Zahnmedizin

Prävention: Reden Sie mit den Patienten!

Die Kommunikation entscheidet über den Präventionserfolg: Der Erfolg der Maßnahmen kann durch gezielt eingesetzte psychologische Methoden verbessert werden. Gesprochene und persönlich vermittelte Inhalte wirken sich dabei stärker aus als geschriebene.

In einer systematischen Literaturübersicht wurde untersucht, welche Faktoren den Erfolg von Präventionsmaßnahmen in der Zahnarztpraxis beeinflussen können. Konkret wurde gefragt, ob psychologische und behavioristische Theorien zu effektiven Interventionsmaßnahmen führen, welches die beste Methode zur Vermittlung ist (verbal, schriftlich, andere), wie der Inhalt aufgebaut sein muss, welche Rolle die Merkmale von „Sender“ und „Empfänger“ spielen, in welchem Umfeld und Zusammenhang die Intervention kommuniziert wird, welche Hürden oder Erleichterungen vorliegen sowie welche Faktoren die Motivation und Zufriedenheit der Patienten beeinflussen.

Methode und Studiendesign

Methode: Insgesamt 20 Datenbanken wurden anhand angepasster Suchstrategien auf relevante Publikationen hin gesichtet. Studien in englischer Sprache ab 1994 wurden in die Analyse einbezogen. Nach Eliminierung von Duplikaten wurden die Titel und Zusammenfassungen der verbleibenden Publikationen anhand definierter In- und Exklusionskriterien geprüft, wofür im Zweifelsfall die Volltexte herangezogen wurden. Die Auswahl der einbezogenen Studien erfolgte unabhängig durch zwei Mitarbeiter.

Studiendesign: Alle verbliebenen Studien wurden auf ihre Qualität hin untersucht und schließlich entsprechend ihrer Fragestellungen gruppiert. Eine Metaanalyse war aufgrund der relativ großen Heterogenität der Publikationen nicht möglich. Wissenschaftliche Hinweise wurden als stark bezeichnet, wenn mehr als eine qualitativ hochwertige Publikation oder mehr als eine randomisierte kontrollierte Studie Effekte beschrieben. Moderate Belege wurden aus ein oder mehr qualitativ durchschnittlichen Publikationen festgestellt und schwache Hinweise wurden aus Studien geringer Qualität gewonnen. 44 Studien wurden in 52 relevanten Publikationen beschrieben.

Ergebnisse

Acht Untersuchungen lieferten starke Hinweise darauf, dass die Mundhygiene und die Mundgesundheit durch Präventionsprogramme gefördert werden, denen psychologische und behavioristische theoretische Modelle zugrunde liegen. Mündliche Anweisungen der Mitarbeiter der Praxen beeinflussten das Wissen, das Verhalten und die Mundgesundheit der Patienten. Geschriebene Informationen hatten einen geringen Effekt auf das Wissen, die persönliche Einstellung und das Verhalten der Patienten und wurden zum Teil als funktional und unpersönlich empfunden.

Eine Schlüsselposition für den Erfolg von Interventionen hat die Berücksichtigung spezieller Patientengruppen. Besonders für unterprivilegierte Gruppen sind das Verstehen der vermittelten Informationen, die Berücksichtigung sozialer Voraussetzungen und der Aufbau von Beziehungen zu dem zahnärztlichen Personal von großer Bedeutung. Auch behinderte Personen oder Menschen mit speziellen Erkrankungen profitieren von Maßnahmen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.  

Zum Umfeld, in dem die Intervention kommuniziert wird, fanden sich nur schwache Hinweise darauf, dass es den Erfolg beeinflusst. Barrieren fanden sich zum Teil, wenn Zahnärzte und Fachpersonal persönliche Überzeugungen statt sachliche Informationen vermittelten. Erleichtert wurde der Erfolg der Intervention beispielsweise, wenn die Patienten den vermittelten Fakten zustimmten sowie Freude und Zufriedenheit im Umgang mit dem Fachpersonal empfanden. Fachkräftemangel wirkte sich entsprechend negativ aus.

Community Dent Oral Epidemiol. 2016 Aug;44(4):313-30. doi: 10.1111/cdoe.12220; Zusammengetragen aus dem Wissenschaftlichen Informationsdienst IME (Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten) 05/2016.

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