Eine Ärztin fordert

Männerquote im Medizinstudium?

Die Herzchirurgin und CDU-Bundestagsabgeordnete Prof. Claudia Schmidtke aus Lübeck fordert zwecks Behebung des Ärztemangels eine Männerquote im Medizinstudium. Selbst die Männer halten den Vorschlag für falsch.

Was meinen Sie: Ist die Männerquote im Medzinstudium der richtige Weg, um die die flächendeckende Versorgung zu sichern? Adobe Stock_ufotopixl10

Falls nicht mehr Männer an den Hochschulen zugelassen würden, befürchtet die 52-Jährige künftig existenzielle Versorgungsprobleme. Deshalb hält die Medizinerin die Einführung einer Männerquote für erforderlich, berichten die Lübecker Nachrichten.

"Wenn wir insbesondere bei Studium und Ausbildung nicht bald gegensteuern, werden wir die Folgen des Ärztemangels in den kommenden Jahrzehnten bitter bereuen", zitiert das Blatt Schmidtke, die bei der Bundestagswahl 2017 überraschend den Wahlkreis Lübeck direkt gewann.

Ärztinnen: "viel häufiger in Teilzeit und seltener Praxisgründerinnen"

Über 70.000 Ärzte in Deutschland seien über 50 Jahre alt. Es sei zwar zu begrüßen, dass viele Frauen den Medizinerberuf ergreifen, betont die Abgeordnete gegenüber der Zeitung: "Auf der anderen Seite wissen wir aber, dass Frauen viel häufiger in Teilzeit arbeiten und seltener Praxisgründungen vornehmen." Männer hingegen schafften aufgrund der besseren Abiturnoten der Frauen immer seltener die Zulassung zum Medizinstudium.

Angaben zur Höhe der Männerquote machte Schmidtke nicht. "Mir ist wichtig, dass die Hochschulen die Hoheit über die Auswahl der Studierenden behalten", führte sie aus, "ich wünsche mir, dass sie stärker am Allgemeinwohl orientiert aussuchen." Die Ausbildung eines einzelnen Mediziners koste das Land rund 200.000 Euro kosten. Schmidtke: „Dann dürfen die Länder auch erwarten, dass die ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte in der Region bleiben und die ärztliche Versorgung dort übernehmen.“

"Unpassend und falsch"

Mit ihrer Forderung steht Schmidtke bisher allerdings recht alleine da.

  • So hält Prof. Karl Lauterbach (SPD) den Vorschlag "für unpassend und falsch": "Das würde bedeuten, dass wir geeigneten Frauen den Weg ins Medizinstudium verwehren müssten.“ Statt mit Geschlechterquoten zu arbeiten, müssten mehr Studienplätze für Männer und Frauen geschaffen werden", zitiert das Blatt den SPD-Gesundheitspolitiker.  
  • Eine Männerquote würde die Sache nicht einfacher machen, pflichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Tim Brockmann bei.
  • Eine Männerquote löse das Problem des Ärztemangels nicht, sagte der Zeitung auch Dr. Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein. Er fordert stattdessen ein Anreizsystem, „das die Mehrarbeit von Ärzten auch honoriert“.
  • „Wir brauchen keine Männerquote, sondern ein anderes Auswahlverfahren“, zitieren die LN Prof. Dr. med. Jürgen Westermann, Studiengangsleiter im Bereich Studium & Lehre der Sektion Medizin an der Univeristät Lübeck. „Die Abiturnote darf nicht so ein großes Gewicht haben.“

Erst vergangenes Frühjahr hatte der heute 77-jährige Radiologieprofesor Jürgen Freyschmidt aus Bremen eine 50-Prozent-Quote im Medizinstudiumfür Männer gefordert. Bislang ohne Erfolg.

Laut Statistischem Jahrbuch der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) lag der Frauenanteil bei zahnärztlich tätigen Personen 2017 bei 45,1 Prozent. Das sind bereits 8,8 Prozent mehr als im Jahr 2000.

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