Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK)

Nach Skandalen: Apotheker verabschieden Resolution für mehr Patientensicherheit

Die jüngsten Skandale um Arzneimittelengpässe, Wirkstoffverunreinigungen oder illegale Fälschungen lassen das Vertrauen in die Arzneimittelsicherheit in Deutschland sinken. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AKM) reagiert mit einer Resolution.

Durch steigenden ökonomischen Druck innerhalb des Gesundheitssystems sowie durch habgieriges und rechtswidriges Verhalten Einzelner könne das Vertrauen in die Arzneimittelsicherheit nachhaltig geschädigt werden, heißt es in der am Donnerstag einstimmig verabschiedeten Resolution der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker. Adobe Stock/john9595

"Jüngste Geschehnisse, beispielsweise zu versorgungsrelevanten Arzneimittelengpässen, zu synthesebedingten, potenziell krebserregenden Wirkstoffverunreinigungen, zu illegalen Arzneimittelimporten (Fälschungen) oder einer vorsätzlichen, nicht den pharmazeutischen Regeln entsprechenden Bereitung von Krebsmedikamenten, zeigen exemplarisch, wie steigender ökonomischer Druck innerhalb des Gesundheitssystems sowie rechtswidriges, habgieriges Streben Einzelner das Vertrauen in die Arzneimittelsicherheit in Deutschland nachhaltig schädigen kann", heißt es in der Resolution für mehr Patientensicherheit.

Die AMK fordert darin alle Beteiligten auf, die Patientensicherheit stets vor ökonomische Interessen zu stellen. So sei "konsequent sicherzustellen, dass die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit Arzneimitteln der geforderten Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität gewährleistet bleibt". Grundlage hierfür sei die stetige Anwendung anerkannter nationaler und internationaler Standards durch die pharmazeutische Industrie sowie die konsequente Kontrolle zur Einhaltung der Maßgaben durch die zuständigen Behörden und Institutionen.

Seit Anfang Februar gelten neue Vorschriften über Sicherheitsmerkmale für in der EU verkaufte verschreibungspflichtige Arzneimittel.

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Anreize für kriminellen Verhalten sieht die AMK in "hohen Stückpreisen und einem unterschiedlichen Preisgefüge innerhalb Europas", ebenso wie in der "fehlenden Transparenz der Vertriebswege, die sich vor allem durch die Komplexität der Handelsketten außerhalb der legalen Vertriebskette durch Vermittler, Zwischenhändler und Importeure ergibt". Darüber hinaus werden "ökonomische Absichten zur Verlagerung der Produktion der Wirk- und Hilfsstoffe in das außereuropäische Ausland, unter Umgehung ethischer, sozialer sowie ökologischer Standards und bei gleichzeitiger Bestrebung zur Marktmonopolisierung", von der AMK zunehmend kritisch gesehen.

Patientensicherheit vor ökonomischen Interessen

"Die AMK begrüßt und unterstützt das grundsätzliche Anliegen des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), auch als Reaktion auf die genannten Geschehnisse, die rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der behördlichen Zuständigkeiten und Informationswege, insbesondere in Krisensituationen, zu verbessern. Gleichermaßen wird die Intention des Gesetzgebers anerkannt, im Sinne der Patientensicherheit die Überwachungsbefugnis der Landesbehörden sowie die Koordinierungsfunktion und (Rückruf-)Kompetenz der Bundesoberbehörden zu stärken.

Gleichzeitig drängt die AMK auf eine Entbürokratisierung beim Austausch von Arzneimitteln durch Rückrufe, die es Patienten ermöglicht, eine Weiterversorgung durch ihre Apotheke zu erhalten, ohne dass es einer erneuten ärztlichen Verschreibung bedarf.

Abschließend fordert die AMK den Gesetzgeber auf, jedwede marktwirtschaftlichen Interessen zur Ökonomisierung des Gesundheitssystems hinsichtlich der damit einhergehenden (potenziellen) Gefahren für Patienten kritisch zu bewerten und zu korrigieren. Sofern sich hieraus Risiken für Patienten ergeben könnten, ist diesen mit allen verfügbaren Mitteln auf nationaler und internationaler Ebene entgegenzutreten."

Auszug aus der Resolution der AMK vom 4.04.2019

Um diese Missstände zu beheben, fordert die AMK, die sogenannte Importquote für rezeptpflichtige Arzneimittel abzuschaffen, die Transparenz von komplexen Lieferketten innerhalb Europas zu erhöhen und den Austausch von zurückgerufenen Arzneimitteln zu entbürokratisieren. "Der Gesetzgeber muss sicherstellen, dass die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit Arzneimitteln der geforderten Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität gewährleistet bleibt", sagt Prof. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK.

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