Bruxismus

Knirscher-Schiene mit eingebautem Biofeedback

Biofeedback bei Bruxismus soll Patienten auf ihr Knirschen aufmerksam machen. Eine spezielle Biofeedback-Schiene mit eingebauten Sensoren zeigte in einer aktuellen Untersuchung vielversprechende Ergebnisse.

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Etwa 13 Prozent der Erwachsenen knirschen im Schlaf mit den Zähnen (Schlafbruxismus), 21 bis 31 Prozent tun es im Wachzustand (Wachbruxismus) [DGFDT, 2019].

13 Prozent der Erwachsenen bruxen

Biofeedback soll Patienten nun helfen, diesen unbewusst ablaufenden Prozess wahrzunehmen und das Knirschen zu reduzieren. Die Methode wird meistens im Wachzustand angewendet. Arzi et al. [2012] hatten aber bereits beschrieben, dass Probanden auch im Schlaf auf Biofeedback reagieren können.

In den meisten Studien, die sich mit Biofeedback bei Bruxismus beschäftigen, haben Forscher die Muskelaktivität vom M. masseter oder M. temporalis mit Elektroden abgeleitet und sie mit einem Elektromyografen aufgezeichnet. Ein Biofeedback-Stimulus wurde von extern abgegeben, zum Beispiel mittels Lautsprecher oder suprakutanen elektrischen Impulsen [Lobbezoo et al., 2008].

Vahle-Hinz et al. entwickelten 2009 eine Schiene, in die drahtlose Drucksensoren und ein Mikrokontroller eingebaut wurden, um Bruxing-Ereignisse im Schlaf zu messen. Die ausgeübte Okklusionskraft übte dabei einen Vibrationsreiz aus und ein zusätzliches akustisches Signal ertönte.

Genau diese Methode wollten Forscher aus München nun an einer größeren Patientengruppe (n=41) untersuchen. Die Forscher verteilten die Bruxismus-Patienten randomisiert auf eine Test- und eine Kontrollgruppe.

Die Testgruppe trug eine Biofeedback-Schiene (bruXane, Marburg), die Kontrollgruppe eine herkömmliche Michigan-Schiene. Beide Schienen trugen die Patienten im Oberkiefer für insgesamt drei Monate. Am Anfang des Versuchs, nach einem und nach Ablauf von zwei weiteren Monaten untersuchten die Forscher die Patienten klinisch und fragten nach ihrer Schmerzsymptomatik.

Weniger Knirschen und mehr Kiefergelenkschonung

Ergebnisse: Die Biofeedback-Gruppe zeigte eine statistisch signifikante Verringerung der Häufigkeit und Dauer von Bursts (Bruxing-Ereignisse). Die Unterschiede während des ersten Behandlungsmonats waren gegenüber dem zweiten und dritten Monat nur gering, was darauf hinweist, dass die Wirkung des Biofeedbacks früh auftritt und dann anhält. Es zeigte sich weiterhin eine statistisch signifikante Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und eine Reduktion der Schmerzen an der Gesichtsmuskulatur, sowie der Schmerzen beim Kauen, Essen und Sprechen.

Die Probanden und deren Partner berichteten selten davon, dass sie von den Biofeedback-Stimuli geweckt wurden. Verglichen die Forscher die aufgezeichneten Bruxing-Ereignisse mit den Angaben der Probanden, nachts aufgewacht zu sein, zeigte sich, dass das Feedback-bedingte Aufwachen sehr selten und damit vernachlässigbar war.

Fazit

Der Körper kann auf unbewusster Ebene wirksam auf Biofeedback reagieren. Aufgrund der Reduzierung der Burst-Dauer und damit der pathologischen Belastung des Kausystems reduzierte die Biofeedback-Schiene Bruxismus-bedingte Symptome. Dies könnte langfristig eine Schädigung des Kiefergelenks verhindern.

Quelle: Bergmann, A., Edelhoff, D., Schubert, O. et al. Effect of treatment with a full-occlusion biofeedback splint on sleep bruxism and TMD pain: a randomized controlled clinical trial. Clin Oral Invest 24, 4005-4018 (2020). doi.org/10.1007/s00784-020-03270-z

Literatur

  1. 1. Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie (DGFDT): S3-Leitlinie, Diagnostik und Behandlung von Bruxismus. Stand Mai 2019. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/083-027l_S3_Bruxismus-Diagnostik-Behandlung_2019-06.pdf
  2. Arzi A, Shedlesky L, Ben-Shaul M, Nasser K, Oksenberg A, Hairston IS, Sobel N (2012) Humans can learn new information during sleep. Nat Neurosci 15(10):1460-1465. doi.org/10.1038/nn.3193
  3. Lobbezoo F, van der Zaag J, van Selms MK, Hamburger HL, Naeije M (2008) Principles for the management of bruxism. J Oral Rehabil 35(7):509-523. doi.org/10.1111/j.1365-2842.2008.01853.x
  4. Vahle-Hinz K, Clauss J, Seeher W, Wolf B, Rybczynski A, Ahlers M (2009) Development of a wireless measuring system for bruxism integrated into occlusal splints. J CranioMand Func 1(2):125-135
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