Zahnmedizin

Der Fall: Grenzen der Füllungstherapie bei MIH

Bei kariösen Kinderzähnen mit einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) sollte genau abgewogen werden: Lohnt es sich, eine Kavität aufzuziehen und eine direkte Füllung in MIH-begrenzte Präparationsgrenzen einzubringen oder strebt man besser gleich eine laborgefertigte Restauration an?

Ein siebenjähriges Mädchen stellte sich gemeinsam mit ihrem Bruder und der Mutter zu einer Untersuchung vor. Zähnärztliche Untersuchungen hatten zuvor regelmäßig stattgefunden, doch aufgrund eines Umzugs musste der Behandler gewechselt werden. Die Mutter berichtete, dass vor nicht allzu langer Zeit einmal ein Backenzahn gefüllt werden musste, aber sie wisse nicht mehr, ob es sich dabei um einen Milch- oder einen bleibenden Zahn gehandelt hatte.

Helle Flecken auf den oberen Schneidezähnen

Vor etwa zwei Jahren habe schon einmal gebohrt werden müssen. Ihr Sohn sei etwas besser in der Zahnpflege, bei ihm seien die Zähne nur versiegelt worden. Sie selbst habe fast keine Füllungen und sei recht irritiert, dass ausgerechnet bei ihrer Tochter nun schon zum zweiten Mal gebohrt werden musste. Außerdem habe sie als Einzige in der Familie grobe helle Flecken auf den oberen Schneidezähnen. Ob sie bei der Zahnpflege ihrer Tochter etwas falsch gemacht habe?

 

Anamnestisch wies die junge Patientin eine Schrumpfniere auf, wegen derer sie aber bisher keine Behandlung benötigte; beim Bruder bestand der Verdacht auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung. Die Mutter war allgemeinmedizinisch gesund. Die spezielle zahnmedizinische Anamnese ergab keinen Hinweis auf eine Fluoridüberdosierung, weder in den ersten Lebensjahren noch aktuell.


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