Unmut wegen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes

KBV startet Unterschriftenaktion gegen Neupatientenregelung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine Unterschriftenaktion gegen die geplante Neupatientenregelung im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz gestartet. Vertragsärzte sind aufgerufen, sich an einem offenen Brief gegen Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach zu beteiligen.

Der Unmut der Ärzteschaft gegen die Abschaffung der Neupatientenregelung in dem von der Bundesregierung geplanten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz wächst: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Vertragsärzte und -psychotherapeuten jetzt aufgerufen, sich per Unterschriftenaktion an einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) zu beteiligen goodluz_adobe.stock.com

In dem Brief wird der Minister aufgefordert, die Pläne fallen zu lassen und den Entwurf zu ändern. Im Vertrauen auf den Bestand gesetzlicher Regelungen hätten die Praxen trotz größter Belastungen ihr Terminangebot ausgebaut, heißt es in dem Brief.

Nun wolle der Minister diese Regelung wieder streichen, die er noch vor wenigen Jahren als Bundestagsabgeordneter vehement eingefordert hatte. In dieser auch für die Praxen sehr schwierigen Zeit treffe die Ärzte und Psychotherapeuten das Vorhaben sehr hart. Es führe dazu, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten nicht auf dem bisherigen Niveau aufrechterhalten werden könne.

"Viele Kolleginnen und Kollegen sind einfach stinksauer!"

„Viele Kolleginnen und Kollegen sind einfach stinksauer, dass die Politik immer wieder versucht, die ambulante Versorgung zu schwächen, und dass ihre Arbeit nicht wertgeschätzt wird“, erklärte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen: „Mit der Streichung der Neupatientenregelung wird ihnen einfach mal Honorar weggenommen.“

Mit massiver Kritik hat die KZBV auf die Pläne im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz zum zahnärztlichen Bereich reagiert. Sie warnt vor den Folgen für Patienten und die Mundgesundheit in Deutschland.

Vize-Vorsitzender Dr. Stephan Hofmeister unterstrich, dass gerade in der jetzigen Zeit, die voller Unsicherheiten stecke, Leistungskürzungen fatal seien: „Die Menschen brauchen zumindest Verlässlichkeit, was ihre Gesundheitsversorgung betrifft“, betonte er.

Die Unterschriftenaktion wird von der KBV, den KVen und den ärztlichen Berufsverbänden koordiniert. Die Ärzte sind aufgerufen, ihren Protest gegen die Regelung öffentlich kundzutun. Das Protestschreiben soll zusammen mit den gesammelten Unterschriften an den Bundesgesundheitsminister übergeben werden.

Aus dem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Lauterbach:

Appelliert wird an die Herausforderungen der Praxen in der Pandemie: „Wir mussten die Patientenströme entzerren, haben gesonderte Infektionssprechstunden angeboten, die Hygienepläne unserer Praxen angepasst, pandemiebedingte Personalausfälle in der Praxis kompensiert, auch abends und an den Wochenenden geimpft wie verrückt, Patientinnen und Patienten in Gesprächen von der Impfung überzeugt, uns mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegen Drohungen zur Wehr gesetzt etc. Außerdem haben wir neben der regulären Versorgung auch mit der Versorgung der Corona-Patientinnen und -Patienten die Kliniken und die Kolleginnen und Kollegen dort vor Überlastung geschützt.“

Kritisiert wird die mangelnde Wertschätzung aus der Politik: „In dieser Zeit haben wir hautnah erlebt, wie alle in unseren Teams auf ganz unterschiedliche Weise weit über die Belastungsgrenze gearbeitet haben, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Gleichwohl wurde eine entsprechende Wertschätzung unserer Medizinischen Fachangestellten durch das Bundesministerium für Gesundheit mit einem Coronabonus versagt.“

Hingewiesen wird auf die aktuelle Krisenhäufung und auf wirtschaftlichen Druck: „Steigende Energie-, Personal- und Materialkosten bringen uns als Unternehmer und Arbeitgeber unter zusätzlichen wirtschaftlichen Druck, was auch dazu beiträgt, dass der Generationenwechsel in der ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung massiv erschwert wird.“

65007386489121648912764891286500739 6500740 6489130
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare