Zahnmedizin

Neue Leitlinie Patienten mit Down Syndrom

Die erste S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Down-Syndroms (Trisomie 21) im Kindes- und Jugendalter ist da. Sie enthält zahlreiche Handlungsempfehlungen für Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Entwicklungsförderung - auch für Zahnmediziner.

Archivbild zm - G. Elsaesser

Folgendes Vorgehen bei der Diagnostik empfiehlt die Leitlinie:

  • Beurteilung der Morphologie der orofazialen Weichgewebe, ihrer Ruhelage und Funktionsmuster (inklusive möglicher Habits), der Salivation, der Mundhygiene, des Zahnstatus, der Einzelkiefer und Bisslage

  • gegebenenfalls Röntgen

  • Einschätzung der Kooperation von Eltern und Kind

  • gegebenenfalls ist zur umfassenden Beurteilung des Orofazialbereichs eine phoniatrisch-pädaudiologische, beziehungsweise HNO-ärztliche Mitbeurteilung erforderlich

Folgende konsentierte Empfehlungen für die zahnmedizinische, beziehungsweise kieferorthopädische Behandlung von Patienten mit Down Syndrom (DS) beinhaltet die Leitlinie:

  • Eltern von Kindern mit DS sollten frühzeitig, vorzugsweise vor dem Durchbruch des ersten Milchzahnes, mit ihrem Kind bei einem erfahrenen Therapeuten/ Zahnarzt/ Kieferorthopäden/ Kinderarzt/ SPZ vorstellig, und über folgende Sachverhalte informiert werden: Möglichkeiten der Prävention und Therapie (Mundhygiene besonders bei eingeschränkter Kooperationsfähigkeit, Ernährung inklusive Gebrauch von Saugerflaschen, Fluoridierungsmaßnahmen, Zahnentwicklung).

  • Durch Kieferorthopäden und spezialisierte Physiotherapeuthen/Logopäden sollte geprüft werden, ob eine pathologische Mund- und Zungenhaltung und damit die Indikation zur Versorgung mit einer Stimulationsplatte vorliegt. Sollte diese Indikation gestellt werden, wurde die Anwendung der Platte auf Basis der bisher verfügbaren Literatur stets durch eine funktionelle orofaziale Therapie begleitet. Wichtig ist dabei die regelmäßige Beratung der das Kind betreuenden Personen. Eine prophylaktische Stimulationsplattentherapie bei physiologischer Mund- und Zungenhaltung ist zu vermeiden, da die Behandlung für Kinder und Eltern eine zusätzliche zeitliche Belastung darstellt.

  • Besteht ein pathologischer parodontaler Befund sollte die Einleitung einer systematischen Parodontitistherapie unter Berücksichtigung der Kooperationsfähigkeit erfolgen.

  • Besteht ein pathologischer kieferorthopädischer Befund sollte die Einleitung einer kieferorthopädischen Therapie unter Berücksichtigung des Alters und der Kooperationsfähigkeit erfolgen.

Aus klinischer Expertise sollten Kinder mit DS jeden Alters, die auffällige Mundfunktionen wie eine Zungenprotrusion aufweisen, eine orofaziale ganzkörperlich orientierte Therapie erhalten. Dabei lohnt sich zur Unterstützung zusätzlich eine Stimulationsplatte nach Castillo Morales®. Je ausgeprägter die orofazialen Auffälligkeiten sind, desto mehr profitieren die Kinder von der Therapie. Auch Kinder mit geringeren Symptomen können eine Verbesserung nach Therapie zeigen. Für eine Therapieentscheidung sollten Faktoren wie Compliance des Kindes und / oder der Familie in Betracht gezogen werden.

Auszug aus der Leitlinie, Kap. 2.12 Funktionelle und orofaziale Aspekte aus zahnmedizinischer bzw. kieferorthopädischer Sicht; aus: Down-Syndrom im Kindes- und Jugendalter Konsensbasierte Leitlinie (S2k) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der beteiligten Fachgesellschaften, Berufsverbände und weiterer Organisationen; AWMF-Register Nr. 027/051; Stand 07/2016

Hier können Sie die ganze Leitlinie einsehen.

Hintergrund:

Erstmals ist nach den Regularien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) unter Beteiligung der DGZMK, der DGKFO und der DGKiZ eine S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Down-Syndroms (Trisomie 21) im Kindes- und Jugendalter (Neugeborene, Säuglinge, Klein- und Schulkinder, Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr) entwickelt worden. Federführend durch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Zusammenarbeit mit 25 weiteren beteiligten Fachgesellschaften und Institutionen werden hiermit zahlreiche breit konsentierte Handlungsempfehlungen für die Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Entwicklungsförderung für Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom vorgelegt.


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