DGPZM-Praktikerpreis

Jenaer Praxis für Kinderzahnmedizin erhält Preis für "Kleinkindsprechstunde"

Für die Etablierung einer Kleinkindsprechstunde zur Prävention im Säuglingsalter wurde einer Jenaer Praxis der Praktikerpreis der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) verliehen.

Das Hauptziel der Untersuchung ist die Entwicklung und Etablierung eines umsetzbaren Konzepts zur individuellen prophylaktischen Betreuung von Eltern und deren Neugeborenen für die Praxis. Otto

Preisträger sind die Zahnärztinnen Ellen Zobel, Rebecca Otto, Dr. Annegret Sabath und Zahnarzt Dr. Peter Schmidt. Mit ihrer Kleinkindsprechstunde adressiert das Praxisteam das Thema Prävention der frühkindlichen Karies.

Das Konzept umfasst eine 30-minütige Beratung der Eltern mit Inspektion der Mundhöhle des Kleinkindes, die Demonstration der richtigen Zahnpflege sowie halbjährliche Recall-Sitzungen. In der Beratung werden unter anderem die Themen Stillen, Ernährung sowie Trink- und Mundhygienegewohnheiten angesprochen. Die Preisträger wünschen sich, dass ihr Konzept möglichst von anderen Praxen übernommen wird.


Zusammenfassung Poster

Ziel:

Das Hauptziel der Untersuchung ist die Entwicklung und Etablierung eines umsetzbaren Konzepts zur individuellen prophylaktischen Betreuung von Eltern und deren Neugeborenen für die Praxis. Dabei sollten die bisherigen Erkenntnisse über die Vorteile einer spezifischen Beratung von Kleinstkindern berücksichtigt werden, auch um eine frühzeitige dauerhafte Patienten-Arzt-Bindung aufzubauen. Weiterhin sollen das Konzept und die Beratungsmaßnahmen zur individuellen prophylaktischen Betreuung auf andere Zahnarztpraxen übertragbar und folglich universell und umsetzbar sein.

Hintergrund:

Frühkindliche Karies ist, wie in den letzten Jahren wiederholt nachgewiesen wurde, eine der am häufigsten auftretenden,  chronischen Erkrankungen im Kindesalter. So weisen etwa 10 bis 15 Prozent der Dreijährigen Karies auf (Treuner and Splieth 2013, Basner et. al. 2017).  Je frühzeitiger der Erstbesuch beim Zahnarzt stattfindet, desto geringer ist der Kariesbefall der Milchzähne (Wagner und Heinrich-Weltzien 2016).

Probandengut und Methodik:

Im Zeitraum von  Juli 2014  bis April 2016 wurden Säuglinge und Kleinstkinder im Alter von  0 bis 2,5 Jahren, mit dem Hauptwohnsitz in Jena von 3 Zahnärzten der Zahnarztpraxis für Kinder Rebecca Otto in Jena im Rahmen einer speziellen Kleinkindsprechstunde untersucht.

Der Kariesbefall wurde bei der Erstuntersuchung und bei Wiedervorstellung unter klinischen Bedingungen vgl. dem WHO Standard (1998) erhoben.

Konzept: standardisierte etwa dreißigminütige Beratung mit Inspektion der Mundhöhle, der Demonstration der richtigen Zahnpflege am Kleinkind und halbjährliche Recall-Sitzungen

Inhalte des elterlichen Aufklärungsgespräches:

  • Erfragen der Still-, Ernährungs-, Trink- und Mundhygiene-Gewohnheiten und entsprechende Tipps gegeben
  • Erklärung der Entstehung einer Karies entsprechend wissenschaftlicher Erkenntnisse (Borutta et al. 2002)
  • Beratung über häusliche Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung einer frühkindlichen Karies
  • Aufklärung über Lutschverhalten, Zahnungsprobleme sowie altersgerechter Verwendung von Fluoriden wird gemäß der Leitlinie der DGZMK (Hellwig et al. 2013)
  • Unterstützende Verwendung vielfältiger Demonstrationsmaterialien (Nuckel, Sauger, Zahnungshilfen, Zahnpflegeartikeln und Zahnbürsten)

Ergebnisse:

Im Erhebungszeitraum wurden die Daten von 172 Kindern im Alter von 0 bis 2,5 Jahren (83 Jungen und 89 Mädchen), die an mindestens zwei verschiedenen Zeitpunkten auf Kariesbefall untersucht wurden, ausgewertet. Bei dem Termin der Erstberatung hatten drei Kinder kariöse Defekte, weitere drei Kinder zeigten Initialläsionen. Nur ein Kind mit gesundem Milchgebiss erwarb bis zu einem der Recalltermine einen kariösen Defekt, sechs Kinder zeigten neue Initialläsionen. Es wurde eine Kariesprävalenzrate von 3,5 Prozent bei der Erstvorstellung der im Präventionsprogram der Kleinkindsprechstunde betreuten Kindern ermittelt. Im Nachuntersuchungsintervall lag die Kariesprävalenz bei 7,6 Prozent. Damit stehen erstmals Daten zur Mundgesundheit von Kleinstkindern aus einem Prophylaxeprogramm einer niedergelassenen Praxis in Thüringen zur Verfügung.


Dr. Peter Schmidt (links), mittlerweile am Lehrstuhl für Behindertenorientierte Zahnmedizin der Universität Witten/Herdecke, nahm stellvertretend für das Praxisteam den Preis vom Vizepräsidenten der DGPZM, Dr. Lutz Laurisch, in Empfang. | Copyright DGPZM

Dr. Lutz Laurisch, Vizepräsident der DGPZM, lobte bei der Preisübergabe das vorbildhafte Engagement des Praxisteams für die Mundgesundheit der Kleinsten und den Einsatz gegen die frühkindliche Karies, die leider immer noch etwa 10 bis 15 Prozent der Dreijährigen betrifft.

Der erste Praktikerpreis der DGPZM wurde anlässlich der 3. Gemeinschaftstagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung, zu der auch die DGPZM als Verbundgesellschaft gehört, am 25. November 2017 in Berlin verliehen.

Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und wurde von der Firma IvoclarVivadent gestiftet.

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