Studie des Deutschen Ärztinnenbundes

Führungspositionen in der Universitätsmedizin - Parität wird wohl erst in 32 Jahren erreicht

nb/pm
Praxis
Der Anteil der Frauen in Führungspositionen in der Universitätsmedizin hat sich in den vergangenen drei Jahren nur leicht erhöht und liegt derzeit bei 13 Prozent. Das ergab eine aktuelle Studie des Deutschen Ärztinnenbundes.

Das Update der Studie von 2016 sollte klären, inwieweit die zahlreichen Unterstützungsangebote für entsprechend qualifizierte Medizinerinnen in den letzten drei Jahren erfolgreich waren. Dazu wurden 13 klinische Fächer und zwei Institute an den 35 deutschen Universitätskliniken erneut untersucht.

Um einen Vergleich zu erstellen, wurden nur klinische Fächer berücksichtigt, die an allen Universitätskliniken vertreten sind. Die Dekanate wurden gebeten, die Zahlen von Frauen und Männern in Führungspositionen und Stellen mit Leitungsfunktion anzugeben.

Ausbildung, Therapiekonzepte und medizinische Meinungsbildung werden wohl bis 2051 durch Männer geprägt

Das Ergebnis: 87 Prozent der Führungspositionen in der Universitätsmedizin sind nach wie vor mit Männern besetzt. "Bei unverändertem Tempo wird eine Parität zwischen Frauen und Männern erst in etwa 32 Jahren erreicht sein. Das bedeutet unter anderem, dass Ausbildung, Therapiekonzepte und die medizinische Meinungsbildung voraussichtlich bis zum Jahr 2051 durch Männer geprägt werden", sagt Prof. Gabriele Kaczmarczyk, DÄB-Vizepräsidentin und Leiterin der Studie zum Ergebnis der Untersuchung.

Die aktuelle Ranking der 35 deutschen Universitätskliniken zeigt, dass es nur geringe Verschiebungen im Vergleich zu 2016 gab: In drei Universitätskliniken - Homburg, Magdeburg und Würzburg - ist derzeit keine Frau in einem der geprüften Fächer auf einer Spitzenposition (2016 war dies in Homburg, Greifswald und Mannheim der Fall). An der Spitze lagen 2016 Hamburg, Münster, Berlin, Dresden und Freiburg - 2019 sind es Berlin und Dresden mit einem Anteil von inzwischen 23 Prozent an Frauen in Spitzenpositionen, gefolgt von Frankfurt am Main, Freiburg und Münster mit 21 Prozent.

Der Frauenanteil in den einzelnen Fächern ist zudem sehr unterschiedlich: Die Fächer der Seelischen Gesundheit verzeichnen einen Frauenanteil von 25 Prozent, gefolgt von der Kinderheilkunde mit 21 Prozent, lediglich drei Prozent gibt es in der Urologie und der Orthopädie.

"Es bleibt unklar, worin die Ursachen des geringen Frauenanteils liegen, denn der qualifizierte Nachwuchs ist vorhanden", sagt  Kaczmarczyk. So waren 2015/2016 insgesamt 31 Prozent Frauen als Oberärztinnen in den untersuchten Universitätskliniken tätig - zum Teil habilitiert und leitend.

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