Der Vitamin D-Status für die Zahngesundheit

Sonne tanken bei Parodontalerkrankungen?

In einer Literaturübersicht haben Forscher aus Ruanda und den USA die Bedeutung des Vitamin D Status für die Zahngesundheit untersucht. Das Ergebnis: Eine zu geringe Sonnenexposition geht häufig mit Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und Attachmentverlust einher.

Laut Experten reicht eine "moderate Sonnenexposition" aus, um ein ausreichendes Niveau an Vitamin D im Körper aufrechtzuerhalten. Es wird dabei angenommen, dass ein Sonnenbad zweimal pro Woche - ohne Sonnencreme - für 5 bis 30 Minuten zwischen 10 und 15 Uhr ausreicht. "Da die Sonnenexposition vom Wohnort und der Hautpigmentierung abhängt, bestehen jedoch regionale Unterschiede", schränken die Forscher ein. Fotolia - drubig-photo

Ein Mangel an Vitamin D führt nicht nur zu Osteoporose und Osteopenie, sondern begünstigt auch Entzündungen und Infektionskrankheiten. Im dentalen Bereich hat ein Vitamin D-Mangel vielfältige Auswirkungen auf die Mundgesundheit: Beispielsweise besteht eine starke Assoziation zwischen der Knochendichte und dem Erfolg osteointegrierter Implantate. Außerdem können während der Zahnentwicklung Dentin- und Schmelzdefekte sowie eine höhere Kariesanfälligkeit auftreten.

Ein direkter Effekt des Sonnenlichts auf die Verringerung des Risikos parodontaler Erkrankungen wurde in einer norwegischen Studie demonstriert, bei der eine enge Beziehung zwischen Zahnverlust und dem Breitengrad gefunden wurde. So verloren nur 11 Prozent der im Süden lebenden Menschen Zähne, 43 Prozent waren es in der Zentralregion und 66 Prozent im Norden Norwegens. Weitere Studien geben Hinweise auf Assoziationen zwischen geringer Sonnenexposition und kardiovaskulären Erkrankungen oder höherem Blutdruck.

Mindestens zweimal pro Woche Sonne tanken - warum Vitamin D wichtig ist

Vitamin D ist multifunktionell und hat für eine Reihe von physiologischen Körperfunktionen eine hohe Bedeutung. Beispielsweise regelt es den Kalzium- und Phosphat-Metabolismus und ist damit am Wachstum und am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt.

Nur eine geringe Menge Vitamin D stammt aus exogenen Quellen, der überwiegende Anteil (> 80 Prozent) wird in der Haut gebildet. Die Vitamin D-Synthese erfordert Sonnenlicht (UVB-Strahlung, 290 bis 320 nm). Nach Hydroxylierung in der Leber wird 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) ans Plasma abgegeben, wo es eine Halbwertszeit von 15 Tagen hat. Durch eine zweite Hydroxylierung in der Niere wird die bioaktive Form generiert.

Eine moderate Sonnenexposition reicht aus, um ein ausreichendes Niveau an Vitamin D im Körper aufrechtzuerhalten. Es wird angenommen, dass eine zweimalige Exposition von Gesicht und Armen, Beinen oder Rücken ohne Sonnencreme pro Woche für 5 bis 30 Minuten zwischen 10 und 15 Uhr die erforderliche Menge an Vitamin D bereitstellt. Da die Sonnenexposition vom Wohnort und der Hautpigmentierung abhängt, bestehen regionale Unterschiede.

In einer longitudinalen Studie mit 562 Männern in den USA war eine tägliche Zufuhr von Vitamin D mit einer deutlich besseren parodontalen Gesundheit assoziiert. Demnach kann Vitamin D eine Schutzfunktion gegen fortschreitende Parodontalerkrankungen haben. Eine Analyse der Daten aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) zeigte, dass Personen mit den höchsten 25(OH)D-Spiegeln beim Sondieren der Zahnfleischtaschen 20 Prozent weniger Blutungen aufwiesen als diejenigen mit den niedrigsten Serumkonzentrationen.

Auch bei Schwangeren wurde ein niedriger Vitamin D-Spiegel mit häufiger auftretenden Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und parodontalen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Möglicherweise reduzieren optimale Vitamin D-Konzentrationen das Risiko von Gingivitiden durch eine entzündungshemmende Wirkung.

Eine Studie an Vorschulkindern ergab zudem, dass kariesfreie Kinder etwa doppelt so hohe 25(OH)D-Konzentrationen aufwiesen wie Kinder mit schwerer Karies. Auch zwischen oralen Krebserkrankungen und einem unzureichenden Vitamin D Status wurden Zusammenhänge aufgezeigt.

Effekte einer Vitamin D-Supplementierung

Wissenschaftlichen Studien zufolge reduziert eine Kalzium- und Vitamin D-Supplementierung den Schweregrad von Parodontalerkrankungen. Konventionelle Therapien mit Vitamin D-Analoga und Phosphatpräparaten wirkten sich bei Kindern mit hypophosphatämischer Rachitis positiv auf die Mundgesundheit aus. Durch die Stimulation der Produktion von antimikrobiellen Proteinen könnte Vitamin D zur Reduzierung der Anzahl von Bakterien in der Mundhöhle beitragen.

Fazit: Zusammenfassend wirkt sich ein ausreichender Vitamin D-Status positiv auf die Mundgesundheit aus und genügend UVB-Strahlung kann das Risiko von Parodontalerkrankungen verringern. Ein niedriger Vitamin D-Spiegel wird meist durch eine zu geringe Sonnenexposition verursacht und geht häufig mit Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und Attachmentverlust einher.

Ein optimaler Vitamin D-Status ist deshalb für die Aufrechterhaltung der Mundgesundheit von entscheidender Bedeutung. Dies kann durch regelmäßigen Aufenthalt im Freien mit einem gesunden Maß an Sonneneinstrahlung gewährleistet werden.

Uwitonza Anna Maria, Department of Preventive & Community Dentistry, University of Rwanda College of Medicine & Health Sciences, School of Dentistry, Kigali, Rwanda; J Steroid Biochem Mol Biol. 2018 Jan;175:190-194. doi: 10.1016/j.jsbmb.2017.01.020 aus IME, Wissenschaftlicher Informationsdienst Ausgabe 2/2018.

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