Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Patienten brauchen mehr Transparenz über Praxis- und Eigentümerstrukturen

Patienten können heute aus vielen zahnärztlichen Versorgungsangeboten und Praxisformen wählen, brauchen aber mehr Klarheit über Praxis- und Eigentümerstrukturen. Das zeigt der 6. Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung.

Wie Patienten die richtige Praxisform finden, hat der 6. Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung untersucht, der heute von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) vorgestellt wurde. asamizu_adobe.stock.com

Dem wissenschaftlich abgesicherten Bericht zufolge hat sich die Praxislandschaft in Deutschland in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten stark gewandelt: Am Versorgungsgeschehen nehmen demnach heute nicht mehr nur Einzelpraxen, sondern auch Gemeinschaftspraxen und immer mehr - zum Teil große - rein zahnärztliche medizinische Versorgungszentren (MVZ) teil.

anliegen von Patienten großer und kleiner Praxen unterscheiden sich kaum

Von Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen wurden im Jahr 2021 bundesweit rund 32.000 Beratungen durchgeführt; 2020 waren es rund 31.000. Dabei lassen sich in den meisten Fällen die Anliegen im Beratungsgespräch abschließend klären. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Mehr als acht von zehn Ratsuchenden sind gesetzlich krankenversichert, 8 Prozent haben eine private Krankenversicherung. Das entspricht in etwa den jeweiligen Anteilen der Allgemeinbevölkerung.
  • Die Beratungsgespräche erfolgen zu 77 Prozent telefonisch. Dieser Anteil hat sich im Vergleich zum Vorjahr (74 Prozent) noch einmal erhöht.
  • Die Beratungsanliegen von Patienten großer und kleiner Praxiseinheiten unterscheiden sich kaum.
  • Mehr als drei Viertel der Beratungen tragen zu einer unmittelbaren Problemlösung bei.
  • Ein Viertel der Ratsuchenden ist über 65 Jahre. Mit gut 62 Prozent haben vorwiegend Frauen Beratungsbedarf.
  • In 55 Prozent der Kontakte geht es wie schon in den Vorjahren um finanzielle und rechtliche Fragen, etwa um Versichertenansprüche und Patientenrechte. Ein weiteres Viertel entfällt auf Adress- und
    Verbraucherinformationen.
  • In 4.377 Fällen hatten Patienten Anliegen zum Bonusheft.
  • Leicht gestiegen ist der Informationsbedarf zu zahnmedizinischen Verfahren, die 14 Prozent der Beratungen ausmachen, während allgemeine gesundheitlich-medizinische Auskünfte rund 6 Prozent
    betragen.

„Patientinnen und Patienten wollen zu allererst eine gute Versorgung – in welcher Praxisform sie diese erhalten ist für sie sekundär, wenn sie sich gut beraten und behandelt fühlen", bilanziert Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der BZÄK. "Viele von ihnen wissen aber die vertrauensvolle und persönliche Betreuung besonders in kleinen Einzel- oder Gemeinschaftspraxen sehr zu schätzen."

Ein Vertrauensverhältnis entsteht in großen Praxen schwerer

Für Ermler steht fest: "Dieses Vertrauensverhältnis kann in großen Praxiseinheiten, in denen die behandelnden Zahnärztinnen und Zahnärzte oft wechseln, deutlich schwerer entstehen." Ein individuelles Beratungsgespräch – ob in der Praxis oder auch mit einer der Patientenberatungsstellen – sei durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch Informationen im Internet.

Wie wichtig die Ergebnisse für die Weiterentwicklung und Verbesserung der flächendeckenden, wohnortnahen und qualitativ hochwertigen Patientenversorgung sind - gerade in Zeiten, in denen sich die Versorgungslandschaft dynamisch verändert, hob der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eße hervor: "Die für Patienten jederzeit optimale Versorgung muss bei allen zahnärztlichen Einrichtungen, unabhängig von Form und Größe, im Mittelpunkt stehen!"

Gesundheit darf nicht zum Renditeobjekt werden

Eßer betonte: "Gesundheit zum Renditeobjekt eines Geschäftsmodells zu machen, wie dies bei Hedgefonds und Großinvestoren vielfach der Fall ist, zerstört das patientenorientierte Versorgungsmodell unseres Gesundheitssystems unwiderruflich. Wir haben solche versorgungsschädlichen Entwicklungen genau im Blick und werden die Politik auf diese weiterhin aufmerksam machen, nicht zuletzt auch über die zahnärztlichen Beratungsstellen.“

Die Patientenberatungsstellen der KZVen und (Landes-)Zahnärztekammern leisten bundesweit eine kostenlose und fachlich unabhängige Beratung durch zahnmedizinische Expertinnen und Experten. Das Angebot richtet sich an gesetzlich und privat Krankenversicherte gleichermaßen. Anspruch und Ziel der Zahnärztlichen Patientenberatung ist es, die Eigenverantwortlichkeit und Souveränität von Patienten zu stärken und dadurch die Zufriedenheit weiter zu steigern.

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