Tag gegen Lärm

Zahnarzt: Auf Platz 7 der lautesten 10 Berufe

Hören Sie noch den ständigen Krach durch Sauger und Turbine? Der 24. April ist der Tag gegen Lärm.

Der Tag gegen Lärm ist in Deutschland eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik und wird vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gefördert. Adobe Stock_ bluedesign

Insgesamt 80 Prozent der Deutschen fühlen sich laut Umfragen des Umweltbundesamts durch Lärm, welcher Art auch immer, gestört. Lärmquelle Nummer 1: der Verkehr, vor allem der Straßenverkehr - rund 76 Prozent der Befragten fühlen sich durch durch Autos belästigt. Fluglärm stört 44 Prozent und 38 Prozent fühlen sich durch den Lärm des Schienenverkehrs beeinträchtigt. Aber auch die Geräusche der Nachbarn nervt rund 60 Prozent.

Die lärmgefährdetsten Berufe

1. 140 dB - Mitarbeiter im Bereich Flugzeugabfertigung. Den Spitzenwert aller Berufsgruppen erreicht das Bodenpersonal am Flughafen, das auf dem Rollfeld zwischen den startenden und landenden Maschinen arbeitet. Ohrenbetäubende 140 dB werden hier erreicht.

2. 120 dB - Straßenbauarbeiter. Presslufthammer und anderes schweres Gerät an den Baustellen erreichen ebenfalls Werte von 120 dB. Ohne Gehörschutz darf hier nicht gearbeitet werden.

3. 110 dB - Barkeeper. Auch Barkeeper sind an ihrem Arbeitsplatz einer stundenlangen Beschallung von 110 dB ausgesetzt. Ein ausreichender Schutz ist daher sowohl Mitarbeitern als auch den Gästen anzuraten!

4. 105 dB - Fabrikarbeiter und Mitarbeiter in landwirtschaftlichen Betrieben. Arbeitnehmer, die mit großen Maschinen arbeiten, sind ebenfalls starkem Lärm ausgesetzt. In Fabriken und in der Landwirtschaft sind Werte um die 105 dB keine Seltenheit.

5. 100 dB - Brauerei-Mitarbeiter. Die Maschinen in Brauereien produzieren nicht nur schmackhafte Getränke, sondern auch Lärm von 100 dB - die Folgen für die Mitarbeiter sind häufig Schwerhörigkeit und Tinnitus.

6. 95 dB - Orchestermusiker. Musik ist an sich sehr angenehm und entspannend, kann aber ab einer bestimmten Lautstärke zu Schädigungen am Ohr führen. Orchestermusiker sind berufsbedingt Musik in einer besonders hohen Intensität ausgesetzt. Aber auch zu laute Musik auf Kopfhörern ist schädlich und sollte vermieden werden.

7. 90 dB - Zahnarzt und ZFA. Die Geräuschkulisse in Zahnarztpraxen ist nicht nur für Patienten unangenehm. Auf Dauer hinterlässt sie auch bei Zahnärzten und ihren Mitarbeitern Spuren. Sie arbeiten täglich unmittelbar neben den Gerätschaften, die circa 90 dB erzeugen und zu einer Beeinträchtigung der Hörfähigkeit führen können.

8. 85 dB - Lehrer und Kindergärtner. Wenn Kinder spielen und toben, entstehen Geräusche in einer nicht zu unterschätzenden Intensität. Werte im Bereich von 85 dB sind dabei nicht ungewöhnlich.

audibene/RF

Europaweit sind außerdem ungefähr 60 Millionen Beschäftigte von erheblichen Lärmbelastungen am Arbeitsplatz betroffen, in Deutschland geht man von etwa 4 bis 5 Millionen aus. Jeder Dritte über 50 Jahre kämpft mit den Folgen von Gehörverlust zu - teilweise eben auch wegen seines Berufs: 2017 meldete die Deutsche Gesetzlichen Unfallversicherung 12.499 Verdachtsfälle auf Lärmschwerhörigkeit, davon wurden 6.649 als Berufskrankheit anerkannt.

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Schalltrauma bei Wagners Walküre

Vor einer Woche gewann der Londoner Bratscher Jonathan Goldscheider seine 2012 eingereichte Klage gegen das Royal Opera House: Er hatte nach seinen Schilderungen während einer Probe zu Wagners "Walküre" ein ein Schalltrauma mit Hörverlust erlitten, nachdem er Lärmpegeln von über 130 Dezibel ausgesetzt worden war.

Die Glocke einer Trompete befand sich unmittelbar hinter seinem rechten Ohr und erreichte 132 Dezibel, was etwa dem Pegel eines Triebwerks entspricht. Goldscheider muss jetzt Ohrenschützer tragen, um alltägliche Haushaltsaufgaben wie das Zubereiten von Speisen erledigen zu können.

Dagegen argumentierte das Royal Opera House in der Verhandlung vor dem High Court 2018, dass der Hörschaden des Musikers eine Folge der Krankheit "Morbus Menière" sei, die während der Probe ausgebrochen sei. "Morbus Menière" äußert sich unter anderem durch Hörverlust und Tinnitus. Man habe Goldscheider außerdem mit einem Gehörschutz ausgestattet. Die Richterin folgte der Argumentation des Opernhauses nicht: Sie glaubte nicht an den zufälligen Ausbruch der Krankheit bei der Probe und entschied im Sinne des Musikers.

Die Oper ging in Berufung und unterlag am 17. April auch beim Court of Appeal: Sie muss für dessen Arbeitsunfähigkeit 850.000 Euro zahlen, da sie für eine Lärmreduktion hätte sorgen müssen.

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