Umgestaltung der Notfallversorgung

116117 wird zentrale Anlaufstelle für Patienten

Ab 2020 soll die Servicenummer des Bereitschaftsdienstes bundesweit als telefonische Anlaufstelle für Patienten dienen. Die KBV und die KVen bereiten sich derzeit auf die Umgestaltung der Notfallversorgung vor.

Auch die Terminservicestellen der KVen, die Termine bei Haus- und Fachärzten sowie bei Psychotherapeuten vermitteln, sollen ab 2020 unter der 116117 erreichbar sein. KBV

Die Servicenummer 116117 ist bisher nur für den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichbar. Ziel ist es, Patienten mit akuten Beschwerden zu helfen, die für sie passende Versorgung zu erhalten. Dazu erklärte KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen auf einer Presseveranstaltung: "Gerade im Krankheitsfall sind viele Menschen verunsichert und wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Aus Sorge, es könnte etwas Ernstes sein, gehen sie oft auch tagsüber direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses, obwohl es kein Notfall ist. Dies wollen wir mit unserem Angebot verhindern."

Ab 1. Januar sollen sich Patienten mit akuten Beschwerden rund um die Uhr an die 116117 wenden können. Medizinisch geschulte Mitarbeiter sollen mithilfe eines standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens feststellen, wie dringlich eine Behandlung ist und wo sich der Patient hinwenden kann. Dies kann je nach Schwere der Beschwerden ein niedergelassener Arzt, eine Bereitschaftsdienstpraxis oder auch die Notaufnahme sein. In Notfällen wird die 112 eingeschaltet, dazu sollen beide Nummern digital enger vernetzt werden. Geplant ist, Patienten mit akuten Beschwerden bei Bedarf noch am selben Tag einen Termin beim Haus- oder Facharzt zu vermitteln, hieß es bei der KBV dazu.

Eine App mit Terminservice ist in der Entwicklung

Auch die Terminservicestellen der KVen, die Termine bei Haus- und Fachärzten sowie bei Psychotherapeuten vermitteln, sollen ab 1. Januar 2020 unter der 116117 erreichbar sein. Damit setzt die KBV Vorgaben aus der Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) um. Ergänzend dazu soll es – neben einer überarbeiteten Webseite auch eine 116117-App geben, mit der Patienten unter anderem nach Bereitschaftsdienstpraxen und Ärzten suchen können. Ab Januar soll die App um einen eTerminservice ergänzt werden.

Der Gesetzgeber sieht vor, dass neben dem Ausbau der 116117 an Krankenhäusern integrierte Notfallzentren (INZ) entstehen sollen – als Anlaufstelle für Patienten, die – so Gassen auf der Presseveranstaltung - "zwar einen akuten Bedarf haben, aber nicht lebensrettender oder intensivmedizinischer Sofortmaßnahmen bedürfen". Die 116117 gilt als Eintritt in das Versorgungssystem und zur Bestimmung der Dringlichkeit der Behandlung. Mittels eines standardisierten medizinischen Verfahrens werden Patienten dann in die für sie richtige Versorgungsebene – Notfall, Bereitschaftsdienst oder normale Arztsprechstunde – gelotst.

Die KBV und die KVen werden am 30. August eine groß angelegte Werbekampagne starten, um die 116117 bundesweit in der Bevölkerung zu bewerben.

 

Reform der Notfallversorgung

Um die Versorgung im Notfall zu verbessern, hat das Bundesgesundheitsministerium vor kurzem einen Arbeitsentwurf für ein Gesetz zur Reform der Notfallversorgung an die Länder verschickt. In einem intensiven Dialog mit den Ländern soll der Entwurf weiterentwickelt werden. Geplant ist:

  • Die Einrichtung gemeinsamer Notfall-Leitstellen, die unter 112 oder 116117 erreichbar sind.
  • Bestimmte Krankenhäuser sollen integrierte Notfallzentren einrichten.
  • Der Rettungsdienst soll künftig ein eigenständiger medizinischer Leistungsbereich werden.

Der Diskussionsentwurf für die Notfallversorgung sieht auch vor, dass der Sicherstellungsauftrag der KVen für die ambulante Versorgung zu den sprechstundenfreien Zeiten (Notdienst) gestrichen wird und auf die Länder übergehen soll. Näheres steht noch offen.

Unterdessen wird das Thema Sicherstellungauftrag intensiv diskutiert. So spricht sich die KBV gegen einen dritten Sektor zur Notfallbehandlung aus. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft setzt sich dafür ein, dass die geplanten Integrierten Notfallzentren an den Kliniken ohne die Vertragsärzte umgesetzt werden sollen. Der BMG-Entwurf sieht vor, dass Kliniken und Vertragsärzte die INZ in gemeinsamer Verantwortung führen sollen.

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