Zahnmedizin

Netzwerk des Körpers

Zähne und Kiefer im Netzwerk des Körpers - so lautete das Generalthema des Bayerischen Zahnärztetages in München. Die Botschaft an die Zahnärzteschaft: Interdisziplinäres Denken wird immer wichtiger.

 

Der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz, bei seiner Eröffnungsrede auf dem Festakt
Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer, sprach ein Grußwort.
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml lobte das Engagement der bayerischen Zahnärzte für die Mundgesundheit.
Der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns, Dr. Janusz Rat, übte Kritik an der AOK Bayern in Zusammenhang mit den "Puffertagen".
Zu den standespolitischen Gästen gehörte auch der Vorstand der KZBV: Dr. Wolfgang Eßer, Dr. Jürgen Fedderwitz und Dr. Günther E. Buchholz
Der Autor und Blogger Sascha Lobo sprach in seinem Festvortrag zum Thema "Zukunft Internet - was das Netz mit der Gesellschaft macht".
Der Festredner mit Dr. Engel und Prof. Benz.
Rund 350 Gäste aus (Standes-)Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft kamen zur Eröffnung des Fachkongresses nach München.
Der Vorsitzende des KZBV-Vorstandes, Dr. Wolfgang Eßer, im Gespräch mit Dr. Engel und Prof. Benz.

Weil immer mehr Zusammenhänge zwischen Mund- und Allgemeinerkrankungen entdeckt werden, erweitert sich das Diagnosespektrum des Zahnarztes - und damit auch die Verantwortung gegenüber dem Patienten. Diese Botschaft an die Zahnärzteschaft wurde auf dem 55. Bayerischen Zahnärztetag vom 23. bis 25. Oktober in München deutlich.

Polit-Prominenz aus dem Gesundheitswesen

Auf dem Festakt kam die gesundheitspolitische Prominenz zusammen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml lobte das Engagement des Berufsstandes für die Mundgesundheit. BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel forderte, Wandlungsprozesse voranzutreiben, um die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland zu erhalten und auszubauen. BLZK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz ging auf den Paradigmenwechsel von der kurativen zur präventionsorientierten Zahnheilkunde ein. Der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat stellte herau, wie wichtig es sei, die wohnortnahe Versorgung im Flächenstaat zu erhalten. Vor den Gefahren einer Digitalisierung in allen Lebensbereichen warnte der Festredner Sascha Lobo, Autor, Blogger und Spiegel-Online-Kolumnist.

Frühdiagnostik von Tumoren und Mundschleimhauterkrankungen

Die Moderation des wissenschaftlichen Kongresses übernahm Christian Berger, Leiter des Bayerischen Zahnärztetag sund Vizepräsident der BLZK.  Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner, Mainz, stellte in seinem Vortrag „Zahnmedizin als Teil der Medizin“ die Frühdiagnostik von Tumoren und Schleimhauterkrankungen dar. Er ging dabei auch auf die Wechselbeziehung von oralen Symptomen und Allgemeinerkrankungen und ihre Bedeutung für Diagnostik und Therapie ein.

Prof. Dr. Dr. Torsten E. Reichert, Regensburg, beschrieb unter dem Titel „Potenziell maligne Mundschleimhauterkrankungen“ die wichtigsten Mundschleimhauterkrankungen mit ihrer typischen Symptomatik. Aktuelle und bewährte Früherkennungsmethoden wurden kritisch diskutiert. Prof. Dr. Dr. Michael Ehrenfeld, München, gab einen Überblick über „Knochenveränderungen im Kieferbereich“.

Der Zahnarzt als Hautdetektiv

Für Dr. Marc A. Hünten, Starnberg, ist der Zahnarzt auch „Hautdetektiv“. Zahnärzte könnten speziell bei Patienten, die selten zur Vorsorge gehen, Hautbefunde erkennen und zuordnen. Der Referent stellte Krankheitsbilder vor, berichtete über neue Therapieerfolge und warb bei den Zahnärzten dafür, sich für die Hautbefunde zu interessieren. 

Prof. Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel, München, sprach über „Risikopatienten in der zahnärztlichen Praxis“. Er widmete sich den Anforderungen an den Zahnarzt, die von dieser Patientengruppe gestellt werden, und erläuterte, wie sich Diagnose, Behandlungsplanung und -umsetzung bei der steigenden Zahl von Risikopatienten gestalten.

Konflikte lösen mit Mediation

Der Vortrag „Mediation im Gesundheitswesen“ von Nikolai Schediwy, München, beleuchtete Möglichkeiten und Grenzen des Mediationsverfahrens speziell für Zahnarztpraxen. Mediation könne nicht nur Konflikte in der Praxis dauerhaft lösen, sie fördere auch die Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter.

Am 16. November berichten wir in den zm ausführlich über den Bayerischen Zahnärztetag.

Weitere Bilder
Bilder schließen