Zahnmedizin

Extraktion bei Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation

Opazitäten bei einem 13-Jährigen lassen anfangs den Verdacht auf eine Fluorose zu. Jedoch zeigt sich in der weiteren Anamnese eine unvollständige Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH).

Abbildung 1: Frontalansicht des 13jährigen Patienten mit eher fluorotischen Veränderungen im Bereich der Oberkiefer-Inzisivi und zusätzlichen Opazitäten (sofern sichtbar) an den Zähnen 14 und 65 bukkal. Stefanie Feierabend, Katrin Bekes

Abbildung 2: Aufsicht auf den ersten Quadranten etwa fünf bis sechs Jahre nach Extraktion des Sechsjahrmolaren. Es ist zu einer gleichmäßigen Lückenbildung im Bereich der Zähne 13 bis 17 gekommen. Stefanie Feierabend, Katrin Bekes
Abbildung 3: Aufsicht auf den zweiten Quadranten mit dem stark betroffenen Zahn 26 und der Opazitätsveränderung an Zahn 65. Während der palatinale Anteil eher milchig-weiße Opazitätsveränderungen aufweist, ist der bukkale Anteil des Zahnes von ausgeprägteren Hypomineralisationen betroffen. Stefanie Feierabend, Katrin Bekes
Abbildung 4: Aufsicht auf den 4. Quadranten. Zahn 85 weist an einer für die Karies untypischen Stelle neben einer Restauration auch einen weiteren Schmelzeinbruch auf. Die Opazitätsveränderungen an Zahn 46 erscheinen auf die Höcker begrenz, hier allerdings in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Aufgrund der Restauration kann vermutet werden, dass es okklusal zuvor zu einem posteruptiven Schmelzeinbruch gekommen ist. Stefanie Feierabend, Katrin Bekes
Abbildung 5: Aufsicht auf den 3. Quadranten. Ähnliches Erscheinungsbild wie an Zahn 46, aber in milderer Ausprägung. Keine Schmelzeinbrüche. Klinisch ist Zahn 75 unauffällig. Stefanie Feierabend, Katrin Bekes

Der 13-jährige Patient  stellte sich mit einer Überweisung und Bitte um Zweitmeinung vor. Die Mutter berichtete, dass vor einigen Jahren eine Schmelzanomalie diagnostiziert worden sei. Dies sei dadurch aufgefallen, dass einer der neu durchbrechenden Backenzähne sehr schnell eine Karies bekommen hätte. Dieses zog eine so umfangreiche Behandlung nach sich, so dass man dazu geraten habe, den Zahn lieber zu extrahieren. Die Extraktion sei auch kurz darauf erfolgt.

Nun bestünden aber wenige Jahre später ähnliche Probleme auf der Gegenseite. Da die erste Extraktion für ihren Sohn ein äußerst unangenehmes Erlebnis war, bat sie nun vor der möglichen Extraktion eines weiteren Zahnes um eine Zweitmeinung.

Anamnese

Anamnestisch beziehungsweise allgemeinmedizinisch wies der Patient keine weiteren Besonderheiten auf, einzig die Fluoridanamnese enthielt Hinweise auf einen übermäßigen Gebrauch von Fluoriden in den ersten Lebensjahren. Zusätzlich zu Fluoridtabletten wurden fluoridiertes Speisesalz und fluoridierte Kinderzahnpasta verwendet.

Im Frontzahnbereich des Oberkiefers hatte der Patient kurz nach Durchbruch der bleibenden mittleren Inzisivi ein Frontzahntrauma erlitten, das zum Verlust der mesialen Ecke an Zahn 21 geführt hatte.

Klinischer Befund

Auf den ersten Blick auffällig waren die Opazitäten der oberen mittleren und seitlichen Inzisivi. Der linien- und teils wolkenförmige Verlauf der Opazitäten der mittleren Inzisivi erschien zunächst dem klinischen Bild einer Fluorose zu entsprechen.

Auch wiesen die lateralen Inzisivi ebenfalls fluoroseähnliche Opazitäten auf, an Zahn 22 war zusätzlich im fluorotischen Bereich eine bräunliche Verfärbung sichtbar (Abbildung 1). Bei genauerer Betrachtung der Frontalansicht sind bukkal im Seitenzahnbereich  durchaus schon weitere Schmelz-Opazitäten zu erkennen, die allerdings eher nicht dem Bild einer Dentalfluorose entsprechen (siehe an den Zähnen 14 und 85).

Der vor wenigen Jahren extrahierte Molar war der 16,  anschließend war es im Laufe der Zeit im ersten Quadranten zu einer verhältnismäßig gleichmäßigen Lückenbildung gekommen. Der Zahn 17 war weitestgehend aufgewandert (Abbildung 2). Zahn 26 (Abbildung 3) wies eine umfangreiche adhäsive Restauration okklusal-bukkal auf. Zusätzlich dazu gab es aber auch weitere Areale mit veränderter Opazität von milchig-weiß (insbesondere palatinal) bis gelb-braun.

Der Zahnwechsel im 2. Quadranten war noch nicht vollständig, dasselbe galt für den Unterkiefer (Abbildungen 4 und 5). Im Unterkiefer war insbesondere die Opazität und der bukkale Schmelzeinbruch (inklusive der Reste einer adhäsiven Füllung) an Zahn 85 deutlich sichtbar. 

Zusätzlich wiesen beide Sechsjahrmolaren im Unterkiefer insbesondere im Bereich der Höcker (46) sowie der Höckerspitzen (36) ebenfalls Opazitäten auf, deren farbliche Veränderung von milchig-weiß bis hellbraun reichte. Zahn 46 war darüber hinaus mit einer erweiterten Fissuren-Versiegelung oder einer kleinen okklusalen Füllung versorgt. Das Trocknen der Seitenzähne mittels Luft rief ein geringfügiges Schmerzgefühl bei dem Patienten hervor, an Zahn 26 allerdings eine starke Sensibilität.


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