Bürokratieindex der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

1,25 Millionen Stunden Mehrbelastung durch die eAU!

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) bringt den Praxen hohen bürokratischen Mehraufwand. Das zeigt der neue Bürokratieindex der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Schön wäre es, aber auf Knopfdruck funktioniert das Ausstellen der eAU leider nicht, im Gegenteil: Sie macht sogar mehr Arbeit als ihr Vorgänger in Papierform. fotohansel_adobe.stock.com

Die Zahl der zusätzlichen Stunden, die für das digitale Verfahren der eAU) anfallen, beläuft sich auf insgesamt rund 1,25 Millionen im Jahr. Das geht aus dem aktuellen Bürokratieindex für die vertragsärztliche Versorgung hervor, den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gestern gemeinsam mit der Fachhochschule des Mittelstands vorgestellt hat.

Anstatt die Praxen zu entlasten, habe die Digitalisierungspolitik sie mit der eAU nachweislich immer noch mehr belastet, kritisierte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Eine Digitalisierung dürfe nicht auf Kosten der ärztlichen Behandlungszeit gehen.

Die eAU macht 50 Sekunden mehr Aufwand als das Papier

Pro Fall verursache das digitale Verfahren der eAU aktuell 50 Sekunden mehr bürokratischen Aufwand als die papiergebundene Bescheinigung, heißt es in dem Bürokratieindex. Bei jährlich etwa 90 Millionen ausgestellten eAU summiere sich dies auf 1,25 Millionen Stunden mehr Bürokratie in den Praxen.

Ein Grund, dass die eAU länger dauere als die Papier-AU, ist dem Bericht zufolge der zeitaufwendige elektronische Signier- und Versandvorgang. Dafür werden im Schnitt 30 Sekunden aufgewendet. Während dieser Zeit könnten Ärzte am Computer häufig nicht weiterarbeiten und auch keine Papierbescheinigungen ausdrucken.

Viele AU müssen als Ersatzbescheinigung doch auf Papier ausgestellt werden

Zudem müsse immer noch eine Vielzahl an AU-Bescheinigungen im Nachhinein als Ersatzbescheinigung nochmals auf Papier ausgestellt werden, weil später entweder eine Fehlermeldung zum digitalen Versand auftauche oder der digitale Versand erst gar nicht möglich sei. Die KBV fordert deshalb, das digitale Signieren zu beschleunigen. Dazu müsse die gematik die Vorgaben zur Signatur erweitern und sicherstellen, dass die Hersteller diese auch umsetzen. Es sollte festgelegt werden, wie lange ein Signiervorgang maximal dauern darf.

Als wichtige Voraussetzung nannte die KBV auch eine stabil funktionierende Telematikinfrastruktur (TI). In den Befragungen zum Bürokratieindex hätten viele Praxen über Probleme mit der Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit der TI geklagt. So hätten Vertragsärztinnen und -ärzte berichtet, dass der elektronische Versand von AU-Bescheinigungen häufig erst nach 18 Uhr möglich sei. Die Praxen seien unzufrieden mit dem zusätzlichen Aufwand, nicht mit dem elektronischen Verfahren an sich, stellte die KBV heraus.

Zum Bürokratieindex 2022 der KBV standen diesmal ausschließlich die Auswirkungen der eAU im Fokus. Dazu wurden Arztpraxen von April bis Mai 2022 telefonisch befragt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen von zwei Fokusgruppeninterviews mit Niedergelassenen validiert.

Ab 2023 digital

Nach der Einführung der eAU in den Arztpraxen soll nach den Vorgaben des Gesetzgebers am 1. Januar die zweite Stufe starten. Die Arbeitgeber sind dann verpflichtet, die von den Praxen übermittelten AU-Daten digital bei der jeweiligen Krankenkasse abzurufen. Zuständig dafür sind nicht die Praxen, sondern die Krankenkassen – sie sollen den Arbeitgebern auf Anfrage die AU-Daten auf einem Server zum Abruf bereitstellen. Ärzte sind weiterhin verpflichtet, ihren Patienten eine vereinfachte AU-Bescheinigung auf Papier auszudrucken. Auf Wunsch erhalten sie auch einen unterschriebenen Ausdruck für den Arbeitgeber.

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