Westfalen-Lippe

Fremdinvestoren: 1.200 Zahnärzte äußern ernste Bedenken

1.200 Zahnärzte aus Westfalen-Lippe hatten sich bei ihrer KZV oder Kammer gemeldet, weil sie wegen der stark steigenden Anzahl arztgruppengleicher MVZ die Patientenversorgung gefährdet sehen.

Nach dem Brief von KZV und Zahnärztekammer Westfalen-Lippe an Jens Spahn meldeten sich 1.200 Zahnärzte bei ihrer Standesvertretung, weil sie aufgrund der zunehmenden Anzahl an Investoren-MVZ die Patientenversorgung bedroht sehen. KZVWL

"Das Ziel der Investoren ist hierbei ganz klar die schnelle Rendite und nicht eine Sicherung der Versorgung“, bestätigt Dr. Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der KZV Westfalen-Lippe.

Der Kammerpräsident Dr. Klaus Bartling bekräftigt: „Wir fordern, dass MVZ für den vertragszahnärztlichen Bereich künftig ausschließlich arztgruppenübergreifend möglich sind. Andernfalls ist die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung in Westfalen-Lippe gefährdet.“

Mit einem offenen Brief an Jens Spahn warnen Kammer und KZV Westfalen-Lippe vor dem Eindringen von Investoren in die zahnmedizinische Versorgung: Ein Großinvestor eröffnete seine erste Niederlassung in Münster.

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Anders als in der ärztlichen Versorgung könne man die zahnärztliche Versorgung nicht durch stationäre Behandlungen auffangen. Entsprechende Beschlüsse wurden dazu wurden auch in der Vertreterversammlung der KZVWL sowie in der Kammerversammlung gefasst.

Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Anfang Juni hatten Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZVWL) und Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL) erneut auf die Problematik hingewiesen, dass vermehrt fachfremde Investoren in den zahnärztlichen Gesundheitsmarkt drängen, indem sie Zahnarztpraxen und kränkelnde Kliniken aufkaufen und so MVZ gründen. Spahns Reaktion steht aktuell noch aus.

Die rasante Entwicklung der MVZ sei aus verschiedenen Gründen problematisch für die bislang sehr gute zahnärztliche flächendeckende Versorgung. Zwar wirkten die Großstrukturen aufgrund der verschiedenen Anstellungsmöglichkeiten zunächst attraktiv für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte, MVZ seien jedoch selten in strukturarmen und schlecht versorgten Gebieten zu finden; Finanzinvestoren forcierten die Niederlassung in den Ballungsräumen.

"Die jungen Zahnärzte fehlen darum in den freiberuflichen Praxisstrukturen, die bislang die flächendeckende zahnärztliche Versorgung der Patienten garantieren", betonen Bartling und Seib.

Hintergrund

Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) wurde 2015 die Möglichkeit für arztgruppengleiche MVZ geschaffen, die anders als im ärztlichen Bereich nachweislich keine Verbesserung der zahnärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen bedeuten. Gleichzeitig sind gesetzliche Regelungen für Anstellungsgrenzen von angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten nicht getroffen worden. Auch fehlen Regelungen, die eine regelmäßige fachliche Anleitung und Überwachung dieser Angestellten vorschreiben. Diese Tatsache stellt ein erhebliches Risiko für eine qualitätsgesicherte Versorgung dar. Patienten werden nicht mehr individuell behandelt, um gesundzuwerden. Eine hohe Gewinnmaximierung steht im Fokus der Konzerne.

KZV und Zahnärztekammer Westfalen-Lippe

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