Aktuelles Diskussionspapier aus dem BMG

Pro Woche soll es zwei Schnelltests für alle gratis geben

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will jedem Bürger bis Ende Juni zwei kostenlose, von Profis durchgeführte Schnelltests pro Woche anbieten. Auch bei den Selbsttests gibt es Bewegung.

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass 2 bis 2,5 Prozent der Bevölkerung pro Tag das Angebot nutzen werden, sich von medizinischem Personal kostenlos via Schnelltests checken zu lassen. Adobe Stock_ BASILICOSTUDIO STOCK/Aquir

Update 4. März 2021

Beim gestrigen Bund-Länder-Treffen wurde der Beschluss gefasst, dass jeder Bürger einen Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche hat. In einer früheren Fassung wollte man eigentlich zwei Gratis-Schnelltests pro Woche anbieten. Die Kosten trägt ab dem 8. März der Bund. Testen lassen kann man sich in kommunalen Testzentren oder bei niedergelassenen Ärzten. Systematische Tests sind auch für Schulen und Kitas geplant. Laut Beschluss ist es Ländersache, sicherzustellen, dass das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler pro Präsenzwoche mindestens einen kostenlosen Schnelltest erhalten. Weitere Laienselbsttests werden ab dem 6. März in den ALDI Nord und Süd Filialen erhältlich sein. Wie uns das Unternehmen mitteilte, wird die Abgabemenge pro Kunde zunächst auf eine Packung begrenzt.

Die Schnelltests sollen von geschultem Personal abgenommen werden, zum Beispiel in Testzentren oder Praxen, aber auch bei anderen Dienstleistern. Damit schnell ausreichend Testkapazitäten vorhanden sein können, sollen dazu Testzentren an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen aufgebaut werden. Das geht aus einem Diskussionspapier des BMG vom Montag hervor, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Das Ergebnis dieser Schnelltests soll man schriftlich oder digital ausgehändigt bekommen. So können Bürger es auch zur Vorlage bei Behörden nach der Einreise aus bestimmten Risikogebieten oder beim Besuch in Pflegeheimen vorzeigen, heißt es in dem Bericht.

Test soll mit 18 Euro vergütet werden

Das BMG rechnet mit einer Vergütung von 6 Euro für das Testmaterial plus 12 Euro für den Abstrich, die Durchführung des Tests und Ausstellung eines Ergebnisses. Die zu erwartenden Kosten in Höhe von 540 bis 840 Millionen Euro pro Monat soll der Bund tragen. Die Anfrage der zm beim BMG zu weiteren Details wie dem geplanten Starttermin, Einbindung von Arzt- und Zahnarztpraxen und möglichen Kontrollen blieb bislang unbeantwortet.

Parallel zu den durch medizinisches Personal durchzuführenden Schnelltests gibt es auch Bewegung bei den Selbsttests für Laien. Vergangenen Mittwoch hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Sonderzulassungen für drei SARS-CoV-2-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt, damit sind aktuell vier Produkte zugelassen.

Diese vier Selbst-Tests für Laien sind zugelassen

  1. Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card (Siemens Healthcare Diagnostics Products GmbH),
  2. LYHER Covid-19 Antigen Schnelltest (Nasal) (Lissner Qi GmbH)
  3. CLINITEST Rapid COVID-19 Self-Test (Siemens Healthcare Diagnostics Products GmbH)
  4. SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test (wurde vergangene Woche zugelassen)

Das BfArM listet alle aktuell zugelassenen Tests online. Der Unterschied zu den Schnelltests für Profis: Hier wird ein Nasen-Abstrich aus dem vorderen Bereich der Nase entnommen, was sicher und einfach für Laien durchführbar sein soll.

Vergangenen Freitag hat das Pharmaunternehmen Roche angekündigt, dass sein Laientest deutschlandweit in den Apotheken erhältlich sein wird. Für diese Woche plant der Hersteller die Auslieferung erster Tests an den medizinischen Fachhandel und Pharmagroßhandel. Der Test kann mittels einfachem Nasenabstrich von Laien durchgeführt werden. Durch die Befolgung einfacher Anweisungen lässt sich der Test zu Hause durchführen, das Ergebnis soll nach 15 Minuten vorliegen.

Drogerien und Einzelhandel kündigen Verkaufsstart an

Die Drogerieketten dm und Rossmann wollen ab dem 9. März an die ersten Laientests zum Verkauf anbieten, sofern die Lieferzusagen der Hersteller eingehalten werden. Bei dm wird zunächst der Test von Boson angeboten, den Technomed vertreibt. „Wir wollen, dass möglichst viele Menschen davon profitieren. Deshalb werden wir zunächst die Abgabemenge pro Person limitieren”, erklärt dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer. „Sobald weitere Lieferungen erfolgen oder weitere Tests zugelassen werden, entfällt die Begrenzung.”

Auch Rossmann will den Antigenschnelltest von Boson in allen 2.200 Verkaufsstellen und im Onlineshop anbieten. Das Unternehmen teilte mit, es sei geplant, weitere zugelassene Tests anderer Hersteller ins Sortiment aufzunehmen. Rossmann rechnet beim Verkaufsstart ebenfalls mit einer sehr großen Nachfrage und limitiert die Abgabemenge pro Haushalt anfangs auf vier Stück.

Auch Discounter und Supermarktketten planen den Verkauf von Schnelltests: Auf Nachfrage bei Aldi Nord und Aldi Süd hieß es, dass diese in Kürze verfügbar seien. Rewe und Lidl gaben an, dass sie die Einführung von Selbsttests in ihren Märkten prüfen. 

Studie zeigt langfristige Folgen der Corona-Pandemie für Wirtschaft, Branchen und Berufe

Laut einer aktuellen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird Deutschland die Folgen der Pandemie noch bis mindestens 2025 spüren. Den Ergebnissen zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den nächsten fünf Jahren wegen der Krise um 0,6 Prozentpunkte schrumpfen. Auch als Exportnation wird Deutschland aufgrund steigender Weltmarktpreise und geringer Exportnachfragen negativ betroffen sein.  

Für den Arbeitsmarkt prognostiziert das IAB ein langfristiges Minus von 200.000 Jobs. Insbesondere der Einzelhandel, Unternehmensdienstleistungen, Gastgewerbe, Verkehr, Luftfahrt und Flugzeugbau würden noch lange mit den Folgen der Krise zu kämpfen haben. In den Bereichen öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, IT- und Informationsdienstleister sowie -Produktion sei hingegen ein höherer Arbeitskräftebedarf zu erwarten.

Wolter, Marc Ingo et al. „Langfristige Folgen der Covid-19-Pandemie für Wirtschaft, Branchen und Berufe.” (IAB-Forschungsbericht, 02/2021), Nürnberg. veröffentlicht: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/K210225H1H  

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