Maßnahmen in Zeiten von Covid-19

Hygiene und Infektionsschutz in der Zahnarztpraxis

Welche Maßnahmen können ZahnärztInnen ergreifen, um sich und die Patienten während der Virushochphase zu schützen?

Bei der Terminanbahnung, im Wartezimmer und bei der Behandlung sowie im Umgang mit Covid-19-Verdachtsfällen oder bereits infizierten Patienten müssen in der Zahnarztpraxis strenge Hygieneregeln befolgt werden. Adobe Stock_alfa27

Informationen und Handlungsempfehlungen zur Berufsausübung für Zahnarztpraxen in der akuten Ausbreitungsphase des SARS-CoV-2 Erregers halten die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und das Robert Koch Institut (RKI) bereit:

Bei der Terminanbahnung:

  • Risiko-Anamnese und Beratung weitestgehend am Telefon leisten
  • Terminvereinbarung je nach Beschwerden und Dringlichkeit abwägen
  • Informationen und Verhaltensmaßnahmen auf der Praxis-Homepage kommunizieren, dort an prominenter Stelle platzieren
  • Hinweis, sich bei Erkältungssymptomen nicht in die Arztpraxis zu begeben, sondern zunächst telefonisch das Vorgehen abzustimmen
  • Allgemeinverständliche Hinweise zu SARS-CoV-2 und der zugehörigen Krankheit COVID-19 einschließlich Inkubationszeit sowie zu Verhaltensmaßnahmen (Händehygiene, Husten- und Niesetikette, Abstand halten) kommunizieren
  • Hinweis zum ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117
  • Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung mit postalischer Zustellung der AU-Bescheinigung nutzen
  • Möglichkeit der postalischen Zustellung von Rezepten und Überweisungen nutzen

Im Wartezimmer:

  • Zeitschriften und Spielzeug aus dem Wartebereich entfernen
  • Patienten darauf hinweisen, möglichst wenige Oberflächen und Türklinken zu berühren
  • Alle von Patienten berührten Oberflächen regelmäßig desinfizieren (wischdesinfizieren)
  • Anzahl der wartenden Personen soweit beschränken, dass diese angemessenen Abstand halten können
  • Trennung der Patientengruppen: Wo räumlich möglich, Patientenmanagement im Eingangs- beziehungsweise Wartebereich durchführen, Risikopatienten in isoliertem Wartebereich oder in freien Behandlungsräumen platzieren
  • Begleitpersonen bitten, wenn möglich die Praxis zu verlassen und Patienten erst nach Behandlungsende vor der Praxis abzuholen
  • Regelmäßig lüften

Im Behandlungszimmer:

  • Durchführung unaufschiebbarer Behandlungen, eventuell vertagen von weniger dringenden Eingriffen beziehungsweise Vorsorgekontrollen (vor allem bei Risikopatienten) bis zum Abklingen der Pandemie
  • besonders gründliche Händedesinfektion
  • Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, dicht anliegender Atemschutzmaske (mindestens FFP2, besser FFP3 oder Respirator bei ausgeprägter Exposition gegenüber Aerosolen) sowie Schutzbrille
  • Absaugung optimieren
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen
  • Räume nach Behandlung lüften

Im Verdachtsfall oder bei Infektion mit Covid-19:

  • Räumliche oder organisatorische Trennung des erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde
  • Das Personal legt persönliche Schutzausrüstung wie Schutzbrille mit Seitenschutz, Atemschutzmaske (mindestens FFP2), Handschuhe, langärmliger Schutzkittel, Kopfhaube an
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen
  • Für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen tragen
  • Patienten anhalten, vor Verlassen der Praxis die Hände zu desinfizieren
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen

Nach der Behandlung eines bestätigten Verdachtfalls oder bereits Infizierten, rät das RKI nur für Kontaktpersonen der Kategorie I und bei erhöhtem Expositionsrisiko der Kategorie II zu einer 14-tägigen Quarantäne.

Hygieneanforderungen und Schutzmaßnahmen haben für alle Beteiligten höchste Priorität und können Leben retten.

Grundsätzlich im Notfall

In einer zahnmedizinischen Notfallsituation, also wenn beim Patienten gesundheitliche Schäden drohen, sofern er nicht unverzüglich zahnmedizinische Hilfe erhält, ist der Zahnarzt zur Hilfeleistung verpflichtet.

Quelle: BZÄK

Ressourcen-schonender Umgang mit Schutzmitteln

Aufgrund der eingestellten Produktion und Nachlieferung aus China, wo der Großteil von medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) oder FFP-Masken (filtering face piece) hergestellt wird, kann eine mögliche Wiederverwendung dieser in Erwägung gezogen werden. Hierfür gibt das RKI eine Anleitung:

• Beim Absetzen der Maske/des MNS darauf achten, dass diese (vor allem die Innenseite) oder das Gesicht dadurch nicht kontaminiert werden, das kann man zum Beispiel durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (etwa Mehrfachhandschuhe) verhindern.
• Nach Absetzen der Maske/des MNS diese im Schleusenraum vor dem Patientenzimmer trocken an der Luft aufbewahren (nicht in geschlossenen Behältern), so dass die Kontaminationen der Innenseite der Maske/des MNS aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden.
• Handschuhe anschließend fachgerecht entsorgen und die Hände desinfizieren.
• Wenn die gebrauchte Maske eindeutig einer Person zuzuordnen ist, um ein Tragen durch andere Personen auszuschließen (etwa durch Markieren).
• Benutzte FFP-Masken und MNS nicht mit Desinfektionsmittel reinigen, da dies die Funktionalität der Maske negativ beeinflusst.
• Beim erneuten Anziehen des MNS/FFP darauf achten, dass eine Verschleppung der Erreger von der kontaminierten Außenfläche (bei Bakterien könnte gegebenenfalls sogar eine Vermehrung stattgefunden haben) auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses daher vermeiden.
• Beim erneuten Aufsetzen saubere Handschuhe tragen, auf den richtigen Sitz der gebrauchten Maske achten und die Handschuhe nach dem Absetzen der MNS/FFP entweder ausreichend desinfizieren beziehungsweise entsorgen
• Masken/MNS, deren Innenfläche durch Fehler bei der Handhabung möglicherweise (Verdachtsfall) mit Erreger kontaminiert wurden, aus präventiver Sicht sofort fachgerecht entsorgen.
• Den Ort, an dem die Zwischenlagerung erfolgte, unmittelbar nach Entnahme der FFP/MNS sachgerecht desinfizieren.

Quelle: RKI

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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