Verband medizinischer Fachberufe appelliert an Arbeitgeber

Mehr Verantwortung für ZFA übernehmen!

Der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) appelliert an die Arbeitgeber, in der Coronakrise mehr Verantwortung für das Praxispersonal zu übernehmen. Der Geschäftsführende Vorstand der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat reagiert: Nicht erforderliche Behandlungen sollten nicht mehr durchgeführt werden.

Der VmF empfiehlt: "Überprüfen und ändern Sie die Praxisabläufe so, dass Kontakte auf die wirklich wichtigen Behandlungen beschränkt und die Infektionsketten auch in den Arzt-, Zahnarzt- und Tierarztpraxen unterbrochen werden." Adobe Stock_Robert Kneschke

In einem offenen Brief schreibt der Verband an die ärztlichen, zahnärztlichen und tierärztlichen ArbeitgeberInnen, dass noch immer Wartezimmer in Haus- und Facharztpraxen, aber auch in Tierarztpraxen voll seien, weil nicht zwingend erforderliche Behandlungstermine beibehalten werden, obwohl sie verschoben werden könnten.

Muss die PZR jetzt sein?, fragt der VmF

Außerdem werde beispielsweise von weitergebildeten Zahnmedizinischen Fachangestellten verlangt, dass sie professionelle Zahnreinigungen durchführen, bei denen durch Aerosole ein besonders hohes Maß an Viren übertragen werden könne.

Das zeuge nach Meinung des Verbandes weder von Verantwortung der ArbeitgeberInnen gegenüber den MitarbeiterInnen noch gegenüber der Gesellschaft. „Wir fordern die Verantwortlichen auf, ihr Handeln zu überprüfen und die Praxisabläufe so zu ändern, dass Kontakte auf die wirklich wichtigen Behandlungen beschränkt und die Infektionsketten auch in den Arzt-, Zahnarzt- und Tierarztpraxen unterbrochen werden“, heißt es in dem Brief.

Abstand als Ausdruck der Fürsorge und Prävention

Einzelne Verbände und Institutionen hätten dazu bereits klare Empfehlungen formuliert. Diese sollten unbedingt von allen ärztlichen, zahnärztlichen und tierärztlichen ArbeitgeberIinnen beachtet werden. Auch hier gelte: Abstand sei Ausdruck der Fürsorge und Prävention.

Bundeszahnärztekammer nimmt zum Appell des VmF Stellung:
„Die BZÄK weiß um die Problematik“

In einem persönlichen Brief an Präsidentin Susanne Haiber betont der Geschäftsführende Vorstand der Bundeszahnärztekammer: „Seien Sie versichert, dass die Bundeszahnärztekammer um die Problematik weiß. Unsere Zahnarztpraxen stehen wegen der Corona-bedingten Umsatzeinbußen auch vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen, die sich mit zunehmender Dauer der Krise verschärfen könnten. Wir möchten darauf hinweisen, dass KZBV und BZÄK ebenso wie die KZVen und LZÄKn alles tun, um ihren Beitrag zu leisten, diese Krise zu bewältigen.“

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wisse um die besondere Exposition der Zahnärzteschaft und des zahnärztlichen Teams. Der Minister kenne die aktuellen Sorgen und Nöte des Berufsstandes einschließlich der Fachangestellten. Es gebe die Zusage aus dem BMG, nach den Krankenhäusern und Ärzten zeitnah für eine gesetzliche Regelung zu sorgen, die die wirtschaftliche Sicherung der Zahnarztpraxen in dieser Krise gewährleisten solle.

„Wir möchten in dieser schweren Situation eindringlich an Sie und den VmF appellieren, unser aller Verpflichtung, den Menschen zu helfen, gerade in Zeiten einer großen gesundheitlichen Krise durch vorbildliches Handeln nachzukommen. Es ist dabei selbstverständlich, dass nicht erforderliche Behandlungen nicht mehr durchgeführt werden sollten und die Hygienevorschriften sowie das Infektionsschutzgesetz penibel eingehalten werden, um die Menschen genauso wie Personal bestmöglich vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen.“

Der GV verweist aber auch darauf, dass generelle Praxisschließungen nicht von den zahnärztlichen Organisationen verordnet werden können. Nur staatliche Behörden seien befugt, Praxisschließungen oder eine Notversorgung anzuordnen. Man dürfe auch bei allen nachvollziehbaren Nöten nicht vergessen, dass Praxen nicht die einzigen seien, die in dieser schwierigen Lage vor größte Probleme und Herausforderungen gestellt seien: „Menschen um uns herum verlieren in diesen Zeiten zum Beispiel ihre Existenzgrundlage, ihre sozialen Kontakte und Unterstützung, auf die sie dringend angewiesen sind.“

Antwort der VmF-Vorsitzenden Hannelore König: „Wir stehen der Seite der Zahnärzte“

Die VmF-Vorsitzende Hannelore König betont: „Die Zahnmedizinischen Fachangestellten stehen an der Seite der Zahnärzte, wenn es darum geht, die zahnärztliche Versorgung in der Corona-Krise aufrecht zu erhalten.“

Ausdrücklich begrüßt sie die klaren Ansagen von BZÄK und KZBV, den Schutz des Praxispersonals in den Vordergrund zu stellen und für die Einhaltung der Hygienevorschriften einzustehen. „Wir fühlen uns von den Organisationen ernst genommen und gehört,“ sagte sie gegenüber den zm.

„Dennoch dürfen wir mit unseren Forderungen nicht lockerlassen, denn es gibt immer noch Fälle, bei denen Praxisinhaber es anders machen. Gesundheitsschutz muss aber auf jeden Fall vor wirtschaftlichen Interessen stehen.“

Von der Politik wünscht sich König, dass die Rolle der PraxismitarbeiterInnen auch dort anerkannt wird. Diese tragen demnach neben den Ärzten und Zahnärzten maßgeblich dazu bei, die Versorgung am Laufen zu halten. König: „Rund 600.000 MFA und ZFA stehen hier an vorderster Front, ohne zu kneifen.“

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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