Forscher untersuchen probiotische Laktobazillen

Hilft Joghurt gegen Karies?

Probiotische Produkte könnten dazu beitragen, Karies zu vermeiden. Zu diesem Schluss kommen chinesische Forscher, die den Einfluss verschiedener Laktobazillen-Arten auf das Wachstum des Karieserregers Streptococcus mutans sowie weitere Bakterien aus der Mundflora von Vorschulkindern untersucht hatten.

Öfter mal Joghurt kaufen: Für ihre Untersuchung setzen die Forscher die Konzentration an Laktobazillen ein, die auch in probiotischen Lebensmitteln vorhanden ist. Das Ergebnis war verblüffend: Einige Stämme von Streptococcus mutans wurden bis zu 90 Prozent in ihrem Wachstum gehemmt. Fotolia - Sergey Ryzhov

Begonnen wurde die Untersuchung, weil man in China nach Methoden sucht, einfach und möglichst flächendeckend die dort sehr hohe Kariesrate bei Kindern einzudämmen: 76,6 Prozent aller Fünfjährigen sind dort von Karies betroffen.

Voraussetzungen: Erste Untersuchungen hatten bereits ergeben, dass sich Probiotika - also Zubereitungen, die Laktobazillen oder Bifidobakterien enthalten - positiv auf die Oralflora auswirken können. In Vorstudien hatten die Autoren bereits beobachtet, dass fünf probiotische Laktobazillen-Stämme in der Lage waren, das Wachstum und die Bildung eines Biofilms durch Streptococcus mutans zu hemmen.

Dies erfolgt möglicherweise durch die Schaffung eines sauren Milieus und die Abgabe von Wasserstoffperoxid oder Bacteriocin-ähnlichen Polypeptiden. Nun sollte der Effekt von vier probiotischen Laktobazillen-Stämmen auf Biofilmbakterien und S. mutans bei Kindern mit schwerer Karies evaluiert werden.

Methode: 20 an Karies erkrankte Kinder (10 männlich, 10 weiblich) im Alter zwischen drei und fünf Jahren mit einem Kariesindex ≥ 6 nahmen an der Studie teil. Von ihnen wurden Speichelproben und subgingivale Plaques gewonnen. Aus den Speichelproben wurden S. mutans-Stämme angezüchtet. Diese wurden gemeinsam mit vier probiotischen Laktobazillen-Arten (L. casei Shirota, L. casei LC01, L. plantarum ST-III und L. paracasei LPC37) kultiviert, um Inhibitionsraten zu bestimmen. Als Negativkontrolle diente Staphylococcus aureus.

Bakterien aus den Dentalplaques der Kinder wurden 24 Stunden lang in Nährlösung zusammen mit einem Stück sterilen Hydroxyapatits, das die Zahnoberfläche simuliert, kultiviert. Nach Formierung des Biofilms wurden die Bakterien von den Hydroxyapatitstückchen suspendiert, bakterielle RNA gewonnen und einer quantitativen PCR unterzogen.

Zwölf S. mutans-Stämme wurden aus den 20 Speichelproben gewonnen. Hierbei handelt es sich um Stämme, die sich geringfügig unterscheiden und von klinischer Relevanz sind. Vier von ihnen wurden durch die probiotischen Laktobazillen deutlich im Wachstum gehemmt. Dabei wurden Inhibitionsraten von 70 bis 90 Prozent beobachtet (P < 0,05).

Ergebnis: Im Vergleich zur Negativkontrolle reduzierten L. casei Shirota, L. casei LC01, L. plantarum ST-III und L. paracasei LPC37 in den Biofilmkulturen die Gesamtzellzahl und hemmten das Wachstum von S. mutans, S. sanguinis sowie weiterer Streptokokken-Spezies (P < 0,05).

S. sobrinus, S. salvarius, Porphorymonas gingivalis, S. oralis und Actinomyces naeslundii wurden nicht im Wachstum gehemmt (P > 0,05). L. casei Shirota sowie L. paracasei LPC37 schienen die Vermehrung von S. gordonii zu fördern (P < 0,05).

Ausblick: Den Ergebnissen nach könnten probiotische Lebensmittel und Getränke das Wachstum kariogener Bakterien in der Oralflora hemmen. Normalerweise werden auch Laktobazillen als kariogen angesehen. Aber in der Vergangenheit wurden für L. casei und L. plantarum auch präventive Effekte beschrieben, die durch diese Untersuchung erneut bestätigt wurden. Die hier eingesetzten Laktobazillen befanden sich in Konzentrationen, wie sie auch in probiotischen Lebensmitteln üblich sind. Ihr Wirkmechanismus ist unbekannt, es ist jedoch denkbar, dass die Effekte durch Bacteriocine hervorgerufen wurden.             

Lin X, Chen X, Tu Y, Wang S, Chen H; Department of Conservative Dentistry and Periodontics, Affiliated Hospital of Stomatology, College of Medicine, Zhejiang University, Hangzhou, Zhejiang, China; doi/10.1111/j.1365-2818.2010

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