US-Studie

Erhöhen Mundspüllösungen das Diabetesrisiko?

Die meisten freiverkäuflichen Mundspüllösungen gegen Plaque enthalten antibakterielle Wirkstoffe, die die oralen Mikroben beseitigen - und mutmaßlich Stoffwechselstörungen einschließlich Diabetes begünstigen.

Mundspüllösungen töten nicht nur gefährliche Bakterien ab, sondern auch die für den Organismus wichtigen, wie Stickstoffmonoxid-Verbindungen. Andrey Popov - Fotolia

OTC-Mundspüllösungen gehören für viele Menschen zur täglichen Mundpflege. Mögliche nachteilige Folgen des langfristigen täglichen Gebrauchs wurden bisher jedoch nicht untersucht.

US-Forscher haben nun herausgefunden, dass die Produkte die Bakterien viel zu willkürlich beseitigen - und auch die guten eliminieren. Ziel der Forscher war, herauszufinden, die Verwendung von OTC-Mundspüllösungen mit einem Diabetesrisiko assoziiert ist.

Für ihre dreijährige "San Juan Overweight Adults Longitudinal Study" (SOALS) rekrutierten die Wissenschaftler 1.206 übergewichtige und adipöse Frauen und Männer im Alter von 40 bis 65 Jahren, die nicht an Diabetes und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten. Davon wurden 945 mit vollständigen Follow-up-Daten in die Analysen einbezogen.

Insgesamt 43 Prozent der Probanden verwendeten mindestens einmal täglich Mundspüllösungen, 22 Prozent mindestens zweimal täglich.

Bei zweimaliger Anwendung pro Tag war das Diabetesrisiko mehr als doppelt so hoch

Ergebnis: Teilnehmer, die zu Beginn der Studie mindestens zweimal täglich mit Mundwasser spülten, hatten ein signifikant erhöhtes Risiko für Diabetes und ihre Vorstufen im Vergleich zu geringeren Nutzern oder Nichtkonsumenten von Mundwasser. Bei zweimaliger Anwendung pro Tag war das Diabetesrisiko mehr als doppelt so hoch. Wurde die Mundspüllösung hingegen weniger als zweimal täglich verwendet, stieg das Risiko nicht, was auf einen Schwelleneffekt bei zweimaliger oder mehrfacher täglicher Anwendung hindeutet.

Verantwortlich für den Anstieg der Diabeteserkrankungen seien die antibakteriellen Inhaltsstoffe der Mundspüllösungen, bilanzierten die Forscher. Die Beseitigung der Bakterien würde nicht gezielt erfolgen, sondern erstrecke sich auf alle Bakterien des Mundraums.

Dadurch würden auch die für den Organismus wichtigen Bakterien bekämpft, die den Stoffwechsel beeinflussen. Eine Schlüsselrolle nimmt hierbei Stickstoffmonoxid (NO) ein, dessen Produktion durch Mundspüllösungen deutlich herabgesetzt wird.

Stickstoffmonoxid übernimmt wichtige Funktionen im Herz-Kreislauf-System und ist zudem an der Steuerung des Nervensystems und an der Bekämpfung von Infektionen beteiligt. Eine gedrosselte NO-Produktion beeinflusst zudem negativ den Insulinspiegel.

Übergewichtige und Adipöse haben ohnehin ein erhöhtes Diabeterisiko

Jedoch berücksichtigte die Studie ausschließlich dicke und adipöse Personen, die aufgrund ihres Übergewichts ohnehin ein hohes Diabetesrisiko haben. Offen bleibt also, ob die negativen Einflüsse von Mundspülungen für alle Bevölkerugsgruppen gelten.

Kaumudi J. Joshipura, Francisco J. Muñoz-Torres, Evangelia Morou-Bermudez, Rakesh P. Patel: Over-the-counter mouthwash use and risk of pre-diabetes/diabetes, in: Nitric Oxide Volume 71, 1 December 2017, Pages 14-20.

 

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