehrt, "die mit zukunftsorientierten Ansätzen die interdisziplinäre Gesundheitsförderung vorantreiben", wie es in der Begründung heißt. Der unabhängigen Jury gehörten unter anderem Prof. Henrik Dommisch (Charité Universitätsmedizin Berlin) und Prof. Ulrich Schiffner (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) an. Die Experten legten bei ihrer Auswahl Wert darauf, dass die prämierten Projekte praxisnah, wissenschaftlich fundiert und bundesweit umsetzbar sind. Der Präventionspreis ist mit einem Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro dotiert.

In seiner Ansprache hob der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer Prof. Dr. Dietmar Oesterreich hervor, dass die gemeinsame Initiative zwar seit 2014 bestünde, die Zusammenarbeit mit CP GABA aber älter sei. Schon seit 2000 würde man gemeinsam überlegen, wie man das Thema Prävention in den Vordergrund rücken könne. Des Weiteren führte Oesterreich aus, dass gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels Zahnärzte gefordert seien, medizinische Kompetenzen zu zeigen. Denn "Munderkrankungen stehen mit anderen Erkrankungen in Zusammenhang". Leider sei bei der medizinischen Ausbildung "keine Stunde Zahnmedizin" mehr dabei, bedauerte der BZÄK-Vizepräsident. Und das, obwohl die "Zahnmedizin nachhaltige Erfolge vorzuweisen" habe. Beim Thema Diabetes rief er zu gemeinsamen Forschungsprojekten mit medizinischen Fachkollegen auf.

Die Urkunden und Blumensträuße an die Preisträger überreichte Oesterreich gemeinsam mit der Leiterin Scientific Affairs bei CP GABA und Co-Initiatorin Dr. Marianne Gräfin Schmettow. Sie betonte ebenfalls die zunehmende Bedeutung der zahnmedizinischen Prävention mit erhöhter Evidenz der Zusammenhänge zwischen Allgemeinerkrankungen und Mundgesundheit. "Für Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen kann eine gute Mundgesundheit zudem die Lebensqualität verbessern", erklärte die Biologin.

Die Preisträger

Der erste Preis ging an die sechsköpfige Arbeitsgruppe "Zahnärztliche Gesundheitsförderung interdisziplinär" der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Herrn Prof. Hüsamettin Günay wird für ihr Projekt zur Integration der zahnärztlichen Gesundheitsförderung im Diabetes-Pass und in Diabetes-Schulungen ausgezeichnet. Die Forscher erarbeiteten ein Einlegeheft für den Diabetes-Pass, das Informationen zu Zahn- und Mundgesundheit enthält und in dem zahnärztliche Befunde und Therapiemaßnahmen eingetragen werden können. Außerdem entwickelte die Arbeitsgruppe das Modul "zahnärztliche Gesundheitsförderung" zur Integration in Diabetes-Schulungen. Dadurch sollen Diabetes-Patienten unter anderem besser über die Bedeutung der häuslichen Mundhygiene und die Wechselwirkungen zwischen Allgemein- und Mundgesundheit aufgeklärt werden.

Den zweiten Preis erhielten Dr. Gerhard Schmalz, Dr. Klaus-Jürgen Fischer (beide Werdau OT Steinpleis/Freistaat Sachsen) und Prof. Dr. Dirk Ziebolz (Leipzig). Sie entwickelten ein Konzept zur "Detektion von (Prä-)Diabetes im Rahmen eines präventionsorientierten parodontalen Therapiekonzeptes in der zahnärztlichen Praxis unter Verwendung eines adaptierten fragebogenbasierten Screenings". Hintergrund ist die wissenschaftlich nachgewiesene bidirektionale Beziehung zwischen Parodontitis und Diabetes. Umgesetzt wird das Konzept im Rahmen einer Parodontitis-Spezialsprechstunde, in der Patienten mit einer schweren Parodontitis anhand eines validierten Fragebogens auf ein bestehendes Diabetesrisiko hin untersucht werden. Sind die ermittelten Werte auffällig, werden die Patienten mit einem entsprechenden Arztbrief und der Bitte um weitere Abklärung an ihren Hausarzt weitergeleitet.

Dr. Boris Jablonski (Lollar/Hessen) wurde mit dem dritten Preis geehrt. Sein Projekt widmet sich der "Gesundheitsförderung und Prävention von Pflegebedürftigen im eigenen Zuhause oder in Alten- und Pflegeeinrichtungen anhand von digitalen und telemedizinischen Möglichkeiten". Kern des vorgestellten Präventionskonzeptes ist es, die Befunderhebung und Diagnoseerstellung effektiver zu gestalten, indem digitale Techniken eingesetzt werden. So können zum Beispiel digitale Unterlagen oder die Nutzung eines mobilen Touchpads, das direkt mit der Praxissoftware verbunden ist, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten, Ärzten sowie Alten- und Pflegeheimen vereinfachen. Ziel des prämierten Präventionskonzeptes ist es, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Pflegebedarf zu verbessern.

Schwerpunkt liegt auf Zusammenarbeit von medizinischen und zahnmedizinischen Fachdisziplinen

Das aktuelle Fokusthema der Initiative widmet sich der Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit von medizinischen und zahnmedizinischen Fachdisziplinen. Auch wenn mittlerweile die Mundgesundheit schon häufig als wesentlicher Bestandteil der Allgemeingesundheit anerkannt wird, konzentrieren sich Präventionsansätze überwiegend auf die einzelnen Fachgebiete. Da es aber wichtige Risikofaktoren gibt, die zahlreiche Erkrankungen betreffen, sollte Gesundheitsförderung nicht aufgegliedert werden, so die Initiatoren.

Die Initiative

Ziel der 2014 von BZÄK und CP GABA ins Leben gerufenen Initiative ist es, praxisrelevante Präventionskonzepte zu fördern, die zu einer mundgesunden Zukunft führen. Erfolgreiche Projekte und vielversprechende Ansätze sollen identifiziert, ausgezeichnet und durch Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden. Die bisherigen Fokusthemen der Initiative waren "frühkindliche Karies" (Early Childhood Caries – ECC), Mundgesundheit in der Pflege sowie interdisziplinäre Gruppenprophylaxe.

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