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Abseits der Praxis (20): Der Schlagerstar

Studium fertig, Approbation in der Tasche, Einstieg in die väterliche Praxis - ganz normal? Für andere vielleicht. Jung-Zahnarzt Tobias Riether stürmt am Wochenende die Bühnen auf Mallorca! Im Interview erklärt er, warum die Endo-Behandlung genauso spannend wie ein ausverkauftes Konzert ist.

zm-online: Mit "Tobias Riether" oder "Tobee" - wie möchten Sie in der Praxis angesprochen werden?

Tobias Riether: Natürlich Tobias Riether. Mein Künstlername Tobee ist dann doch im Allgemeinen etwas unpassend für die Tätigkeit als Zahnarzt. Freunde und Fans, die mich länger kennen und den Weg zu mir in die Zahnarztpraxis gefunden haben, dürfen mich aber auch gerne Tobee nennen. Am Ende soll der Patient entscheiden.

Sieben Jahre haben Sie Zahnmedizin in Ulm studiert - und das unter erschwerten Bedingungen, könnte man sagen: Uni bis 13 Uhr, Abflug nach Mallorca um 17 Uhr, dann um Mitternacht ein halbstündiger Auftritt im "Bierkönig". Morgens um 8 Uhr der Rückflug und um 14 Uhr saßen Sie wieder im Hörsaal. Wie sind Professoren und Kommilitonen mit Ihrem "Doppelleben" umgegangen?

Das alles hört sich stressiger an als es wirklich ist. Ich glaube, dass es einfach wichtig ist, sich gut organisieren zu können. Ich habe gelernt, jede freie Minute sinnvoll zu nutzen und immer etwas Produktives zu tun. So ist es auch für mich heute kein Problem, mich im Flieger oder in der Bahn auf den weiten Reisen unabhängig von der Umgebung voll und ganz auf ein Projekt zu konzentrieren. Meine Professoren hatten nie ein Problem damit.

"Im Studium zählt nur die Leistung"

Bis heute ist es für mich jedoch ein Geheimnis, ob Professoren sich für das „Tun“ der Studenten abseits der Uni überhaupt interessieren. Für mich hatte es immer den Anschein, dass nur die Leistung im Studium zählt, was natürlich völlig okay ist. Von der Seite haben sich die Professoren immer professionell verhalten, nämlich sachlich und lernorientiert, auch wenn es mal stressig war. Meine Kommilitonen waren für mich wie eine Familie. Man sieht ja bekanntlich im Zahnmedizinstudium seine Kommilitonen mehr als die eigene Familie oder Partnerin. Ich wurde von allen Seiten warm aufgefangen, hab mich immer bemüht, dies als Kommilitone auch zurückzugeben.

Sie haben den Abschluss in der Tasche und wollen nun in die Praxis Ihres Vaters einsteigen. Dennoch wollen Sie auch weiter Musik machen. Wie wollen Sie dies miteinander vereinbaren?

Es gibt viele Zahnärzte und Ärzte, die neben ihrer Tätigkeit als Musiker arbeiten oder zumindest ihren Ausgleich in der Musik finden. Viele Musiker spielen in diversen Bands. Das bedeutet, dass sie oft selbst am Veranstaltungstag ihr Equipment aufbauen müssen, den ganzen Abend ihre Show performen und danach meist wieder abbauen müssen - inklusive Fahrzeit entspricht das sicherlich mindestens zehn Stunden.

YouTube_Xtreme Sound

Das ist bei mir ein wenig anders. Eine Show von mir dauert ca. 40 Minuten und enthält all meine Hits der letzten Jahre. Für einen Auftritt bedarf es neben einer mittleren bis großen Bühne lediglich einen CD-Player und ein kabelloses Mikrofon. Ich singe und performe dann immer live auf die Musik, die im Hintergrund von CD kommt. Auch hier bleibt während der Reisezeiten oder im Hotel genügend Zeit, um sich der Zahnmedizin zu widmen oder Fälle zu planen. Mein Manager und Booker, Herbert Wittmann, mit dem Marketing- und Promotionsteam meiner Firma, Brainstall Musik & Medien GmbH, kümmert sich um die Hintergrundarbeit.

Was für Ziele haben Sie sich als Zahnarzt für die Praxis gesetzt?

Sich selber Ziele zu setzen, finde ich immer wichtig. So hat man einen Weg im Leben und immer einen Plan, auf den man aufbauen kann. Gleichzeitig müssen das immer realistische Ziele sein. Als Zahnarzt möchte ich für meine Patienten einen Zahnarzt darstellen, der die Bedürfnisse der Patienten in allen Gebieten der Zahnmedizin professionell und seriös befriedigt. Als wichtigstes Ziel setze ich mir jedoch, die Menschlichkeit und Freundlichkeit zu bewahren, um jeden Patienten „warm“ auffangen zu können.

"Aua im Kopf" oder "Der Bass muss fic***" lauten Ihre Songs. Passt das mit einem seriösen Auftritt als Zahnarzt zusammen?

In der Tat habe ich des Längeren nachgedacht, Songs mit diesen Textzeilen zu schreiben beziehungsweise zu veröffentlichen. Jedoch habe ich zusammen mit meinem Produzententeam, Mike Rötgens und Hartmut Weßling von Xtreme-Sound aus Köln seit vielen Jahren Erfahrung, was bei den Menschen gut ankommt. Die Gesellschaft ist immer im Wandel, und wenn man die Kultur der Menschen an den Wochenenden betrachtet, findet man nahezu an jedem Ort jedes Wochenende, eine Möglichkeit zu feiern oder Alkohol zu konsumieren.

In "Abseits der Praxis" erzählen wir von Zahnärzten, die einen etwas anderen Weg eingeschlagen haben – sei es direkt nach dem Studium oder erst nach Jahren als niedergelassener Zahnarzt.

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