Offene Briefe des FVDZ und des VmF an Spahn und Scholz

Ohne Schutzschirm erodiert die zahnärztliche Versorgung!

Die zahnärztliche Versorgung steht auf dem Spiel, viele Praxen müssen ihre Mitarbeiter entlassen! Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) und der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) appellieren an die Politik, den Rettungsschirm wie angekündigt auch über den Zahnärzten aufzuspannen.

Auch die Zahnarztpraxen brauchen den Rettungsschirm. Eine aktuelle Umfrage der apoBank belegt, dass von den Heilberuflern die Zahnärzte von der Corona-Krise wirtschaftlich am stärksten betroffen sind. Adobe Stock_

Der Erhalt der zahnärztlichen Versorgung steht auf dem Spiel: In einem Offenen Brief appelliert der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Rettungsschirm wie zugesagt auch über den Zahnärzten aufzuspannen.

Es geht um mehr als den Ausgleich für Ausfälle von Zahnärzten

„Es steht hier mehr auf dem Spiel als ein finanzieller Ausgleich für Einnahmeausfälle von Zahnärzten“, schreibt der FVDZ-Vorsitzende Dr. Harald Schrader in dem Brief an Spahn zur SARS-CoV-2-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung. Auch mehr als die Arbeitsplätze von 350.000 Mitarbeitern in den Zahnarztpraxen: „In dieser Krise - und mit dem Aufspannen des Schutzschirms oder dem Zusammenklappen - geht es darum, für die Patientinnen und Patienten in diesem Land bewährte zahnärztliche Versorgungsstrukturen über den Tag hinaus zu erhalten.“

Ohne einen Schutzschirm werde der Erosion der ambulanten Versorgung durch niedergelassene Zahnärzte blitzartig Vorschub geleistet.

apoBank-Umfrage unter Heilberuflern zeigt:
Zahnärzte sind von der Corona-Krise wirtschaftlich am stärksten betroffen

Laut einer aktuellen Umfrage der apoBank verzeichnen 58 Prozent der befragten Heilberufler einen Rückgang der Patienten. Dabei sehen sich die Zahnärzte von den wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 am stärksten betroffen: Ganze 89 Prozent melden rückläufige Patientenzahlen. Apotheken werden noch verhältnismäßig häufig frequentiert, doch auch hier geben 34 Prozent der Befragten zurückgehende Kundenzahlen an.

Die Befragung fand online über das hauseigene Umfragetool der apoBank statt. Mittels Stichprobe wurden vom 3. bis 27. April 521 Heilberufler, darunter 203 Humanärzte (130 Fachärzte, 73 Hausärzte), 91 Zahnärzte und 227 Apotheker befragt.

Ein Darlehen, das in den nächsten zwei Jahren zurückzuzahlen wäre, helfe den wenigsten weiter. Gerade neuen Praxen mit laufenden hohen Krediten drohe die Insolvenz, ältere Inhaber würden vorzeitig und vermutlich ohne Nachfolger schließen und junge Zahnärztinnen und Zahnärzte mit diesen Aussichten noch weniger das Risiko einer Niederlassung eingehen.

Investoren profitieren - und die Versorgung bleibt auf der Strecke

„Es entsteht ein Teufelskreis, der die zahnärztliche Versorgung erodiert und der den Investoren-gesteuerten MVZ das Feld überlässt“, befürchtet Schrader. „Am Ende der Pandemie wird die Versorgungslandschaft eine andere sein - und die Profiteure werden jene MVZ-Ketten sein, die nun durch finanzstarke Investoren im Hintergrund den längeren Atem haben.“

Nach dem Willen des BMF soll die Corona-Hilfe für Zahnärzte nur noch als Kredit vergeben werden. KZBV-Chef Dr. Wolfgang Eßer appelliert, zumindest die vom BMG vorgesehene 70:30-Lastenverteilung beizubehalten.

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Mit der Berücksichtigung der Zahnärzte in der Schutzverordnung wäre dem FVDZ zufolge zumindest ein Schritt getan, um die Versorgungslandschaft zu erhalten. Schrader: "Es wäre auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland, die wie andere ärztliche Fachgruppen für ihre Patienten da sind, dass sie in dieser beispiellosen Krise nicht vollständig vergessen wurden."

 

 

Der VmF schreibt an Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Parallel dazu hat der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) in einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz ebenfalls gefordert, die in der SARS-CoV-2-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung ursprünglich geplanten Maßnahmen für Zahnarztpraxen nicht zu kürzen.

Bundesvorstandsmitglied Hannelore König und Referatsleiterin ZFA Sylvia Gabel weisen in ihrem Schreiben darauf hin, dass bundesweit mehr als 200.000 ZFA in den Zahnarztpraxen arbeiten. Mit einem durchschnittlichen Verdienst von 2.040 Euro brutto im Monat sei dies im Fall von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit zu wenig zum Überleben und bereite vielen schlaflose Nächte und Existenzängste.

Die Patientenzahlen in den Zahnarztpraxen seien aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Maßnahmen, Verordnungen und Empfehlungen drastisch zurückgegangen. Ab Mitte März hätten daher viele Praxen ihre Angestellten in Kurzarbeit schicken müssen. "Im Endeffekt werden voraussichtlich in den nächsten Monaten viele Zahnmedizinische Fachangestellte gekündigt und Tausende werden arbeitslos. Circa 98 Prozent von ihnen sind Frauen."

"Die Zahnmedizinischen Fachangestellten fühlen sich von der Politik im Stich gelassen", macht der VmF deutlich. Es sei nicht zu verstehen, warum zahnärztliche Arbeitgeber anders behandelt werden als die niedergelassenen Arztpraxen, die Kliniken sowie die Heil- und Hilfsmittelerbringer. "Wir alle arbeiten in der Corona-Krise für unsere Patientinnen und Patienten, aber für unsere Berufe wird abends nicht geklatscht und von Bonuszahlungen spricht niemand. Wir unterstützen daher die Forderungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, einen echten Schutzschirm auch für die Zahnärzte und deren Beschäftigte zu etablieren."

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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