Hartmannbund

Medizinstudierende fordern faire Vergütung im PJ

Die Medizinstudierenden im Hartmannbund fordern erneut eine faire Bezahlung ihrer Leistungen im Praktischen Jahr (PJ). Anlass ist der Beschluss des Bundestages über einen Mindestlohn für Auszubildende.

Der Hartmannbund dokumentiert die von den Kliniken gezahlten PJ-Vergütungen: Etwa 60 Prozent der erfassten 769 Kliniken zahlen den PJlern 400 Euro oder weniger im Monat, 19 Prozent nichts. Nur 0,3 Prozent zahlen eine Leistungsvergütung in Höhe des von den Studierenden geforderten BAföG-Höchstsatzes. Adobe Stock_gpointstudio

„Es ist zu begrüßen, wenn der Gesetzgeber sich darum kümmert, dass Auszubildende sich in der Lehre nicht unter Wert verkaufen müssen“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, Christian Wolfram, nach dem Beschluss des Bundestages, einen Mindestlohn für Auszubildende einzuführen.

Noch schöner wäre es allerdings, so Wolfram, wenn sich der Bundestag in gleicher Weise der Tatsache annehme, dass die ganz überwiegende Zahl der Medizinstudierenden im PJ auf eine solch angemessene Vergütung weiter verzichten muss, weil viele Kliniken schlicht nicht entsprechend zahlen. Wolfram bekräftigte die Forderung der Medizinstudierenden, eine PJ-Aufwandsentschädigung in Höhe des jeweiligen Bafög-Satzes verpflichtend in der Approbationsordnung zu verankern.

20 Prozent der Kliniken zahlen den PJlern nichts

Der Hartmannbund dokumentiert die von den Kliniken gezahlten PJ-Vergütungen auf seiner Internetseite. Auf Nachfrage berichtet der Verband, dass zusammengefasst etwa 60 Prozent der dort dargestellten 769 Kliniken den PJlern 400 Euro oder weniger im Monat zahlen; 19 Prozent zahlen sogar überhaupt keine Aufwandsentschädigung. Die Medizinstudierenden des Hartmannbundes fordern eine Aufwandsentschädigung in Höhe des BAföG-Höchstsatzes. Eine Leistungsvergütung in dieser Größenordnung wird zurzeit nur von circa 0,3 Prozent der Kliniken gezahlt.

Die Medizinstudierenden fordern den BAföG-Höchstsatz

Seit Jahren weisen Medizinstudierende darauf hin, dass aus ihrer Sicht eine angemessene Aufwandsentschädigung im PJ notwendig ist. Unterstützt werden sie dabei unter anderem vom Deutschen Ärztetag, vom Hartmannbund und vom Marburger Bund. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) fordert eine Aufwandsentschädigung für alle PJler in Deutschland in Höhe des BAföG-Höchstsatzes (derzeit 649 Euro pro Monat) netto zusätzlich dem Krankenkassenbeitrag für alle über 25-Jährige. Der bvmd hatte im Sommer dazu dem Bundesgesundheitsministerium eine Petition übergeben.

Aus der Petition der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland

Fehlende oder ungenügende Bezahlung bei 40 Stunden Arbeit pro Woche sind die Regel. 40 Prozent der Medizinstudierenden müssen im PJ auf ihr Erspartes zurückgreifen. Rund 28 Prozent sind neben der emotional und körperlich belastenden Vollzeittätigkeit am Krankenbett zudem noch auf Nebenjobs angewiesen. Anstatt unterrichtet zu werden oder lernen zu dürfen (Examensvorbereitung, Vor- und Nachbereitung des Stationsalltags), werden PJ-Studierende mancherorts größtenteils für stumpfe Routinetätigkeiten wie Blutabnahmen, Botengänge und Dokumentation eingesetzt.“

Die Bundesvertretung fordert:

  1.  BAföG-Höchstsatz als Aufwandsentschädigung und für alle über 25-jährigen zusätzlich den Krankenversicherungsbeitrag
  2. Das Gewähren von Krankheitstagen in gesplitteten Tertialen
  3. Mindestens vier Stunden Lehrveranstaltungen und mindestens acht Stunden Selbststudium pro Woche
  4. Persönlicher Zugang zum Patientenverwaltungssystem
  5. Eigene Arbeitskleidung und eigene Aufbewahrungsmöglichkeit für Kleidung und persönliche Gegenstände
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