Welt-Hepatitis-Tag

Hepatitisschutz: Infos für das Praxisteam

Heute ist Welt-Hepatitis-Tag. Wichtige Informationen für den Zahnarzt und sein Team finden Sie hier.

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Laut Robert Koch-Institut zählen die Infektionen mit Hepatitis-B- und C-Viren zu den häufigsten Infektions­krank­heiten weltweit. Sie sind hauptursächlich für Leber­zirrhose und das Leber­zell­karzinom. In Deutschland sind 0,2 bis 0,3 Prozent der Bevölkerung chronisch mit Hepatitis C und mit Hepatitis B infiziert. Personen, die sich Drogen injizieren, HIV-Infizierte oder Haftinsassen sind stärker betroffen.


Maßnahmen in der Praxis

Gegen HBV steht eine sehr wirksame Schutzimpfung zur Verfügung. Diese muss nach den Bestimmungen des Arbeitsschutzes den (infektionsgefährdeten) Beschäftigten angeboten werden und sollte im Eigeninteresse vom gesamten Praxisteam in Anspruch genommen werden.

Gegen HCV gibt es bisher keine Schutzimpfung. Seit einiger Zeit sind aber neue nebenwirkungsarme Wirkstoffe verfügbar, die für die meisten an chronischer Hepatitis C Erkrankten eine Heilung ermöglichen.

Broschüre „Keine Angst vor HIV, HBV und HCV! Informationen für das zahnärztliche Behandlungsteam“ (BZÄK/ Deutsche AIDS-Hilfe e. V.)

Zu den Standardmaßnahmen gehören:

  • Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung aus Einmalhandschuhen,Mund-Nasen-Schutz, Schutzbrille/Schutzschild und gegebenenfalls Schutzkittel, wenn die Gefahr des Verspritzens von Flüssigkeiten besteht
  • sachgerechte Reinigung, Desinfektion und gegebenenfalls Sterilisation aller bei der Behandlung benutzten Medizinprodukte (Instrumente) gemäß ihrer Einstufung in Risikoklassen (RKI-Empfehlung, Hygieneplan)
  • Desinfektion der patientennahen Flächen nach der Behandlung
  • sicherer Abwurf von gebrauchten Spritzen und Skalpellen
  • Entsorgung kontaminierter Abfälle wie etwa Tupfer, OP-Abdeckungen, Watterollen oder ähnliches über den Hausmüll

Nicht nötig sind Maßnahmen wie die folgenden, die zudem als diskriminierend
empfunden werden können:

  • Behandlung nur am Ende der Sprechzeit oder des Sprechtags
  • Behandlung in einem eigenen Behandlungsraum
  • Tragen von zwei Paar Handschuhen bei Routineeingriffen
  • Desinfektion aller Flächen im Behandlungs- oder Wartezimmer einschließlich des Fußbodens mit anschließendem Betretungsverbot
  • gesonderte Aufbereitung der verwendeten Instrumente

Broschüre „Keine Angst vor HIV, HBV und HCV! Informationen für das zahnärztliche Behandlungsteam“ (BZÄK/ Deutsche AIDS-Hilfe e. V.)

Sofortmaßnahmen nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material:

  • Stich- oder Schnittverletzung: Blutfluss nicht unterbinden, Manipulationen aber vermeiden; Verletzung mit einem Händedesinfektionsmittel spülen.
  • Kontamination verletzter oder geschädigter Haut: gründlich mit Wasser spülen, danach Hautoberfläche mit großzügiger Einbeziehung des Umfelds um das kontaminierte Areal mit einem Händedesinfektionsmittel reinigen (Tupfer satt darin tränken).
  • Kontamination von Lippen/Mundhöhle: aufgenommenes Material ausspucken, Mundhöhle mehrmals kurz mit Wasser ausspülen, anschließend mehrfach kurz mit Chlorhexidin oder Octenidin spülen.
  • Kontamination des Auges: Auge unter Verwendung einer handelsüblichen Augenspülflasche mit reichlich Wasser ausspülen.
  • Eine Post-Expositions-Prophylaxe ist gegen HIV und HBV verfügbar. Durch
    sie kann das Infektionsrisiko erheblich verringert werden.

Broschüre „Keine Angst vor HIV, HBV und HCV! Informationen für das zahnärztliche Behandlungsteam“ (BZÄK/ Deutsche AIDS-Hilfe e. V.)

Die Schulungspräsentation „HIV, HBV, HCV: Informationen für die zahnärztliche Praxis“ bringt das Praxisteam auf den neuesten medizinischen Stand zu HIV, Hepatitis B und C.

Sie bietet Informationen zur Epidemiologie, Behandlung und Medikation der Infektionserkrankungen sowie zu Hygiene, Datenschutz und Risikoeinschätzung bei der zahnärztlichen Behandlung von Menschen mit HIV und Hepatitis B und C.

Ziel ist, Unsicherheiten und Ängste bei der Versorgung von Menschen mit Infektionserkrankungen zu nehmen und so einen diskriminierungsfreien Umgang zu gewährleisten.

Die Präsentation kann für Fortbildungen, Qualitätszirkel und interne Praxisfortbildungen genutzt und über die BZÄK via Mail von Dr. Juliane Gösling angefordert werden: j.goesling@bzaek.de

Muss ich mich bei der Behandlung von Menschen mit HBV und HCV besonders
schützen?

Nein, die Standardmaßnahmen zur Hygiene und zum Arbeitsschutz reichen aus.

Was sollte ich bei der Versorgung von HBV/HCV-positiven Menschen beachten?

Krankheitsbedingte Leberfunktionsstörungen können zu einer Verlängerung der Blutgerinnungszeit führen. Außerdem muss der verzögerte Abbau bestimmter Medikamente bei deren Dosierung beachtet werden.

Benötige ich spezielle Mittel zur Reinigung und Desinfektion von Flächen und Instrumenten nach der Behandlung von Menschen mit HBV und HCV?

Nein, zur Reinigung und zur Desinfektion müssen keine besonderen Chemikalien verwendet werden, und man braucht auch keine besondere Schutzkleidung.

Ist eine Übertragung dieser Krankheitserreger durch den Sprühnebel von Hand- und Winkelstücken (Aerosole) möglich?

Es gibt keinen dokumentierten Fall, in denen HBV oder HCV (übrigens auch nicht HIV) durch Aerosole übertragen wurden.

Was ist, wenn Blut von infizierten Patienten auf die eigene Haut gelangt?

Grundsätzlich ist intakte Haut eine gute Barriere. Spülen Sie die Flüssigkeit deshalb unter laufendem Wasser ab und desinfizieren Sie danach die Haut mit einem Händedesinfektionsmittel. Bei Kontakt mit entzündeter/ geschädigter Haut müssen Sie sich zusätzlich bei der Betriebs- oder Durchgangsärztin vorstellen.

Was muss ich tun, wenn ich infektiöse Körperflüssigkeit ins Auge bekomme?

Als Notfallmaßnahme sollten Sie das Auge sofort mit reichlich Wasser ausspülen und sich dann unverzüglich vom Betriebs- oder Durchgangsarzt beraten lassen.

Wie hoch ist das Risiko bei Nadelstich- oder Schnittverletzungen?

Das hängt von der Menge der übertragenen beziehungsweise aufgenommenen Erreger und deren Infektiosität ab. In der akuten Phase der Infektion ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch. In jedem Fall aber soll bei einer Nadelstich- oder Schnittverletzung umgehend die Betriebs- oder Durchgangsärztin aufgesucht werden.

Gibt es irgendetwas im Umgang mit Menschen mit HBV oder HCV in der Zahnarztpraxis außerhalb der Behandlungszimmer zu beachten?

Nein, bei Alltagskontakten besteht kein Infektionsrisiko. Die Viren werden zum Beispiel nicht durch Händedruck, das Berühren von Oberflächen oder das gemeinsame Benutzen von Toiletten übertragen.

Muss ich Dentallabore über Infektionen von Patienten informieren?

Nein, das dürfen Sie auch gar nicht. (Zahn-)Medizinisches Personal unterliegt der Schweigepflicht. Diagnosen und persönliche Informationen dürfen deshalb nicht weitergegeben werden. Eine Infektionsübertragung an der Schnittstelle zwischen Zahnarztpraxis und Dentallabor wird durch die zwingend vorgeschriebene Desinfektion aller kontaminierten Werkstücke verhindert.


Kann ich in einer Zahnarztpraxis arbeiten, wenn ich selbst HIV-, HBV- oder
HCV-positiv bin?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Ein generelles Beschäftigungsverbot für Betroffene im Gesundheitswesen gibt es nicht. Einschränkungen existieren nur für verletzungsträchtige operative Tätigkeiten. Diese sollten nur von Personen durchgeführt werden, deren Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze ist. Hier ist im Einzelfall eine Risikoanalyse gemeinsam mit dem Betriebsarzt sinnvoll.

Wohin wende ich mich, wenn ich noch Fragen habe?

Als Ansprechpartner zu allen Fragen der Berufsausübung stehen Ihnen Ihre (Landes-)Zahnärztekammern zur Verfügung. Weitere Informationen erhalten Sie von der Bundeszahnärztekammer unter www.bzaek.de/hiv.

Quelle: Broschüre „Keine Angst vor HIV, HBV und HCV! Informationen für das zahnärztliche Behandlungsteam“ (BZÄK/ Deutsche AIDS-Hilfe e. V.)


Das Video zur Broschüre „Keine Angst vor HIV, HBV und HCV! Informationen für das zahnärztliche Behandlungsteam“ kann hier abgerufen werden.

Zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli werden im Epide­mio­lo­gischen Bulletin zwei Jahres­berichte zur Situation der Hepatitis in Deutschland veröffentlicht, am 27. Juli (Ausgabe 30/2017) zu Hepatitis C und am 3. August (Ausgabe 31) zu Hepatitis B und D.

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